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Vor UBS-GV: Aktionärsvereinigung Actares kritisiert Ermottis Lohn scharf

epa11079731 Group Chief Executive Officer of Swiss Bank UBS, Sergio P. Ermotti speaks during a UBS media event on the sideline of the 54th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Sw ...
Wird bei der UBS fürstlich entlöhnt: Sergio Ermotti.Bild: keystone

«Masslos übertrieben» – Aktionärsvereinigung Actares kritisiert Ermottis Lohn

23.04.2024, 15:59
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An der bevorstehenden Generalversammlung der UBS vom Mittwoch dürfte der Lohn von Sergio Ermotti unter den Aktionären zu reden geben. Zwar arbeite der Bank-CEO «nach allen bisherigen Erkenntnissen erfolgreich», seine Vergütung sei jedoch «masslos übertrieben», kritisiert im Vorfeld etwa die Aktionärsvereinigung Actares.

Der Lohn von gut 14 Millionen Franken, den UBS-Chef Ermotti für seine neun Monate im Amt 2023 erhielt, sprenge «den üblichen Rahmen», schreibt Actares in einer Mitteilung vom Dienstag.

«Komplett unverständlich und ein Affront gegenüber den Schweizer Aktionärinnen und Aktionären, der Regierung und dem Schweizer Finanzsystem.»
Actares über Ermottis Lohn

In Anbetracht des starken Engagements des Bundes und «potenziell von Steuerzahlenden» nach der Übernahme der CS durch die UBS sei dieser Lohn «komplett unverständlich und ein Affront gegenüber den Schweizer Aktionärinnen und Aktionären, der Regierung und dem Schweizer Finanzsystem». Actares empfiehlt deshalb den Aktionären, an der GV alle Vergütungstraktanden abzulehnen.

Die Aktionärsvereinigung Actares
Die Aktionärsvereinigung Actares setzt sich vor allem bei Schweizer börsenkotierten Unternehmen für ein verantwortungsvolles Wirtschaften ein, insbesondere auch in Ländern des globalen Südens. Es handelt sich dabei um eine Vereinigung von Privatpersonen, NGOs und öffentlichen Institutionen. Die Vereinigung entstand im Jahr 2000 auf Initiative mehrerer Persönlichkeiten, darunter die Ethiker André Biéler und Édouard Dommen durch den Zusammenschluss zweier Schweizer Aktionärsvereinigungen, Canes (Aktionärsbindungsvertrag von Nestlé) und VkA (Vereinigung kritischer Aktionäre der UBS). (lak)

Weiter zeigt sich die Organisation unzufrieden mit den Nachhaltigkeitsbestrebungen der UBS. So fehle etwa die Verpflichtung zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Ausserdem müssten die Ziele sobald wie möglich extern validiert werden, um deren Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit zu stärken. Auch die Genehmigung des Nachhaltigkeitsberichts sei deshalb abzulehnen. Wegen der Wichtigkeit der Klimathematik empfehle die Organisation auch den Lagebericht zur Ablehnung und stellt sich gegen die Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung.

Insgesamt lehnt die Organisation «deutlich über die Hälfte» aller Anträge des Verwaltungsrates ab. Etwas weniger Ablehnung zeigt der Aktionärsvertreter Ethos. Er lehnt mit neun von insgesamt 29 Traktanden rund ein Drittel der Anträge ab. Auch Ethos ist gegen die Annahme des Vergütungs- und des Nachhaltigkeitsberichts.

Anders sehen es die beiden gewichtigen Aktionärsorganisationen ISS und Glass Lewis. Beide empfehlen den Aktionärinnen und Aktionären, sämtliche Traktanden an der GV anzunehmen, darunter auch die Vergütungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat sowie den Nachhaltigkeitsbericht. (awp/sda)

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quelle: keystone / michael buholzer
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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ananas_auf_Pizza
23.04.2024 16:17registriert März 2023
Gestern gab es noch einen Beitrag zu den "Monstersalären" von Chefärzten, welche sich im Bereich von Fr. 500'000.00 bewegen. Ermotti soll 14 Millionen (ich kann das kaum schreiben, es ist so absurd) verdienen? Wie nennt man dann diesen Lohn? Ober-giga-unglaublichviel-galaktisches- Monstersalär?
Und überhaupt: Wie lässt sich so eine Summe als Gegenleistung für Arbeit rechtfertigen?
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Dombru
23.04.2024 16:45registriert September 2019
Kann man den Gehalt rechtfertigen? Nein, Ermotti konnte soviel verlangen und der Verwaltungsrat hat das abgesegnet. Als normal Sterblicher kommt man nie in diese Lage oder verzichtet aus ethischen Gründen oder Anstand darauf.
Schlussendlich kann man als Einzelner nur entscheiden nicht Kunde der UBS zu sein.
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Clife
23.04.2024 16:09registriert Juni 2018
Was sagt uns das? Actares und Ethos unterstützen, ISS und Glass Lewis klar meiden.
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