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Wer eingebürgert wird, integriert sich schneller und besser



Je früher, desto besser: Eingebürgerte integrieren sich schneller. Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds SNF unterstützte Studie.

28.09.15, 21:02 29.09.15, 06:50
Ein Mann haelt einen biometrischen Schweizer Pass in der Hand, aufgenommen am 10. Februar 2014 in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)

A man holds a Swiss biometric passport, pictured in Bern, Switzerland, February 10, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Wer diesen in den Händen hält, integriert sich schneller und besser.
Bild: KEYSTONE

Die Einbürgerung von Migrantinnen und Migranten wirke wie ein Katalysator für die Integration, heisst es in einer SNF-Mitteilung vom Montag zur Studie der Universitäten Zürich, Stanford und Mannheim.

Die schnellere Integration von Eingebürgerten zeige sich über alle untersuchten Gruppen hinweg – von gut bis hin zu schlecht ausgebildeten Menschen, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Besonders stark profitierten von der Einbürgerung Menschen aus der Türkei und aus Ex-Jugoslawien, welche zu marginalisierten Migrantengruppen gehörten.

Über 700 Personen befragt

Grundlage der Studie ist der Datensatz von anonymen Abstimmungen über Einbürgerungsgesuche in Deutschschweizer Gemeinden von 1970 bis 2003. Von den Gesuchstellern wählten die Wissenschaftler 768 Personen aus, deren Einbürgerungsgesuch entweder knapp angenommen oder knapp abgelehnt worden ist.

Die Befragung zeigte, dass die seit mehr als 15 Jahren Eingebürgerten sozial und politisch viel besser integriert sind als jene, deren Gesuch damals abgelehnt wurde.

Diese Gesuchsteller unterschieden sich kaum in Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprachkenntnissen oder Aufenthaltsdauer in der Schweiz. «Für Migranten, die nur ein paar Ja-Stimmen auseinander liegen, war es letztlich reine Glückssache, ob sie die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten oder nicht», wird Mit-Autor Jens Hainmueller von der Universität Stanford in der Mitteilung zitiert.

Die Wissenschaftler befragten die rund 700 Personen per Telefon, unter anderem zu ihrem Wissen über Schweizer Politik und ihrer politischen Partizipation. Die Befragung zeigte, dass die seit mehr als 15 Jahren Eingebürgerten sozial und politisch viel besser integriert sind als jene, deren Gesuch damals abgelehnt wurde.

Eingebürgerte verfügten beispielsweise über ein politisches Wissen, welches vergleichbar sei mit jenem von gebürtigen Schweizerinnen und Schweizern. Knapp Abgelehnte hingegen blieben politisch marginalisiert, heisst es in der Mitteilung.

«Unsere Studie zeigt, dass sich eine gewisse Reduktion positiv auf die Integration und damit für die gesamte Bevölkerung auswirken könnte.»

Dominik Hangartner, Politikwissenschafter Uni Zürich

Bei den letzten nationalen Wahlen sei zudem die Wahlbeteiligung der untersuchten Eingebürgerten bei 58 Prozent gelegen, heisst es in der Studie. Dies sei bemerkenswert, zumal die Beteiligung der Schweizer, welche den Pass seit Geburt besitzen, bei 52 Prozent gelegen habe.

Je früher, desto besser integriert

Die positiven Effekte der Einbürgerung seien umso grösser, je früher sich jemand einbürgern lasse, wird Mit-Autor Dominik Hangartner zitiert, Politikwissenschaftler an der Universität Zürich und an der London School of Economics.

Mit zwölf Jahren Aufenthaltsdauer gehe es in der Schweiz im europäischen Vergleich lange, bis sich ein Immigrant einbürgern lassen könne. «Unsere Studie zeigt, dass sich eine gewisse Reduktion positiv auf die Integration und damit für die gesamte Bevölkerung auswirken könnte», so Hangartner.

Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in den Fachzeitschriften Proceedings of the National Academy of Sciences und den «SSRN Working Paper Series». (sda)

Wie gut kennst du die Schweizer Demokratie? Mach das Quiz!

1.Welche drei politischen Mittel gibt es, um eine Volksabstimmung zu erzwingen?
ZUM 5. JAHRESTAG DER ABSTIMMUNG DER MINARETT INITIATIVE VOM 29. NOVEMBER 2009, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR PAUSCHALBESTEUERUNG ZUR VERFUEGUNG -  Ulrich Schlueer vom Initiativkomitee, rechts, und SVP Grossrat Thomas Fuchs (BE) reichen am Dienstag, 8. Juli 2008, in Bern die Anti-Minarett-Initiative ein. (KEYSTONE/Peter Schneider)
KEYSTONE
Initiative, obligatorisches Referendum, fakultatives Referendum
Initiative, Referendum, Demonstration
Initiative, obligatorisches Referendum, Facebook-Diskussion
2.Wie viele Unterschriften werden in der Schweiz für eine Volksinitiative benötigt?
Buergerliche PolitikerInnen und Vertreter der Strassenverkehrsverbaende reichen am Montag, 10. Maerz 2014 in Bern bei der Bundeskanzlei die Unterschriften zur Eidgenoessischen Volksinitiative
KEYSTONE
50’000
100’000
1 Prozent der Bevölkerung
50 Nationalräte
3.Was wird mit einer Volksinitiative erreicht?
Ein Mann geht ins Wahllokal im Rathaus in Basel am Sonntag, 28. September 2014. In Basel wird ueber den Grossratsbeschluss vom 25. Juni 2014 betreffend Aenderung der Verfassung des Kantons Basel-Stadt (Gegenvorschlag zur zurueckgezogenen kantonalen Volksinitiative fuer die Fusion der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft) abgestimmt. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
KEYSTONE
Es wird ein Gesetzesvorschlag gemacht.
Das Gesetz wird geändert.
Es wird eine Verfassungsänderung vorgeschlagen.
Es wird eine Petition erstellt.
4.Was ist nötig, damit ein fakultatives Referendum vors Volk kommt?
epaselect epa04064186 Ballots are counted in Zurich, Switzerland, 09 February 2014. Swiss citizens vote on the initiative 'Against Mass Immigration' launched by the Swiss People's Party (Schweizerische Volkspartei, SVP) which want to limit the annual numbers of migrant workers to Switzerland. Most political parties and business groups warned that such a step could have negative consequences for Swiss relations with the European Union, the country's most important trading partner. Swiss voters are deeply divided on whether to place limits on immigration, according to a first projection of Sunday's referendum on the subject.  EPA/WALTER BIERI
EPA/KEYSTONE
50’000 Unterschriften in 3 Monaten
50’000 Unterschriften in 30 Tagen
50’000 Unterschriften in 100 Tagen
70’000 Unterschriften in 5 Monaten
5.Wann gilt eine Volksinitiative als angenommen?
Ein Plakat ''Volksvermoegen schuetzen - Goldinitiative, JA
KEYSTONE
Die Parteien, die im Bundesrat vertreten sind, müssen die Initiative befürworten.
Das Volk muss die Initiative erst annehmen und dann kann der Bundesrat entscheiden, ob sie umgesetzt wird.
Mehr als die Hälfte der gültigen Stimmzettel müssen die Initiative befürworten, und mehr als die Hälfte der Kantone müssen der Volksinitiative zustimmen.
6.Wie ergreift man ein Referendum?
In Zuerich sammelte das Komitee fuer die legale Abtreibung Unterschriften fuer eine eidgenoessische Initiative, aufgenommen am 5. August 1971. (KEYSTONE/Str)
KEYSTONE
Ein Komitee gründen (freiwillig), Unterschriften sammeln und nach 100 Tagen einreichen.
Auf der E-Votingplattform ein Referendum starten.
Eine Facebook-Seite erstellen.
7.Wer beschliesst Gesetze in der Schweiz?
Der Nationalrat
Der Ständerat
National- und Ständerat gemeinsam
Der Bundesrat
8.Wie viele Vorlagen wurden seit 1848 auf Bundesebene dem Volk zur Abstimmung vorgelegt? (Stand 27. November 2014)
Frauen gehen in Commugny (VD) zum ersten Mal an die Urne, undatierte Aufnahme von 1959. Am 1. Februar 1959 gaben die Waadtlaender per Abstimmung das Recht, kuenftig ebenfalls an diesem Maennerprivileg teilzunehmen. Der sonst eher konservative Kanton am Genferseee fuehrte als erster Kanton der Schweiz das Frauenstimmrecht ein. (KEYSTONE/Str)
KEYSTONE
858
603
299
445
9.In welchem Kanton gibt es eine Stimmpflicht?
Auszaehlen der Stimmzettel in einem Schulhaus in Zuerich am Sonntag, 9. Februar 2014. Das Schweizer Stimmvolk stimmt heute unter ueber die Fabi-Vorlage (Finanzierung- und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP, sowie die Initiative
KEYSTONE
Uri
Genf
Schaffhausen
Kein Kanton kennt die Stimmpflicht
10.Wie viel Prozent der weltweit durchgeführten Volksabstimmungen werden in der Schweiz abgehalten?
epa04498662 Pro-reform protesters raise signs rejecting the upcoming elections during a rally following Friday prayers in Duraz village, north of Manama, Bahrain, 21 November 2014. Tension on the streets of Bahrain escalated on the eve of the 22 November 2014 parliamentary and municipal elections, with limited clashes continuing between police and pro-reform protesters boycotting the elections. Bahrain leading opposition groups announced in October that they will be boycotting the elections demanding further democratic reforms and release of prisoners as condition to participate.  266 candidates are running to fill the 40 seats of the parliament while another 153 candidates are running for the various municipality council seats.  The run-off elections are set for 29 November 2014.  EPA/MAZEN MAHDI
EPA/EPA
50 Prozent
40 Prozent
70 Prozent
100 Prozent
11.In welchem Kanton dürfen bereits 16-Jährige abstimmen?
ARCHIVE --- VOR 25 JAHREN, AM 26. NOVEMBER 1989, WURDE UEBER DIE ARMEEABSCHAFFUNGS-INITIATIVE DER GRUPPE SCHWEIZ OHNE ARMEE ABGESTIMMT. DIE RADIKALE INITIATIVE DER GSOA WURDE IM VORFELD DER ABSTIMMUNG IN DER GESELLSCHAFT HEISS DISKUTIERT UND ERZIELTE MIT FAST 36% JA-STIMMEN EINE ÜBERRASCHEND HOHE ZUSTIMMUNG --- One month before the voting on the initiative
KEYSTONE
Bern
Glarus
Schaffhausen
Jura
12.Wann wurde in der Schweiz das Frauenstimmrecht auf Bundesebene eingeführt?
ARCHIVE --- DIE ZUERCHER FRAUENZENTRALE FEIERT AM 8. MAERZ IHR 100JAEHRIGES BESTEHEN. ZU DIESEM JUBILAEUM STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD AUS DEN AKTIVITAETEN DIESES DACHVEBANDES DER FRAUENORGANISATIONEN IM KANTON ZUERICH ZUR VERFUEGUNG --- Mitglieder und Sympathisanten der Frauenzentrale, des Frauenstimmrechtvereins und anderer politischer Frauengruppen demonstrieren am 1. Februar 1962 in Zuerich, Schweiz, fuer die Einfuehrung des Frauenstimmrechts auf eidgenoessischer Ebene, das am 1. Februar 1959 an der Urne abgelehnt wurde.  (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Bruell) === ONE TIME USE ONLY, NO SALES, NO ARCHIVES ===
PHOTOPRESS-ARCHIV
5. Mai 1993
11. November 1918
9. November 1989
7. Februar 1971

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 29.09.2015 02:06
    Highlight Die Schweiz praktiziert praktisch das Doppelbürgertum d.h. der Schweizerpass wird als Zusatz zum Pass des Herkunftsland vergeben. Mein Verständnis ist, dass ein Schweizer nur jemand ist, der einen (Schweizer-)Pass hat. Wer zwei Pässe hat, ist und bleibt ein Doppelbürger z.B Franzose mit Schweizer Bürgerrecht.
    Ich kann nachvollziehen, dass Personen, welche sich auf einen Schweizerpass und damit ein neues Heimatland einlassen, höhere Integrationsabsichten haben. Dies kann ich bei Doppelbürgern, die sich eine Rückzugsmöglichkeit in ihr Heimatland offen halten, einfach nicht nachvollziehen.
    16 7 Melden
  • PewPewPew 28.09.2015 23:20
    Highlight Kann mir jemand erklären, wie die Studie zu solchen Schlüssen kommt?

    "Die Befragung zeigte, dass die seit mehr als 15 Jahren Eingebürgerten sozial und politisch viel besser integriert sind als jene, deren Gesuch damals abgelehnt wurde."

    Vielleicht wurden die nicht eingebürgerten gerade aus dem Grund abgelehnt, dass sie sich sozial und politisch NICHT gut integrierten bzw. schlechte Aussichten auf gute Integration hatten? Für mich klingt es ehrlich gesagt so, als ob die Daten recht willkürlich interpretiert wurden.
    31 6 Melden
    • remim 29.09.2015 01:47
      Highlight Man sollte die Medienmitteilung des SNF lesen. Zitat: Die Forschenden haben sich für ihre Untersuchung eine umstrittene Einbürgerungspraxis zu Nutzen gemacht, die heute in dieser Form unzulässig ist: Die anonyme Urnen-Abstimmung über Einbürgerungsgesuche in 46 Deutschschweizer Gemeinden zwischen 1970 und 2003. Anhand dieser quantitativen Datenbasis von insgesamt 2225 Einbürgerungsgesuchen konnten sie 768 Personen ausfindig machen, deren Gesuche entweder knapp angenommen oder abgelehnt worden waren.
      Ob wohl Gesuche die an der Urne gefällt werden professionell sind, darf bezweifelt werden.
      6 3 Melden
    • Knut Atteslander 29.09.2015 10:47
      Highlight Eben nicht, es wurden ja die Grenzfälle betrachtet. Daher: die Fälle bei denen die Einbürgerung anhand einzelner (nicht signifikanten, da zufälligen) Stimmen scheiterte / glückte.
      0 1 Melden
  • wasylon 28.09.2015 21:41
    Highlight Also ich wäre für die erleichterte Einbürgerung von Secondos. Wenn im Gegenzug das Doppelbürgerrecht abgeschafft wird.
    19 34 Melden
  • pbs64 28.09.2015 21:24
    Highlight Darum !
    Erstes Semester...
    Statistiken die erste Lüge.

    Punkt.
    29 13 Melden
  • Mafi 28.09.2015 21:08
    Highlight Das heisst nicht, dass jeder der hier wohnt einfach den Schweizer Pass kriegen soll. Zeigt aber, dass man vor allem 2. oder 3. Generations-Ausländern vereinfacht (NICHT Automatisch) den Pass geben soll.
    39 12 Melden
    • Dä Brändon 28.09.2015 21:20
      Highlight Ach komm Mafi (Mafalda), ich gehe davon aus, dass du Italienerin bist. Jetzt sei mal ehrlich, wenn man in der Schweiz zur Welt kommt, sollte man automatisch den Pass bekommen dürfen. Meine Eltern sind Einwanderer, ich bin hier geboren und meine Schweiz-Kenntnisse sind weit überdurchschnittlich. Die Einbürgerung war ein Witz und doch weiss ich, dass manch "Eidgenosse" Mühe hätte.
      43 31 Melden
    • Mafi 28.09.2015 21:53
      Highlight @Brändon, nein ich bin Schweizer, und ich bin ein Junge ;)
      Bis auf meinen Grossvater (geboren in Deutschland), der eingebürgeter Schweizer ist, ist meine Familie aus der Schweiz.

      Automatisch? Nein. Das wäre meiner Meinung zu einfach. Man muss sich schon darum kümmern. Vonwegen Schweiz-Kenntnissen und so weiter bin ich mit dir einverstanden.
      26 10 Melden
    • Dä Brändon 29.09.2015 20:52
      Highlight Ja aber was soll sich den einer darum bemühen der in der Schweiz zur Welt kommt? Dann müsste ja jeder bei der Geburt Staatenlos sein und sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen.
      2 1 Melden
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