Wirtschaft
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Erbschaftssteuer ade: Freude herrscht bei den Rich Kids Of Instagram.

Liebe Linke: Vergesst das Umverteilen und konzentriert euch auf das smarte Teilen

Das Nein zur Erbschaftssteuer war eine Klatsche mit Ansage. Die Linke muss grundsätzlich über die Bücher. 

14.06.15, 14:21 15.06.15, 17:55


«Die Formel ‹den Wohlfahrtsstaat im Kapitalismus verteidigen›, neigt sich dem Ende zu», erklärte SP-Nationalrat Cédric Wermuth kürzlich in einem Interview mit watson und fügte hinzu, es reiche schlicht nicht mehr, zu versuchen, die Früchte des Wachstums gerecht verteilen zu wollen. 

Das Nein zur Erbschaftssteuer bestätigt diese These vollumfänglich. Nach dem Nein zum Mindestlohn und zur 1:12-Initiative war dies eine weitere absehbare Ohrfeige für die Linke, selbst wenn die Initiative rein technisch gesehen ein Kind der EVP war. 

Die Linke hat die Vernunft auf ihrer Seite – ein schwacher Trost.

Ungleichheit ist das drängendste sozialpolitische Problem

Speziell frustrierend für die Linke muss die Tatsache sein, dass die Befürworter sowohl ökonomische Vernunft als auch moralisches Gerechtigkeitsempfinden auf ihrer Seite haben. Die wachsende Ungleichheit ist zum drängendsten sozialpolitischen Problem geworden, die Gefahr einer neuen Oligarchie zur Gefahr für die Demokratie. Eine Erbschaftssteuer würde diese Entwicklung zumindest bremsen.

Nicht nur Linke wie der französische Ökonom Thomas Piketty warnen vor dieser Tendenz. Selbst die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte kürzlich in einer Studie fest, dass die zunehmende Ungleichheit eine Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt. Warren Buffett, Milliardär und wohl bekanntester Investor der Gegenwart, ist ebenfalls ein überzeugter Befürworter einer Erbschaftssteuer. 

Es geht nicht darum, wie der Kuchen verteilt, sondern wie er gebacken wird.

Das ist ein schwacher Trost, mehr nicht. Die Erbschaftssteuer hatte nie eine Chance, weil rationale Argumente in dieser Frage keine Rolle spielen. Obwohl zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung davon betroffen gewesen wären, wurde die Initiative auch vom Mittelstand wuchtig verworfen. 

Erdrückende Faktenlage stimmt Leugner nicht um

Auch die durchschnittliche Schweizerin und der durchschnittliche Schweizer leben in der Illusion, dass sie im Alter von den Zinsen ihrer Pensionskasse und allenfalls der dritten Säule leben und die Substanz ihren Kindern vermachen können. Dass diese Rechnung rein mathematisch niemals aufgehen kann, erschüttert diesen Glauben nicht. Es ist wie in der Diskussion um die Klimaerwärmung: Selbst eine erdrückende Faktenlage wird einen überzeugten Leugner niemals umstimmen können. 

Anstatt weiter aussichtslose Umverteilungs-Glaubenskriege zu führen, muss die Linke wohl grundsätzlich umdenken. Das Thema Sharing Economy drängt sich auf. Dabei geht es nicht darum, wie der Kuchen verteilt, sondern wie er gebacken wird. 

Die Sharing Economy mag derzeit noch ein Schlagwort sein – und ein oft missbrauchtes dazu. Doch im Kern stimmt der Ansatz. Wenn wir den Planeten Erde nicht ruinieren wollen, brauchen wir eine Wirtschaftsordnung, welche die bestehenden Ressourcen sinnvoller nutzt und den Wachstumswahn der bestehenden Ordnung in Schranken weist. 

Nicht Umverteilen, sondern smartes Teilen ist deshalb angesagt. 

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roswitta 16.06.2015 21:59
    Highlight Ich habe lieber einen Einkommens-Millionär in meiner Gemeinde, als 10 Personen mit je Fr. 100'000.00 Einkommen!
    Der Millionär muss im Aargau über Fr. 350'000.00 Steuern (=35%) abliefern,
    während die 10 anderen zusammen nur Fr. 95'000.-- (=9,5%) zahlen.

    Und ich kenne kein Eichhörnchen, welches im Herbst für andere Eichhörnchen Nüsse vergraben tut!

    3 4 Melden
    • Stefan von Siegenthal 16.06.2015 22:41
      Highlight Es gibt auch keine 10% Eichhörnchen, die 90% der Nüsse hortet.
      5 2 Melden
  • BeWi 15.06.2015 15:14
    Highlight Mal noch ein Kommentar für alle: bitte bitte studiert doch mal unser Steuergesetz. Wir haben progressive Steuern und Vermögenssteuern. Da findet eine MASSIVE UMLAGERUNG statt, nehmt das bitte nun endlich mal zur Kenntnis und behauptet nicht immer das "die Reichen" keine Steuern bezahlen, so ein elender Schwachsinn.
    12 15 Melden
    • Stefan von Siegenthal 15.06.2015 19:38
      Highlight Keine einzige Person hat behauptet, dass die Reichen keine Steuern bezahlen. Nicht eine einzige.
      8 3 Melden
    • Karl33 15.06.2015 23:49
      Highlight BeWi, die wichtigste und ertragsreichste Steuer des Bundes ist die Mehrwertsteuer. Wie soll diese Steuer denn progressiv wirken? Die ist viel eher degressiv, trifft also die Armen prozentual am meisten.
      7 3 Melden
    • BeWi 17.06.2015 12:06
      Highlight stimmt nicht Karl33: da die "Reichen" massiv mehr Geld aus geben zahlen Sie auch viel mehr in die MWST. Wie ich schon mal in diesem Zusammenhang geschrieben haben: schlimm sind die Millionäre, welche Ihr Geld horten und nichts ausgeben. Die gibt es leider auch, nur ist eben die Tugend "sich nichts leisten" und Understatement bei uns weit verbreitet, das mag moralisch vielleicht toll sein, für die Wirtschaft ist es schlecht.
      0 3 Melden
  • BeWi 15.06.2015 15:06
    Highlight Also ich bin ja wirklich überrascht: >70% lehnen die Erbschaftssteuer ab. Ok, aus Eurer Watson Sicht sind das nun alles SVP'ler und Gerhirnlose dies sich von den rechten Propaganda-Millionen einlullen liessen. Ja, genau so war es wohl, denn denken können ja nur die Linken, alle andern sind willen losen Hüllen, jawohl. Das nächste mal müssen halt die Meili's 10 Millionen locker machen, wohl auch ein Pappenstiel im Vergleich zu deren GesamtERBE, dann schwenken die Willenlosen sicher um, jawohl. Sogar Frau Badran erzähl so ein Mist, dann wird es wohl stimmen..
    8 13 Melden
    • Stefan von Siegenthal 15.06.2015 19:44
      Highlight Das hat nichts mit Denken zu tun. Zu verstehen, dass wir am Beginn einer riesen Jobvernichtung stehen, bedingt Wissen, was die Automstisierung alles können wird in wenigen Jahren. Und dieses Wissen fehlt den meisten. Die Industrialisierung schaut dagegen wie ein langsamer und kleiner Prozess aus, der mehr Jobs kreierte als überflüssig machte (was ja auch so war).
      4 4 Melden
    • BeWi 17.06.2015 12:13
      Highlight Das hatten wir ja schon mal, die Grossindustrie war omnipresent in der CH auch in ZH. Escher Wys, Maag, BBC etc. Da wurden Ende der 70 Jaher massiv Jobs vernichtet. Wir haben es aber geschafft uns in eine Dienstleistungsgesellschaft zu wandeln. Mit Offenheit und Innovation und guten Rahmenbedingungen. Es geht nur so, wir brauchen die innovativen Köpfe und mutige Unternehmer. Wenn wir diese mit Umverteilungswahsinn vertreiben hat letzten Endes niemand etwas davon.
      0 1 Melden
  • fiodra 15.06.2015 08:56
    Highlight Sehr geehrter Herr Löpfe, könnten Sie das smarte Verteilen etwas eingehender beschreiben, mit Beispielen, die zeigen, dass sie die aufgehende Einkommens- und Wohlstands eher schliesst, statt öffnet?
    21 1 Melden
    • Max Heiri 15.06.2015 09:48
      Highlight Liebe Fiodra
      Die Vermögenskonzentration hat sich massiv gesenkt, wenn mandies im Vergleich vor 100 Jahren anschaut. Bis zur Finanzkrise stieg es in den letzten Dekaden schwach an.
      4 17 Melden
  • Max Heiri 15.06.2015 00:26
    Highlight Liebe Frau Dingsi.
    Dieses Gespenst der Automatisierung und Jobverlust geht seit Beginn der Industrialisierung um (siehe Maschinenstürmerei). Und siehe da: Unser Wohlstand im Vergleich vor 200 Jahren real mehr als verzehnfacht und unsere Lebenserwartung verdoppelt. Was fehlt uns?
    19 5 Melden
    • Stefan von Siegenthal 15.06.2015 19:47
      Highlight Die momentane Wende hat nichts mit der letzten Industrialisierung zu tun. Hier werden Menschen gänzlich aus Prozessen entfernt (Beispiel: die Taxifahrer werden keine Ersatzjobs erhalten bei Taxifirmen) und viel massiver: Die Firmen werden zentralisierter; anstatt 100000 verschiedene Taxifirmen wird es weltweit nur noch wenige hundert geben, die keine Fahrer mehr brauchen.
      2 2 Melden
  • Frau Dingsi 14.06.2015 17:06
    Highlight Unter dem Hype-Begriff "Share Economy" zocken Firmen wie Uber zum Beispiel Anbieter und Kunden gleichermassen ab. Sie umgehen Arbeitsverträge. Besonders gerecht ist das bis jetzt nicht. Mit Airbnb kann man sogar die letzte günstige Mietwohnung zur Geldmaschine machen. Soviel zur Auslastung von Ressourcen. Ausser den 2 Prozent aus Tricksern, Investoren und Aktionären hat bis jetzt noch kaum jemand von der Sache profitiert. Offenbar gelten die 2% einfach als cooler als die 98%.
    38 11 Melden
    • Stefan von Siegenthal 14.06.2015 17:33
      Highlight So ist es leider. Und das mit den Arbeitsverträgen bei Uber erübrigt sich bald von selbst: Uber investiert grosse Summen in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos, deren CEO sagt bereits heute öffentlich, dass er die Fahrer in ein paar Jahren nicht mehr brauchen wird.
      An und für sich ist die Automatisierung ja toll! Aber wenn die Gesellschaft keine Lösung sucht und findet, wirds dann mal knapp mit ALV oder Sozialhilfe für 40% der Bevölkerung (Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass 59% der Jobs automatisiert werden können). Ein Problem ist, dass durch die Entwicklung nicht genügend neue Stellen geschaffen werden, im Vergleich zu jenen, die abgebaut werden können (und werden, eine Firma wäre ja dumm nicht Kosten einzusparen).
      Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben, das Volk sitzt am längeren Hebel. Aber nur wenn wir jetzt die Diskussion führen, können vernünftige Lösungen erarbeitet werden.
      34 7 Melden
    • Karl33 14.06.2015 17:40
      Highlight Frau Dingsi, das habe ich mir auch gedacht. Die Kapitalbesitzenden werden mit ihrem Besitz Sharing zu ihrem lukrativen Business machen. Etwas erschreckend, wie der Linken da die Ideen ausgehen, wenn solches Zeugs bereits als Lösung propagiert wird.
      Letzten Endes auch für die bürgerlichen Wähler keinen Grund zur Freude, weil die Interessen des Mittelstandes (das ist weltweit zu beobachten, wo es ihn denn gibt) ohne die Linken kaum mehrheitsfähig vertreten werden...
      12 4 Melden
  • Jol Bear 14.06.2015 15:28
    Highlight Es kommt immer darauf an, auf welchem Level sich die Mehrheit der Bevölkerung befindet. In wohlhabenden Ländern wie in der Schweiz ist es so, dass die große Mehrheit einen vergleichsweise hohen Lebensstandard hat ( Job, regelmäßig Ferien, 1-2 Autos, gut ausgebaute Sozialleistungen usw.), im weltweiten Vergleich sehr luxuriös. Und wenn unter diesen Umständen mit Aus- und Weiterbildung, Leistung usw. der Wohlstand erhöht werden kann, empfindet das die Mehrheit nicht als ungerecht. Die linken Initiativen werden darum deshalb abgelehnt, weil der Eindruck entsteht, dass jene, die viel leisten, seriös arbeiten, investieren, dann durch Umverteilung bestraft würden. In Ländern mit Machteliten und darbender Bevölkerung sähen die Abstimmungsergebnisse anders aus. Dort hat die Bevölkerung jedoch kaum demokratische Rechte, oder sie werden ihr durch die herrschende Elite aus Furcht nicht zugestanden.
    48 6 Melden
    • Mr.Stepper 15.06.2015 07:01
      Highlight Einverstanden. Der wesentliche Fehler ist, dass der durch Weiterbildung und harte Arbeit erreichte Wohlstand normalerweise keine Multimillionäre schafft. Weiterbildung und harte Arbeit führen maximal zum Wohlstandslevel Wohneigentum, 1-2 Autos und Ferien. Diese Art Wohlstand ist selbstverständlich zu gönnen und nicht durch übermässige Steuern "zu vernichten"! Wenn jemand jedoch einen Wohlstand von beispielsweise 5 Häusern, 2 Ferienwohnungen, Yacht, 15 Autos usw. erarbeitet hat, ist eine Teilumverteilung zur Förderung der sozialen Gleichheit doch nicht ungerecht oder?
      25 11 Melden
    • BeWi 15.06.2015 15:09
      Highlight Stimmt absolut nicht: wenn einer/eine mutig ist kann er/sie es in unserem Land sehr sehr weit bringen! Aber das ist halt schwer zu verstehen für gewisse Kreise. Da muss man nämlich etwas Leisten und nicht nur auf die Kohle der andern warten.
      5 9 Melden
  • Alex23 14.06.2015 15:25
    Highlight Leider bleibt die Sache mit der Sharing Economy im Artikel etwas nebulöse Zukunftsmusik. Eigentlich nicht ganz klar, was der Autor wirklich sagen will.

    An der Erbschaftssteuervorlage war im Übrigen alles in Ordnung. Aber solange diejenigen, die davon betroffen gewesen wären (Besitzende mit mindestens 2 Millionen Erbmasse) auch diejenigen sind, die sowohl das Potential zur Meinungsmache haben wie auch an den entsprechenden Hebeln sitzen, werden die dem kleinen Mann logischerweise soviel Sand in die Augen streuen, wie es zur Verteidigung ihrer Pfründe braucht. Wer sägt schon gerne am eigenen Ast? Und der kleine Mann glaubt die Angstmacherei und stimmt so ab, wie es den Besitzenden genehm ist.
    Das Schema kennen wir ja nun zu Genüge.
    57 23 Melden
    • Pippo30 14.06.2015 19:03
      Highlight Genau du sagt es. Angstmacherei die immer gleich begründet wird.
      "Es ist schädlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz". Dieser Spruch kommt bei allen Abstimmungen, die einen sozialen Hintergrund habe, beispielsweise beim Mindestlohn usw.
      24 12 Melden
    • Mr.Stepper 15.06.2015 07:06
      Highlight Voll! Ich hatte es unter anderem immer mit folgenden Argumenten zu tun:
      "Es ist doch gemein jemandem einen Teil der Erbschaft wegzunehmen" oder "die AHV würde gefährdet"...
      Für meinen hart erarbeiteten Lohn Steuern zu zahlen finde ich persönlich viel "gemeiner", als für eine Erbschaft (für welche ich ja nichts getan habe). Irgendwie meinte ich mich zu errinern, dass ein Teil dieser Steuereinnahmen in die AHV gegangen wären oder? (also Mehreinnahmen schwächen die AHV? voll logisch oder? "brettvordemkopfsmilie")
      16 5 Melden
    • fiodra 15.06.2015 09:12
      Highlight Ich verstehe nicht wirklich, warum der kleine Mann immer wieder gegen seine Interessen stimmt und so die Vermögenden stützt, das sollte mal wissenschaftlich untersucht werden. Vermutlich erliegt er Verführungs- und Wunschphantasien. Sein Problem sind die Ausländer (insbesondere dort, wo es keine oder wenige hat) und nicht die Reichen. Mir scheint dahinter eine alte patriarchale Obrigkeits- und Autoritätsgläubigkeit zu stecken, die nicht so leicht ausrottbar ist, wie man denkt.
      18 3 Melden
    • Linus Luchs 15.06.2015 13:56
      Highlight @fiodra: Der "kleine Mann" stimmt gegen seine Interessen, weil ihm die Interessen der Besitzenden als seine Interessen verklickert werden, und er es nicht merkt. Dazu setzen die Besitzenden 10 Millionen Franken ein, als Budget für die Abstimmungspropaganda. Plötzlich meint der kleine Mann wirklich, mit der Annahme der Initiative würde er vielleicht seinen Arbeitsplatz verlieren.
      Die Behauptung der Wirtschaftslobby, die KMU seien durch die Initiative gefährdet, war eine dreiste Lüge. Aber sie hat funktioniert. Ängste schüren, um Meinungen zu manipulieren, das kann nicht nur die SVP.
      18 1 Melden
  • Stefan von Siegenthal 14.06.2015 15:13
    Highlight Vielleicht ist es gut, dass die Initiative abgelehnt wurde. Denn angesichts des massiven Stellenabbaus in den nächsten 10 Jahren durch Automatisierung und Roboter, wird es eine viel grössere Umverteilung benötigen. Die meisten Schweizer sind sich noch überhaupt nicht bewusst, was auf uns zukommt und wie viele Jobs selbst auf Management-Ebene automatisiert oder ausgelagert werden. Aber hier ein Beispiel: Die Taxifahrer waren auf Uber nicht vorbereitet und bezahlen jetzt den Preis dafür. Und es kommt noch besser: In weniger als 5 Jahren haben wir selbstfahrende Autos, da braucht es dann gar keine Taxifahrer mehr, selbst Uber kann dann an Kosten sparen, da sie diesen Trend selbst aktiv vorwärts pushen. Und solche Veränderungen werden jede Branche betreffen. Schau mal nach Japan, dort werden bereits heute Roboter in der Altenpflege eingesetzt. Wenn die Schweizer hierfür keine Lösung finden, wird in der Übergangsphase (20-30 Jahre) viel gelitten werden im Volk. Geld ist im Land genügend vorhanden, nur gehört das Meiste ein paar Wenigen.
    38 6 Melden
    • iustus 15.06.2015 11:32
      Highlight @ Super Kommentar, danke vielmals. Leider wird dies mit der Umverteilung nicht ganz einfach, da die Firmen mit dem Argument "Konkurenzfähigkeit zum Ausland" kommen werden (daher kann man den Gewinn, den alleine die Maschinen erwirtschaften, nicht dem Volk weitergeben bzw. muss ihn in neue Maschinen investieren). Und wie man dieses Wochenende gesehen hat, sägen die Schweizer nicht gerne am Ast auf dem sie sitzen (zumindest glauben viele, dass sie darauf sitzen).
      Aber ich bin auch Ihrer Meinung, ein Bedingungsloses Grundeinkommen wäre dann mehr als überfällig.
      15 1 Melden
    • Andi Amo 16.06.2015 10:10
      Highlight Um unseren gewohnten Lebensstandard in Zukunft weiterführen zu können, wird es wohl unabdingbar sein, in gewissen Branchen auf Automatisierung zu setzen. Gerade in der Altenpflege; Hier fehlen schon heute an allen Ecken und Enden Pflegekräfte und es muss auf immer mehr günstige, aber halt auch unqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Osten zurückgegriffen werden!
      1 1 Melden
  • Pippo30 14.06.2015 14:55
    Highlight Die Linken müssen nicht umdenken, sie machen genau das Richtige, nur haben es die Menschen noch nicht kapiert, solange es Ihnen noch gut geht werden sie weiter gegen Gerechtigkeit stimmen. 1% der Weltbevölkerung hat mehr als die 99% der Erdbevölerung.
    56 26 Melden
    • Stefan von Siegenthal 14.06.2015 15:32
      Highlight Es muss viel transparenter aufgeklärt werden, was gerade passiert in der Wirtschaft. Nicht Vermutungen oder weit entfernte Szenarien. Reisebüros sterben, Bankfilialen sterben, Taxifahrer sind sehr bald überflüssig, wie auch Kassierinnen. Und die schulen wir dann alle um. Vergesst es, das wird nicht passieren. Es müssen echte Alternativen her. Eine Möglichkeit: Garantiertes Grundeinkommen. Unfinanzierbar? Von wegen! Die Sozialausgaben 2012 betrugen in der Schweiz 160 Milliarden. Würde man stattdessen jedem erwachsenen Schweizer monatlich 2500 auszahlen, kämen wir auf 150 Milliarden. Natürlich ist diese Rechnung nicht komplett, aber ein Grundeinkommen ist definitiv lösbar. Aber dann arbeitet niemand mehr? Stimmt nicht! Wir haben ja bereits eine Art davon: Die Sozialhilfe - und trotzdem ist der Prozentteil derjenigen, die das ausnützen, sehr klein. Die meisten Schweizer arbeiten nämlich trotzdem. So ist es bisher auch in allen Pilotprojekten gelaufen. Die Leute wollen mehrheitlich arbeiten, schon nur wegen der sozialen Integrität. Finde wir eine Lösung. Ob 2500 oder weniger, das muss diskutiert werden. Tatsache ist, dass viele ihren Job verlieren werden in den nächsten Jahren und eine Lösung her muss.
      43 10 Melden
    • stadtzuercher 14.06.2015 15:49
      Highlight @von Siegenthal, wir haben ja bereits ein 'garantiertes Grundeinkommen' in der Schweiz. Es gibt niemanden ohne Grundeinkommen, sei es Sozialhilfe, IV, AHV...
      13 18 Melden
    • Stefan von Siegenthal 14.06.2015 16:13
      Highlight @stadtzürcher Das habe ich ja in meinem Kommentar erwähnt. Das Problem ist nur, dass das momentane Konstrukt wohl keine 30% Arbeitslosigkeit aushalten könnte. Und da muss eine Lösung her. Es gibt viele Varianten, wie vermehrte Teilzeitarbeit (Job Sharing), Grundeinkommen, zugänglichere Weiterbildung etc. Arbeit wird es immer geben, nur nicht für jeden der will (oder nicht will). Das ist bereits heute in den USA realität. Durch Automatisierung braucht es dereinst anstatt 40 nur noch 10 in der Buchhaltung/Sachbearbeitung/Marketing etc. oder Betriebsbereiche werden gänzlich ausgelagert. Ein Beispiel: Früher hatte die Post in der Schweiz eine Abteilung, welche (vom Computer) unleserliche Adressen auf Briefen entziffert hat. Gibt es heute nicht mehr, wird alles in Vietnam gemacht.
      19 4 Melden
  • Der Tom 14.06.2015 14:51
    Highlight Ja super! Danke für den Lösungsvorschlag. Aber wie soll man das dem stolzen Volk erklären? Grundsätzlich ist es wohl so, dass jeder ganz fest an den Kuchen glaubt, solange er noch ein Stück davon erhält. Neu backen ist zu anstrengend. Zuerst muss der Kuchen komplett verschwinden aber danach wird ein bekanntes Rezept auch wieder bessere Chancen haben.
    19 6 Melden
  • poga 14.06.2015 14:43
    Highlight Ungleichheit ist das drängendste sozialpolitische Problem. Diesen Satz hört man aus linken Kreisen immer öfters. Kleiner Input an die Linken. Nein ist es nicht. Das möchten wohl einige hier nicht hören aber ich wette dass die Überbevölkerung das massiv grössere Problem ist. Die Sache mit dem smarten Verteilen tönt super.
    22 49 Melden
    • Stefan von Siegenthal 14.06.2015 15:18
      Highlight Das war kein Input an die Linken, sondern einfach eine plumpe Behauptung. Führe diese doch etwas aus.
      22 7 Melden
    • SanchoPanza 14.06.2015 15:27
      Highlight und wenn, die Überbevölkerung lösen wir ganz bestimmt nicht indem wir uns abschotten und die Grenzen schliessen! Das sorgt nur dafür, dass unsere Wirtschaft langfristig den Bach runtergeht!
      20 9 Melden
    • Der Tom 14.06.2015 15:28
      Highlight Ok und wie wollen Sie Überbevölkerung bekämpfen? Die Weltwirtschaft funktioniert nur mit Wachstum. Also Kuchen neu backen... Aber wer bäckt und wer isst?
      10 7 Melden
    • stadtzuercher 14.06.2015 15:45
      Highlight @poga, Wohlstand für die Massen scheint das beste Mittel gegen Überbevölkerung. In armen Ländern wächst die Bevölkerung, in wohlhabenden stagniert sie.
      25 1 Melden
    • poga 14.06.2015 15:49
      Highlight Ich wollte damit darauf anspielen, dass je mehr die Bevölkerung in der Schweiz wächst umso eher das mit der Umverteilung nicht funktionieren wird.@stefan. Je grösser die Anzahl der in der Schweiz lebenden Bevölkerung wird, desto grösser wird der gefühlte Dichtestress. Je grösser dieser wird, umso mehr fragen sich die Leute, wie das ganze noch finanziert werden soll. Und umso eher sagen sie dann Nein zu Umverteilungsvorlagen. Und wenn Sie dies als unsinnig bezeichnen wollen, denken Sie daran. Ich wollte nur auf das noch grössere Problem ansprechen.
      11 13 Melden
    • poga 14.06.2015 15:59
      Highlight @stadtzürcher Dein Input tönt interessant. Ich denke aber nicht zu machen. Dies vor allem weil unser Planet schon gar nicht in der Lage ist, uns alle im Überfluss zu ernähren...
      4 10 Melden
    • efrain 14.06.2015 19:41
      Highlight Global gesehen ist Überbevölkerung kein Problem; alle aktuellen Prognosen gehen von einer Stagnation in den nächsten Jahrzenten aus. Aber ich teile deine Bedenken:

      Das Problem ist viel mehr ein ähnliches wie die Kapitalakkumulation im Kapitalismus:es ist die Massierung von Wohlstand, welche Zuwanderung anzieht und gleichzeitig "Landflucht" aus ärmeren Gebieten mit sich zieht. Man sieht das schön beim Steuerwettbewerb. Alle Reichen ziehen an die gleichen Orte und bezahlen dort immer weniger Steuern - ärmere Gegenden verarmen durch den Wegzug von Wohlhabenden Personen und Firmen...
      12 1 Melden
  • stadtzuercher 14.06.2015 14:30
    Highlight Sharing economy - zum Glück ist der Begriff auf Ausländisch geschrieben, da muss man nicht so genau Auskunft geben darüber, was er bedeutet.
    Im übrigen - ungleiche Verteilung des Reichtums ist gemäss OECD die beste Wachstumsbremse. Da sind wir ja auf dem besten Weg, genügsamer und langsamer wachsend zu leben. Nicht der Weg der Linken, aber der Kapitalisten, aber zum linken Ziel führt er allemal.
    22 7 Melden

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