Wirtschaft
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Banken-Rettung kostet Italien 6,6 Milliarden Euro

30.12.16, 09:39 30.12.16, 14:32


Der Rettungsplan für die seit Jahren kriselnde Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) wird den italienischen Staat 6,6 Milliarden Euro kosten.

Das teilte am Donnerstagabend die italienische Zentralbank mit. Insgesamt benötigt die Bank nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) 8,8 Milliarden Euro frisches Kapital für ihre Rettung.

Die Banca Monte dei Paschi di Siena in Siena. Bild: MATTIA SEDDA/EPA/KEYSTONE

Demnach schiesst der italienische Staat 4,6 Milliarden Euro direkt zu. Rund zwei Milliarden Euro kämen dazu, um die rund 42'000 Kleinanleger zu entschädigen, deren nachrangige Anleihen im Zug der Rettung in Aktien umgewandelt werden.

Die zu den 8,8 Milliarden Euro fehlenden 2,2 Milliarden Euro müssen institutionelle Anleger tragen - auch ihre Anleihen werden in Aktien umgewandelt; der Wertverlust soll ein Viertel betragen.

Italiens drittgrösste Bank und das älteste Geldinstitut der Welt ächzt unter einem riesigen Berg fauler Kredite. Darlehen im Gesamtvolumen von rund 45 Milliarden Euro werden vermutlich niemals zurückgezahlt. Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) Ende Juli schnitt die BMPS am schlechtesten ab.

Die EZB hat der Bank Zeit bis zum 31. Dezember gegeben, um ihre Finanzlage zu verbessern - ansonsten droht die Abwicklung. Die italienische Regierung zurrte bereits einen 20 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds für Banken fest. Als erste soll die BMPS davon profitieren.

(sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dmark 30.12.2016 11:41
    Highlight 45 Milliarden fauler Kredite? Das wird nicht reichen. Ich habe da von weit höheren Summen gelesen. Der Spiegel schrieb jüngst :"360 Milliarden Euro faule Kredite modern in italienischen Banken." Das ist weit mehr als Griechenland Schulden hat.
    Draghi ist zwar bereits kräftig am "Umschichten" fauler Papiere von Süd- nach Nordeuropa; aber ob das etwas bringt? Wenn nicht, dann zahlen Deutschland, die Benelux, Österreich und Frankreich die Zeche.
    7 0 Melden
    • Neuromancer 30.12.2016 14:15
      Highlight Ja wenn es der Spiegel schreibt, wird's wohl stimmen...
      4 0 Melden
    • Sapere Aude 30.12.2016 14:41
      Highlight Mit der Einführung des Euros dachte jeder konsequentsloses Schuldenmachen sei jetzt möglich. Damit haben südliche Staaten den Konsum und den Ausbau der Infrastruktur auf Pump finanziert, während die Staaten und Banken aus dem Norden mit Freude finanziert, denn irgendwer muss ja die Produkte gerade der deutschen Überproduktion aufkaufen. Ist die Schuldenpolitik Griechenlands, Italiens oder Spaniens deshalb zu entschuldigen? Nein, nur tragen Kreditgeber eben auch ihre Verantwortung, aus welcher diese sich schlicht gestohlen haben. Blutet tut am Ende der Bürger.
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