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Zu dick zum Kämpfen: Die USA hat ein Problem mit Fettleibigkeit. Bild: AP/AP

Ex-Militärs in den USA warnen: Weitverbreitete Fettleibigkeit bedrohe Rekruten-Nachschub

Publiziert: 13.10.18, 15:43 Aktualisiert: 13.10.18, 17:29

Berater des Pentagons haben wegen einer neuen Gefahr für die nationale Sicherheit der USA Alarm geschlagen: Fast ein Drittel der jungen US-Bürger sei inzwischen zu dick, um zum Militär zu gehen, heisst es in einem in Washington vorgelegten Bericht ehemaliger Generäle und Admiräle.

Die weitverbreitete Fettleibigkeit erschwere die Rekrutierung neuer Soldaten erheblich und bedrohe die Kampfkraft, warnten sie.

«Fettleibigkeit hat lange die Gesundheit unserer Nation bedroht. Angesichts der sich ausdehnenden Epidemie bedroht es nun auch unsere Sicherheit», heisst es in dem Bericht «Ungesund und unvorbereitet», den das Washingtoner Fachinstitut Council For A Strong America in dieser Woche vorlegte.

Das Problem lasse sich nur lösen, wenn «Massnahmen zu einer gesünderen Lebensführung» ergriffen würden, und das schon bei Kindern, mahnten die Autoren, ehemalige Admiräle und Generäle.

71 Prozent erfüllen Anforderungen nicht

Die US-Streitkräfte hatten im vergangenen Monat verkündet, dass sie dieses Jahr erstmals seit 13 Jahren ihr Ziel deutlich verfehlen werden, 76'500 neue Rekruten anzuwerben. Demnach entsprechen 71 Prozent der US-Bürger zwischen 17 und 24 Jahren nicht den Anforderungen für Bewerber. Als einer der Gründe wurden neben Drogen und mangelnder Bildung auch Gewichtsprobleme genannt.

«Pummelige Soldaten» sind in den USA keine Seltenheit mehr. Bild: AP/USMC

Angesichts des Mangels an geeigneten Bewerbern drückt die Armee bisweilen beide Augen zu. In den Streitkräften seien immer wieder «pummelige Soldaten» zu erleben, «die das geforderte Grössen- und Gewichtsmass deutlich aushebeln», sagte der pensionierte Generalmajor Jeffrey Philipps dem Fachblatt «Military Times».

Nach seinen Angaben kosten die Gesundheitsprobleme dicker Soldaten oder die Suche nach Ersatz das Militär jährlich 1.5 Milliarden Dollar.

Bereits Kinder aufklären

Das Pentagon versucht inzwischen, dem Trend mit verschiedenen Programmen entgegenzusteuern: Dazu zählen spezielle Fitnesstests für angehende Rekruten sowie Luxus-Fitnesscenter und Ernährungsberatung in vielen militärischen Einrichtungen.

Laut den Autoren von «Ungesund und unvorbereitet» genügt dies aber nicht. Vielmehr müssten Eltern und ihre Kinder umfassend darüber aufgeklärt werden, wie lebenswichtig richtige Ernährung und viel Bewegung seien.

«Die Grundausbildung für Rekruten dauert Wochen, starke Soldaten heranzuziehen dauert Jahre», mahnte der frühere Luftwaffengeneral Richard Myers. «Schon im frühen Stadium zu einem gesunden Lebensstil zu ermuntern, hilft unserer Nation, auf künftige Herausforderungen besser vorbereitet zu sein.» (leo/sda/afp)

Die Tet-Offensive:

Häuserkampf: US-Marines in Hue. Die alte vietnamesische Kaiserstadt war zu Beginn der Tet-Offensive von Truppen des Vietcong und nordvietnamesischen Einheiten erobert worden. AP/AP
Die Tet-Offensive begann in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1968, am Vorabend des vietnamesischen Neujahrfestes. Bild: Südvietnamesische Soldaten feuern in Saigon auf Stellungen des Vietcong. AP/AP / Nick Ut
Mehr als 80'000 Vietcong-Kämpfer und Soldaten der nordvietnamesischen Armee griffen in Südvietnam über 100 Städte und Stützpunkte gleichzeitig an. Bild: Südvietnamesischer Soldat in Saigon. AP/AP / Nick Ut
Die Offensive kam für die US-Truppen und das südvietnamesische Militär völlig überraschend. Bild: US-Soldaten sichern den Helikopter-Landeplatz auf der US-Botschaft in Saigon. AP
Ein Stosstrupp des Vietcong griff sogar die amerikanische Botschaft in Saigon an, allerdings ohne sie besetzen zu können. Bild: US-Militärpolizisten bringen auf dem Gelände der US-Botschaft in Saigon einen verletzten Kameraden in Sicherheit. AP/AP / Hong Seong-Chan
Während des höchsten vietnamesischen Feiertags hatte in den Jahren zuvor jeweils eine informelle Waffenruhe geherrscht. Bild: Ein Quartier in Saigon, das von den Kämpfen komplett verwüstet wurde. AP/AP
Aus diesem Grund hatten viele südvietnamesische Soldaten Urlaub und befanden sich bei ihrer Familie. Bild: Kämpfe in einem nordöstlichen Aussenquartier Saigons. AP/AP / Dang Van Phuoc
Der militärische Erfolg der Offensive blieb jedoch begrenzt. Vor allem wurde das eigentliche Ziel, eine Massenerhebung der Südvietnamesen gegen das korrupte Regime in Saigon, nicht erreicht. Bild: Rauch über Saigon während der Tet-Offensive. AP/AP / Eddie Adams
Nachdem die US-Soldaten und die Soldaten der südvietnamesischen Armee (ARVN) den Schock überwunden hatten, wehrten sie die meisten Angriffe ab und eroberten besetzte Stellungen in wenigen Tagen zurück. Bild: ARVN-Soldaten in der Region von Saigon. AP/AP / Nick Ut
Das US-Militär bezifferte die eigenen Verluste durch die Offensive auf 68 Tote, nordvietnamesische Stellen meldeten dagegen 120 getötete US-Soldaten allein in Saigon. Bild: Amerikanische Soldaten tragen die Leichen gefallener Kameraden weg. AP/Vietnam News Agency
Laut amerikanischen Angaben kamen während der Kämpfe 178 südvietnamesische Soldaten ums Leben. Bild: Ein verletzter südvietnamesischer Soldat wird in Saigon zu einer Ambulanz getragen. AP/AP / Dang Van Phuoc
Dagegen waren die Verluste des Vietcong und der Nordvietnamesen enorm. Allein der Vietcong soll 50'000 bis 100'000 Kämpfer verloren haben – mehr als die Hälfte seines Bestandes. Als effektiver Kampfverband hörte er für die nächsten Jahre auf zu bestehen. Bild: Verletzte Vietcong-Kämpfer in Hue. AP/AP / Dang Van Phuoc
Hue, das nahe der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südvietnam lag, konnte von den Kämpfern des Vietcong und der nordvietnamesischen Armee länger gehalten werden. Bild: Verletzte US-Soldaten werden in Hue aus der Kampfzone gebracht. AP/AP / Al Chang
Die Amerikaner und Südvietnamesen konnten die Zitadelle von Hue erst nach über drei Wochen erbitterter Kämpfe zurückerobern. Bild: US-Soldaten hissen die Flagge auf einem Telefonmast in der Nähe der Zitadelle. AP/AP / John Lengel
Nach der Rückeroberung stiessen sie auf Massengräber. 5000 angebliche Kollaborateure waren in der Stadt umgebracht worden. Bild: Ein US-Soldat bringt in Hue ein verletztes Kind in Sicherheit. AP/AP
Auch der Stützpunkt Khe Sanh der US-Marines nahe der laotischen Grenze wurde von nordvietnamesischen Truppen angegriffen. Bild: Ein US-Flugzeug wirft Nachschub über Khe Sanh ab. AP/AP / John Sneider
Die Schlacht um diesen Stützpunkt dauerte bis zum Juli. Es gelang den Nordvietnamesen nicht, Khe Sanh einzunehmen. Bild: Verwundete Marines werden aus Khe Sanh abtransportiert. AP/AP
Das Pressebild, das die Hinrichtung eines gefangenen Vietcong-Kämpfers auf offener Strasse in Saigon zeigt, ging um die Welt. Es sorgte für Empörung und liess die Unterstützung der Amerikaner für diesen Krieg erodieren. AP/AP / Eddie Adams
International wurde der Protest gegen den Krieg in Vietnam immer stärker – hier eine Demo in Bern im Juni 1968. PHOTOPRESS-ARCHIV / STR
Auch in den USA, an der Heimatfront, nahmen die Proteste zu. Die Tet-Offensive war rein militärisch gesehen ein Desaster, aber ein politischer und psychologischer Erfolg. Bild: Demonstration gegen den Vietnamkrieg an der Kent State University in Ohio im Mai 1970, bei der Nationalgardisten einen Studenten erschossen. AP JOHN FILO / John File
Die Tet-Offensive war der Anfang vom Ende des amerikanischen Engagements in Vietnam. Fünf Jahre nach der Offensive zogen die USA ihre letzten Soldaten aus Südvietnam zurück; 1975 eroberten nordvietnamesische Truppen Saigon. Bild: Ein Helikopter hebt am 30. April während der Eroberung Saigons durch nordvietnamesische Truppen von der US-Botschaft ab. AP / Phu

Schweden führt die Wehrpflicht wieder ein

Video: srf

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