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epa05138467 A picture dated 30 January 2016 showing the mosquito Aedes Aegypti in San Jose, Costa Rica. Costa Rica's Health Ministry announced on 31 January 2016, that as part of efforts to combat the Aedes Aegypti that transmits zika, dengue and chikunguna, it plans to use a bacteria to attack it. The bacteria called 'spinosad' (Saccharopolyspora spinosa) is applied as a pill in water tanks large, natural or not, where mosquito breeding is suspected. A panel of WHO-appointed experts is to meet 01 February 2016 to advise WHO chief Margaret Chan  whether the situation should be classified as a so-called public health emergency of international concern, as was the case with Ebola.  EPA/Jeffrey Arguedas

Die Tigermücke – ihre Stiche können den Zika-Virus übertragen.
Bild: EPA/EFE

Globaler Gesundheitsnotstand: WHO erklärt dem Zika-Virus den Krieg

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus einen «weltweiten Gesundheitsnotfall» ausgerufen. «Wir müssen handeln», sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag nach einer Dringlichkeitssitzung in Genf.

Derzeit grassiert das von Stechmücken übertragene Virus vor allem in Süd- und Mittelamerika. Es ist insbesondere für Ungeborene während der Schwangerschaft gefährlich.

An der Telefonkonferenz von Gesundheitsexperten und ranghohen WHO-Vertretern nahmen nach Angaben eines WHO-Sprechers die Vertreter von zwölf Mitgliedstaaten teil. Derzeit breitet sich das von Stechmücken übertragene Virus vor allem in Süd- und Mittelamerika aus. Am stärksten betroffen ist Brasilien.

epa05138872 Professor David L. Heymann (L), Chair of the Emergency Committee, sits next to China's Margaret Chan (R), General Director of the World Health Organization, WHO, as he informs to the media during a press conference after the first Meeting of the International Health Regulations (IHR) Emergency Committee concerning Zika virus, at the World Health Organization (WHO) headquarters in Geneva, Switzerland, 01 February 2016. The Zika virus outbreak constitutes a public health emergency of international concern, the World Health Organization said.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

WHO erklärt dem Zika-Virus den Krieg.
Bild: EPA/KEYSTONE

Chan hatte vergangene Woche vor einer «explosionsartigen» Ausbreitung der Epidemie in der Region gewarnt. Ihre Organisation rechnet mit drei bis vier Millionen Fällen in diesem Jahr. Inzwischen wurde das Virus auch in Nordamerika, Europa und in Indonesien diagnostiziert.

In der Schweiz waren dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis am Montag zwei Fälle von Reiserückkehrenden bekannt, die sich mit dem Zika-Virus angesteckt haben. Die Personen waren aus Haiti und Kolumbien zurückgekehrt.

Was steckt hinter dem Zika-Virus?

80 Prozent der Infizierten ohne Symptome

Das Zika-Virus wird durch Stiche der Tigermücken übertragen. Gemäss BAG-Angaben verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus in 80 Prozent der Fälle symptomlos. Bei den übrigen 20 Prozent der Infizierten führt das Zika-Virus zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich.

Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen – bei ihnen steht es im Verdacht, Mikrozephalie auszulösen: Babys kommen dann mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt, sind deshalb oftmals geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen.

Allein in Brasilien wurden seit Oktober mehr als 3700 Neugeborene mit Verdacht auf Mikrozephalie registriert, etwa 50 von ihnen sind inzwischen gestorben. Insgesamt geht Brasilien von bis zu 1,5 Millionen Verdachtsfällen aus.

epa05129410 A picture available on 27 January 2016 shows transgenic mosquitoes in a laboratory in Piracicaba, Sao Paulo, Brazil, 26 January 2016. Every week, 800,000 genetically modified mosquitoes are released in Piracicaba to combat the Aedes aegypti, the mosquito that transmits dengue fever and Zika. The transgenic mosquitoes mate with wild mosquitoes and transmit them a lethal gene avoiding descendants to reach the adult age, which results in decreasing of mosquitoes population.  EPA/SEBASTIAO MOREIRA

Tigermücke in Brasilien.
Bild: EPA/EFE

Die WHO spricht von einer zeitlichen und räumlichen Übereinstimmung der Fehlbildungen mit der Ausbreitung des Zika-Virus. Wissenschaftlich ist ein Zusammenhang aber nicht bewiesen.

Bei der Sitzung habe Einigkeit geherrscht über die Notwendigkeit, die internationalen Bemühungen bei der Erforschung der Krankheit zu koordinieren, sagte Chan. Die geographische Ausbreitung der Mückenart, die das Virus überträgt, der Mangel an Impfungen und verlässlichen Diagnosen und die mangelnde Immunität der Bevölkerung seien Gründe zur Besorgnis.

So bekämpft Südamerika das Zika-Virus

Keine Reisewarnung

Derzeit gibt es keine Therapie gegen eine Erkrankung, und die Entwicklung eines Impfstoffs dürfte laut WHO mehr als ein Jahr dauern.

Bislang warnt die Organisation aber noch nicht vor Reisen in die betroffenen Gebiete, sondern rät lediglich, sich vor Mückenstichen zu schützen. Neben der Mikroenzephalie kann das Virus auch das Guillain-Barré-Syndrom, eine Nervenkrankheit, auslösen. (sda/afp)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 02.02.2016 03:48
    Highlight Highlight Ich frage mich einfach je länger je mehr, inwiefern und inwieweit die WHO mit der Pharmalobby verbandelt oder von ihr abhängig ist.
    3 5 Melden
  • malu 64 02.02.2016 01:39
    Highlight Highlight Einige Leute werden mit dieser
    Hysterie viel Geld verdienen. Zudem werden durch die Pestizide
    auch andere wichtige Lebewesen
    getötet.
    Politiker die diese Aktion ausgelöst
    haben werden von den Leuten
    mit Wahlstimmen und von der
    Pestizid Industrie mit Pulver
    versorgt.
    2 4 Melden
  • TheMan 01.02.2016 23:40
    Highlight Highlight Wie wäre es mal die Ursache zu nennen. Warum es Plötzlich so viele Kranke gibt und die Mücken der Auslöser. Mal überleggt, vielleicht könnte es sein, das die Menschheit dieser Mücke die Lebensgrundlage sprich Urwald Wegholzt. Die Natur schlägt halt nun einfach mal zurück. Aber ich denke die Menschheit möchte das nicht sehen.
    5 1 Melden
  • Jo Meros 01.02.2016 21:21
    Highlight Highlight Nun ja…verharmlosen weil ja schon so viele Viren da waren die letzten Jahre ist wohl Mainstream grad.

    Was aber mich interessiert ist, was diese Story mit der Firma Oxitec zu tun hat. Stichworte Genveränderungen an Moskitos und Patente auf Leben. Analog von Montesantos Wunsch Patente auf Gemüsearten zu lancieren.

    Wär doch mal was liebe Watson Leute….

    18 4 Melden
    • kmaloney 01.02.2016 21:56
      Highlight Highlight Bei 4000 Verdachtsfälle von Mikrozephalie bei 3000000 Geburten pro Jahr in Brasilien = 1.3 Verdachtsfälle auf 1000 Geburten.Damit ist noch nicht einmal die Grenze für eine Pandemie erreicht.

      von den 4‘000 Verdachtsfälle wurden zudem erst wenige überprüft. Nur bei aktuell 270 Meldungen besteht aufgrund von Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen der begründete Verdacht auf eine Verkleinerung des Schädels. Nur bei 0.15 % der gemeldeten Fälle wurde tatsächlich das Zika-Virus nachgewiesen... oder 0.0002 % der Bevölkerung Brasiliens...

      Kann mir also jemand erklären, was diese ganze Hysterie soll?
      11 3 Melden
    • toofast2.0 01.02.2016 23:59
      Highlight Highlight wenn ich dein Input lese, denke ich, dass man es dir nicht erklären muss..
      3 1 Melden
  • _kokolorix 01.02.2016 20:55
    Highlight Highlight und alle jahre wieder ruft die who einen globalen notstand aus. ist diesen leuten echt nicht bewusst wie lächerlich das ist?
    da wird bewusst aus einer mücke ein elefant gemacht und die pharmaindustrie verdient kräftig daran wenn die regierungen in blinder panik wirkungslose medikamente zu überteuerten preisen kaufen. nach ein paar monaten redet kein mensch mehr davon, aber etliche millionen haben den besitzer gewechselt.
    na ja, wer nichts kann und wer nichts ist, wird eben lobbyist
    17 19 Melden
    • _kokolorix 02.02.2016 06:27
      Highlight Highlight es wird ja auch kein medikament gegen die schädelmissbildung gesucht. es wird eine impfung gegen ein virus entwickelt, dessen infektion für fast alle keine symptome hat. in weniger als 10% der 4000 fälle wird ein zusammenhang mit dem virus vermutet. auf einer so dünnen faktenlage einen globalen notstand ausrufen, ich weiss nicht. wenn der impfstoff in einem jahr freigegeben wird, kann man damit weltweit milliarden verdienen. ein schelm wer böses dabei denkt...
      den verdacht untersuchen ist ja voll in ordnung, aber den betroffenen könnte mit sehr viel weniger geld viel effektiver geholfen werden
      0 0 Melden
  • kEINKOmmEnTAR 01.02.2016 20:37
    Highlight Highlight Vielleicht ist die Übersetzung blöd oder mir ist eine falsche Definition von einem globalen Gesundheitsnotstand bekannt aber für mich ist ein globaler Notstand erst dann erreicht wenn die zu Welt zu kollabieren droht und nicht wenn höchstens 1% der Menschen einer ernsthafte Erkrankung erleiden.
    7 14 Melden
    • Thanatos 01.02.2016 21:03
      Highlight Highlight Nun ja, wenn die Anzahl der neugeborenen Kinder mit Schädelmissbildungen um 400% steigt, begrüsse ich diese Massnahmen.
      23 6 Melden
    • Skeagle 01.02.2016 21:07
      Highlight Highlight Finde auch der Begriff "globaler Gesundheitsnotstand" hört sich für die jüngsten Ereignisse ein bisschen zu dramatisch an. Natürlich ist der Virus nicht harmlos und sollte bekämpft werden aber die Formuliereung hört sich eher wie eine Zombieapokalypse an.
      10 6 Melden

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