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Rettungskräfte und Rega-Helkopter am Unglücksort.  Bild: EPA/KEYSTONE/REGA

Auf Skitouren und abseits der Pisten

Schwarzer Tag in den Alpen: Sechs Menschen sterben bei Lawinen am Piz Vilan, in Mürren und Adelboden

In den Bündner, Berner und Walliser Alpen sind am Samstag bei mehreren Lawinenniedergängen insgesamt sechs Personen ums leben gekommen. Das folgenschwerste Unglück ereignete sich in Graubünden.

Publiziert: 31.01.15, 19:16 Aktualisiert: 31.01.15, 23:28

Ein Lawine riss am Samstagnachmittag in Graubünden sieben Skitourenfahrer mit und verschüttete sie. Drei Personen konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt mit der Rega ins Spital geflogen, eine davon starb später im Spital.

Die neunköpfige Skitourengruppe befand sich am Samstag auf einer Skitour zum Piz Vilan im Prättigau. Bei der Abfahrt Richtung Seewis GR löste sich in einer Höhe von rund 2200 Metern über Meer eine Lawine und riss sieben Personen mit. Die Tourengänger waren alle mit Lawinensuchgeräten ausgerüstet.

Die vier Verletzten wurden in Spitäler nach St. Gallen, Zürich und Chur geflogen. Eine Person verstarb später an ihren schweren Verletzungen. Die Rettungskräfte boten für die beiden unverletzten Kollegen ein Betreuungsteam auf.

Bei der Rettung standen drei Rega-Helikopter, ein Helikopter der Heli Bernina und ein Helikopter der Swiss Helicopter im Einsatz. Vor Ort waren auch ein Rettungsteam der SAC Sektion Prättigau mit acht Personen und einem Lawinenhund.

Zwei Tote im Berner Oberland 

In Mürren im Berner Oberland geriet ein Snowboarder in der Region Schilthorn ausserhalb der Pisten und unterhalb der Station Birg in ein Schneebrett. Der 28-jährige Basler konnte zwar von Suchhunden lokalisiert, aber von den Helfern nicht mehr gerettet werden, wie die Kantonspolizei Bern am Abend mitteilte.

Das Schneebrett löste sich unterhalb der Station Birg (Archivbild) Bild: KEYSTONE

Erneut zu einem tödlichen Lawinenunglück kam es am Samstag auch in Adelboden, wo bereits am Freitagnachmittag ein Mann in einem Schneebrett gestorben war. Diesmal geriet ein 31-Jähriger aus dem Kanton Freiburg im Gebiet Luegli im Skigebiet Hahnenmoss abseits der Skipiste in ein Schneebrett.

Zwar konnte der Mann geborgen und ins Spital geflogen werden. Dort verstarb er aber am Abend, wie es weiter hiess. 

Erhebliche Lawinengefahr

Glimpflich ging ein Lawinenunfall oberhalb von Verbier VS aus. Am Samstagmittag waren zwei Skifahrer von einer Lawine verschüttet worden. Die Rettungskräften konnten sie schnell aus den Schneemassen befreien. Die Skifahrer wurden leicht verletzt. Ein Helikopter flog sie zur Kontrolle ins Spital.

Die Lawine ging auf 2600 Metern über Meer in der Region des Col du Crebelet ab. Wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte, war eine Gruppe ausländischer Skifahrer ausserhalb der markierten Pisten unterwegs.

Auf dem gesamten Kantonsgebiet des Wallis herrscht derzeit erhebliche bis grosse Lawinengefahr. Die Schneedecke ist sehr störanfällig. Dabei gehen Lawinen spontan ab oder werden schon durch einzelne Schneesportler ausgelöst.

Im übrigen Alpenraum gilt gemäss dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Touren erforderten deshalb grosse Vorsicht und Zurückhaltung. (dhr/trs/sda) 

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