May feuert Verteidigungsminister wegen Lecks zu 5G-Job für Huawei
Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren Verteidigungsminister Gavin Williamson entlassen. Sie wirft ihm vor, sensible Informationen aus einem Treffen des Sicherheitsrats an die Presse weitergegeben zu haben.
Williamson auf dem Weg zu einer Kabinettssitzung gestern Dienstag – seine letzte?
Bild: EPA/EPA
Das teilte die Regierung in London am Mittwochabend mit. May habe das Vertrauen in den Verteidigungsminister verloren, hiess es in einer Mitteilung. Die bisherige Entwicklungsministerin Penny Mordaunt soll nun seinen Posten einnehmen.
In dem Entlassungsschreiben, das der Regierungssitz Downing Street veröffentlichte, warf May Williamson vor, er selbst sei für den Vertrauensbruch verantwortlich gewesen. Im Kern geht es dabei um einen Medienbericht über die Entscheidung der britischen Regierung, den chinesischen Telekom-Riesen Huawei teilweise am Ausbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes zu beteiligen. Die Zeitung «Telegraph» hatte darüber berichtet.
May hatte Medienberichten zufolge vergangene Woche grünes Licht für eine Beteiligung von Huawei am 5G-Netzausbau in Grossbritannien gegeben. Huawei darf sich demnach am Ausbau «nicht zentraler» Infrastrukturen wie etwa Antennen beteiligen. Den Berichten zufolge fiel die Entscheidung, obwohl mehrere Minister Bedenken äusserten.
Viele Briten geschockt
Schon lange gelten die Minister in London als disziplinlos - Informationen aus Kabinettssitzungen dringen regelmässig in kurzer Zeit an die Öffentlichkeit. Dass nun auch Details aus Treffen des wichtigsten nationalen Sicherheitsgremiums an die Presse gingen, schockte viele Briten allerdings. Die Regierung leitete daraufhin eine Untersuchung ein. Bis dato galt Williamson als ehrgeiziger und aufstrebender Politiker, der sich sogar im Rennen um die Nachfolge Mays in Stellung gebracht hatte.
Am Donnerstag finden in grossen Teilen Englands und Nordirlands Kommunalwahlen statt - die Urnengänge gelten als Stimmungsbarometer angesichts des Brexit-Frusts in Grossbritannien. Für die Konservative Partei von Premierministerin May wird mit grossen Verlusten gerechnet. (sda/dpa/afp)
Die Brexit-Frage spaltet Grossbritannien
Die 24-jährige Madeleina Kay will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Während die Ladys im Vordergrund für den Brexit werben, findet im Hintergrund eine Kundgebung für den Verbleib Grossbritanniens in der EU statt. AP/AP / Frank Augstein
Die 42-jährige Belinda Delucy befürwortet den Brexit, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Klare Botschaft: «Der Brexit ist ein Monstrum». EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Der 63-jährige Kaya Mar will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
«Wir haben bereits den besten Deal», so die Botschaft dieses Anti-Brexit-Demonstranten. EPA/EPA / NEIL HALL
Kate Willoughby will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Sie wollen keinen Brexit. EPA/EPA / NEIL HALL
Die 54-jährige Eleanor Dobson will den Brexit, London, 13. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Die Lady im Vordergrund möchte den Brexit, die Demonstranten im Hintergrund wollen in der EU bleiben. EPA/EPA / WILL OLIVER
Die 22-jährige Lara Spirit will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Ein Brexit-Befürworter (links) und ein Anti-Brexit-Demonstrant diskutieren. AP/AP / Alastair Grant
Hier sind die EU-Befürworter unter sich. EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Sie wollen den Brexit. EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Diese Frau will den Brexit. EPA/EPA / NEIL HALL
Er will in der EU bleiben. EPA/EPA / NEIL HALL
Sie auch. AP/AP / Frank Augstein
Eine Anti-Brexit-Demonstrantin vor einem Brexit-Plakat in London. AP/AP / Frank Augstein
Demo für den Verbleib in der EU. AP/AP / Frank Augstein
Sie will raus aus der EU. EPA/EPA / WILL OLIVER
Sie auch. EPA/EPA / WILL OLIVER
Und auch sie demonstrieren für einen Austritt aus der EU. EPA/EPA / WILL OLIVER
Er dagegen will in der EU bleiben: «Stoppt das Brexit-Chaos». EPA/EPA / WILL OLIVER
Sie wollen bleiben. EPA/EPA / WILL OLIVER
Auch die junge Frau will keinen Brexit. AP/AP / Frank Augstein
Eine EU-Freundin. AP/AP / Frank Augstein
EU-Ratspräsident Tusk beweist Galgenhumor
Video: SRF / Roberto Krone