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Atom-Endlager

«Wir wollen das Tiefenlager nicht im Aargau»

Der Aargauer Baudirektor Stephan Attiger ist überrascht, dass die Nagra nur noch zwei Endlager-Standorte weiterverfolgen will. Und er kündigt jetzt schon Widerstand an für den Fall, dass der Atommüll aus politischen Gründen im Aargau entsorgt werden sollte.

Mathias Küng / Aargauer Zeitung

Ein Artikel der

Der neu gewaehlte Regierungsrat Stephan Attiger, FDP, gibt Interviews bei den Regierungsratswahlen vom Sonntag, 21. Oktober 2012, im Regierungsgebaeude in Aarau. Die Aargauer Waehlerinnen und Waehler bestimmten am Sonntag die politische Zusammensetzung von Regierung und Parlament neu. Die beiden Erneuerungswahlen finden erstmals gemeinsam statt. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der Aargauer Baudirektor Stephan Attiger.   Bild: KEYSTONE

Herr Regierungsrat, man erwartete allgemein, dass die Nagra zwei der bisherigen sechs möglichen Tiefenlager-Standorte streichen werde. Jetzt hat sie vier gestrichen und schlägt nur noch zwei vor. Hat Sie das auch überrascht?
Stephan Attiger: Wir wussten, dass eine Einengung erfolgen und der eine oder andere Standort wegfallen werde. Die Einengung auf nur noch zwei Standorte und damit auf das Minimum der möglichen Optionen, hat die Aargauer Regierung tatsächlich ausserordentlich überrascht. Da schliesslich der Bundesrat entscheidet, könnten weiterhin auch von der Nagra gestrichene Standorte in Frage kommen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass man da nicht mehr zurück kann. 

Sie sind aber wohl nicht überrascht, dass der Aargau mit der Region Jura Ost «im Rennen» bleibt? 
Dass diese noch dabei sind, ist keine Überraschung. Zu klären ist aber, warum die anderen vier wegfallen sollen. Das Gebiet Südranden im Schaffhausischen zum Beispiel ist auch als möglicher Favorit gehandelt worden. Eins ist mir sehr wichtig: Die Aargauer Regierung sagt klar, wir wollen das Tiefenlager im Aargau nicht. Wir nehmen so schon grosse Belastungen auf uns. Wir haben zum Beispiel neben den Kernkraftwerken das Zwischenlager, in dem die Fässer jahrzehntelang zwischengelagert werden. Aber wir stehen auch zur Aussage: Es muss der sicherste Standort sein.

Sie sagen, es müsse der sicherste Ort sein, aber nicht hier, weil der Aargau genug andere Lasten habe. Das ist doch ein Widerspruch.
Nein. Zentral ist die Sicherheit, daran gibt’s nichts zu deuteln. Zu dieser Aussage steht auch die Zürcher Regierung, mit der wir in gutem Kontakt sind. Sollte sich indes herausstellen, dass zwei oder mehr Standorte gleichwertig sind, gehen wir davon aus, dass das Tiefenlager nicht in den Aargau kommt.

Sie betonen, die Sicherheit müsse den Ausschlag geben. Viele Leute erwarten letztlich aber einen politischen Entscheid und dass der Atommüll am Schluss sowieso im Aargau landet.
Sollte am Schluss ein politischer Entscheid resultieren, machen wir einen Aufstand. Der Entscheid muss dereinst 100 Prozent faktenbasiert sein. Auch die Kosten wären absolut kein Argument. Einen politischen Standortentscheid würden wir niemals akzeptieren. 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 31.01.2015 05:00
    Highlight Highlight
    Tiefenlager für Atommüll: International nach Lösungen suchen!

    Muss denn wirklich jedes Land mit Atomkraftwerken ein eigenes Tiefenlager betreiben? Sind die Risiken einer Vielzahl von Tiefenlagern, womöglich noch an nur bedingt geeigneten Standorten, nicht höher als bei international koordinierten, geologisch am besten geeigneten Standorten? Für alles und jedes werden internationale Lösungen gesucht, nur beim Atommüll scheint dies nicht zu funktionieren.
  • Lumpirr01 30.01.2015 15:17
    Highlight Highlight Richtig Herr Attinger, dass sie sich gegen dieses Lagers für Atommüll im Aargau wehren. Die NAGRA denkt wohl, dass im Aargau der politische Widerstand am kleinsten ist, weil da ja schon 3 Atommeiler stehen. Die Zeiten sollten endlich vorbei sein, wo der Aargau gerade für jeden Mist recht ist, der die andern Kantone nicht wollen wie z. Bsp. Fluglärm, Kiesgruben, Zementfabriken, Atomkraftwerke und Lagerhallen, wobei die Steuerdomizile dieser Firmen logischerweise ausserkantonal liegen............

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