Bombardier zum SBB-Pannenzug: «Haben 75% der Störungen behoben»
400 Meter lang, 1300 Passagiere, 4 Jahre Verspätung: Der neue Intercity der SBB ist da
Die SBB präsentierten im Mai 2017 ihren neuen Intercity-Zug erstmals den Medien. Der Zug mit dem Namen «Twindexx Swiss Express» wird von der Firma Bombardier hergestellt. Hier steht er im Bahnhof Interlaken bereit für die Abfahrt.
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Der neue Intercity-Zug hat eine Länge von 400 Metern und Kapazität für 1300 Passagiere – das sind zehn Prozent mehr als in den längsten der bisherigen Intercity-Züge. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Blick in die 1. Klasse: Die SBB nennen ihr neustes Kind «FV Dosto», für Fernverkehr-Doppelstöcker. Die Bundesbahnen brauchten Geduld, bis es so weit war: Ursprünglich hätten die Züge schon 2013 auf die Schienen kommen sollen.
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Einsprachen der unterlegenen Konkurrenten gegen den 1,9-Milliarden-Auftrag für Bombardier und technische Probleme sorgten für die massive Verspätung von vier Jahren. Jetzt soll es aber schnell gehen: 80 Prozent der benötigten Tests wurden gemäss Bombardier bereits durchgeführt, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 soll der FV Dosto in Betrieb genommen werden.
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Insgesamt 59 Doppelstöcker haben die SBB bei Bombardier bestellt. Äusserlich unterscheidet sich der neue Zug nicht gross vom bisherigen IC-Modell. Doch im Innern ist vieles neu, ebenso bei der Technik.
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Blick in die 2. Klasse: Der Zug erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Dank neuer Technologie kann der «FV Dosto» schneller Kurven fahren. Das bringt einen Zeitgewinn von bis zu 15 Prozent.
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Weitere Neuerungen: Mehr Steckdosen, Signalverstärker für besseren Telefon- und Datenempfang, grössere WCs mit Wickeltischen und elektronische Anzeigen für die Sitzplatzreservierung.
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So sieht es in der 2. Klasse des neuen Intercity-Zugs aus.
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Stéphane Wettstein, CEO von Bombardier Schweiz, stellt Medienschaffenden den neuen Zug vor. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Ein Reporter inspiziert den fabrikneuen Intercity-Zug der SBB. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
In der 1. Klasse hat jeder Platz seine eigene Steckdose.
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Blick in den Lokführerstand auf der Strecke am Thunersee zwischen Interlaken und Bern. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
So wird der neue Intercity gesteuert.
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Blick auf die Veloabstellplätze in der 1. Klasse. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Der neue Intercity-Zug der SBB verlässt die Stadt Bern. Im Hintergrund das Lorrainequartier. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Der neue «FV Dosto» der SBB vor der Bundeshauskuppel in Bern auf dem Weg nach Zürich. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Der Pannenzug ist gemäss Hersteller Bombardier kein Pannenzug mehr: Der FV-Dosto sei deutlich komfortabler und verlässlicher geworden. Ingenieure fahren heute keine mehr mit.
Er sei sich bewusst, dass dieser Zug ein emotionales Thema sei, sagte Stéphane Wettstein, Geschäftsführer von Bombardier Schweiz, am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Beide Partner, also Bombardier und die SBB, hätten ihr Lehrgeld bezahlt.
In den vergangenen Wochen und Monaten war Bombardier daran, die zahlreichen Mängel des Zuges zu beheben. Mittlerweile sei viel erreicht. Ingenieure, die im Notfall eingreifen können, fahren auf keinen Linien mehr mit.
«Die Pünktlichkeit ist heute sehr hoch», sagte Wettstein. Seit dem Fahrplanwechsel 2018 hätten zudem rund 75 Prozent der technischen Störungsursachen eliminiert werden können.
In Sachen Komfort habe vor allem die Installation einer neuen Software viel geholfen. Seit September diesen Jahres seien die Züge damit unterwegs. «So konnten wir die Schwankungen, die vor allem im Obergeschoss auftraten, deutlich reduzieren.»
«Nutzen Sie das Unterdeck»
Heute seien die Schwankungen vergleichbar mit jenen in einem Doppelstockzug des Typs IC2000. «Fahrkomfort ist ein persönliches Gefühl. Aber das hier ist Physik», sagte Wettstein weiter. Diese Verbesserung sei messbar. «Ein kleiner Tipp für alle, die immer noch unzufrieden sind: Nutzen Sie das Unterdeck. Das ist stabiler.»
Generell sei er der Meinung, dass der FV-Dosto erst beurteilt werden solle, wenn er in einem stabilen Betrieb sei. Man dürfe nicht vergessen, dass dieser Zug «komplexer, innovativer und zukunftsweisender» sei als andere Modelle.
Ein Beispiel dafür ist gemäss Wettstein der druckdichte Wagenkasten. Er ermöglicht es, dass die Passagiere beim Einfahren in einen Tunnel keinen Ohrendruck bekommen. Es sei ganz normal, dass man bestimmte Funktionen optimieren müsse. Schliesslich solle das Produkt die nächsten 30 Jahre in Betrieb sein.
SBB will weitere Verbesserungen
Insgesamt übergaben Bombardier bis jetzt 25 Dosto-Züge an die SBB, wobei noch nicht alle in Betrieb sind. Ein Teil wird für Personalschulungen benötigt, zudem werden an einzelnen Zügen laufend Verbesserungen vorgenommen. Bis im Sommer 2021 soll die ganze Flotte von 62 Zügen ausgeliefert werden.
Wegen der Kritik in den vergangenen Monaten geht Bombardier nun in die Informations-Offensive. Das Unternehmen schaltete eigens eine Website zum FV-Dosto auf. Unter swissdosto.ch finden Interessierte Informationen zur Einführung und zum Betrieb des Zuges.
Aus Sicht der SBB sind die gemeinsam erzielten Fortschritte erfreulich: «Wir arbeiten weiterhin gemeinsam an der Inbetriebnahme jedes einzelnen neuen Zuges», hiess es bei der Medienstelle auf Anfrage. Die Zuverlässigkeit müsse weiter gesteigert werden, so dass die SBB den Zug ohne Einschränkungen einsetzen könnten. (aeg/sda)
33 Schweizer Bahnhöfe aus dem letzten Jahrhundert
Solothurn, 24. September 1972. (Quelle: SBB Historic)
Worblaufen, 8. September 1962. (Quelle: SBB Historic)
Dietikon, 8. April 1961. (Quelle: SBB Historic)
Zollikofen, 13. August 1966. (Quelle: SBB Historic)
Pfäffikon SZ, 29. Juli 1978. (Quelle: SBB Historic)
Arosa, 22. Juni 1978. (Quelle: SBB Historic)
Herzogenbuchsee, 6. September 1986. (Quelle: SBB Historic)
Bremgarten West, 8. April 1961. (Quelle: SBB Historic)
Zürich - Seebach, 6. Juli 1963. (Quelle: SBB Historic)
Würenlos, 14. März 1981. (Quelle: SBB Historic)
Rheinfelden, 23. März 1985. (Quelle: SBB Historic)
Urdorf, 17. April 1978. (Quelle: SBB Historic)
Einsiedeln, 28. Juni 1964. (Quelle: SBB Historic)
Cham, 7. Juni 1959. (Quelle: SBB Historic)
Roggwil TG, 7. Mai 1961. (Quelle: SBB Historic)
Kemptthal, 29. Dezember 1955. (Quelle: SBB Historic)
Herisau, 7. Mai 1961. (Quelle: SBB Historic)
Buchs SG, 21. Juni 1978. (Quelle: SBB Historic)
Altstätten SG, 16. Mai 1959. (Quelle: SBB Historic)
Fischenthal, 28. Juli 1967. (Quelle: SBB Historic)
Sargans, 16. Mai 1959. (Quelle: SBB Historic)
Maienfeld, 6. Oktober 1963. (Quelle: SBB Historic)
Ziegelbrücke, 6. Oktober 1963. (Quelle: SBB Historic)
Richterswil, 6. Oktober 1963. (Quelle: SBB Historic)
Schlieren, 6. Juli 1963. (Quelle: SBB Historic)
Dielsdorf, 13. März 1965. (Quelle: SBB Historic)
Utzenstorf, 1. November 1965. (Quelle: SBB Historic)
Sumiswald, 1. November 1965. (Quelle: SBB Historic)
Degersheim, 25. September 1965. (Quelle: SBB Historic)
Baden, 13. März 1965. (Quelle: SBB Historic)
Zürich – Oerlikon, 29. Juni 1958. (Quelle: SBB Historic)
Rorschach, 28. Juli 1963. (Quelle: SBB Historic)
Zürich – Stadelhofen, 6. Mai 1962. (Quelle: SBB Historic)
SBB-CEO Andreas Meyer räumt Fehler ein
Video: SRF / SDA SRF