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Neymar und Mbappé können jubeln – sie haben den Kopf gerade noch aus der Schlinge gezogen. Bild: keystone

PSG dank Wende in den letzten Minuten im Halbfinale der CL – bitteres Aus für Atalanta

Paris Saint-Germain hat sich dank zwei späten Toren für die Halbfinals der Champions League qualifiziert. In der 90. und 93. Minute fielen die Tore zum 2:1-Sieg gegen Atalanta Bergamo.

Publiziert: 12.08.20, 23:29

Für Paris Saint-Germain schien es eine weitere Enttäuschung im internationalen Geschäft abzusetzen. Der französische Meister lag gegen den Aussenseiter aus Bergamo bis in die Schlussphase 0:1 zurück. Dann verliessen die Italiener die Kräfte. Der Schweizer Remo Freuler konnte wegen Krämpfen nicht mehr rennen. Die Auswechslungen hatte Trainer Gian Piero Gasperini schon alle vorgenommen.

Da schlug PSG doch noch zu. Zuerst konnte Marquinhos einen Ball nach Vorlage von Neymar über die Linie bugsieren. Und keine vier Minuten später sorgten Kylian Mbappé und Neymar im Zusammenspiel für die Entscheidung – am Ende schob Eric-Maxim Choupo-Moting den Ball über die Linie. Noch vor der Verlängerung. Atalanta war in der der 26. Minute durch den Kroaten Mario Pasalic zu Recht in Führung gegangen.

Das 1:0 durch Pasalic (27.) Video: streamja

Das 1:1 durch Marquinhos (90.) Video: streamable

Das 1:2 durch Choupo-Moting (93.) Video: streamable

Paris Saint-Germain verdiente sich den Sieg dank einer Leistungssteigerung in der letzten halben Stunde. Vor allem die Einwechslung von Mbappé, der nach einer mehrwöchigen Verletzung erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam, brachte den Parisern den Schwung, den sie so lange vermissen lassen hatten. Lange Zeit sorgte nur Neymar für Gefahr im Strafraum von Atalanta. Im Abschluss war der Brasilianer aber zunächst glücklos. Zweimal verfehlte er das Tor in der ersten Halbzeit aus guten Positionen, das erste Mal in der 4. Minute, als er alleine auf Goalie Marco Sportiello zulaufen konnte. Am Ende war dann doch Neymar der Matchwinner.

Gian Piero Gasperini, der 62-Jährige Baumeister der jüngsten Erfolge von Atalanta, hatte sich gewünscht, dass seine Mannschaft ihrer Philosophie treu bleibt – auch in Lissabon im ersten Champions-League-Viertelfinal der Vereinsgeschichte. Er wurde nicht enttäuscht. Atalanta Bergamo spielte auch gegen Paris Saint-Germain offensiv und furchtlos. Der Dritte der Serie A setzte in der ersten Stunde mit seinem Pressing den Franzosen zu, eroberte die Bälle früh und stürmte dann mit Tempo Richtung Tor. Keylor Navas, der costa-ricanische Goalie, musste noch vor dem 0:1 zweimal mit starken Paraden retten. Erst in der Schlussphase reichte die Kraft des Aussenseiters nicht mehr.

Paris Saint-Germain trifft nun am kommenden Dienstag im Halbfinal auf Atlético Madrid oder Leipzig.

Atalanta Bergamo - Paris Saint-Germain 1:2 (1:0)
Lissabon. - SR Taylor (Eng). -
Tore: 26. Pasalic (Zapata) 1:0. 90. Marquinhos (Neymar) 1:1. 93. Choupo-Moting (Mbappé) 1:2.
Atalanta Bergamo: Sportiello; Toloi, Caldara, Djimsiti (59. Palomino); Hateboer, De Roon, Freuler, Gosens (82. Castagne); Pasalic (70. Muriel), Gomez (59. Malinowsky); Zapata (82. Da Riva).
Paris Saint-Germain: Navas (79. Rico); Kehrer, Thiago Silva, Kimpembe, Bernat; Herrera (72. Draxler), Marquinhos, Gueye (72. Paredes); Sarabia (60. Mbappé), Icardi (79. Choupo-Moting), Neymar.
Bemerkungen: Atalanta Bergamo ohne Gollini (verletzt) und Ilicic (private Gründe). Paris Saint-Germain ohne Di Maria (gesperrt), Verratti, Kurzawa (beide verletzt), Cavani und Meunier (beide nicht mehr im Kader). Verwarnungen: 37. Djimsiti (Foul). 45. Freuler (Foul). 50. De Roon (Foul). 53. Zapata (Foul), 55. Bernat (Foul), 57. Herrera (Foul), 67. Toloi (Foul), 76. Paredes (Foul), 85. Palomino (Foul).

(zap/sda)

Die Mehrfach-Torschützen in der Champions League

5 Tore: Lionel Messi (FC Barcelona) beim 7:1 gegen Bayer Leverkusen am 7. März 2012. AP / Felice Calabro'
5 Tore: Luiz Adriano (Schachtjor Donezk) beim 7:0 gegen Bate Borissow am 21. Oktober 2014. AP / SERGEI GRITS
4 Tore: Sébastian Haller (Ajax Amsterdam) beim 5:1 bei Sporting Lissabon am 15. September 2021. keystone / Armando Franca
4 Tore: Olivier Giroud (Chelsea) beim 4:0 beim FC Sevilla am 3. Dezember 2020. keystone / Julio Munoz
4 Tore: Josip Ilicic (Atalanta Bergamo) beim 4:3 beim FC Valencia am 10. März 2020. EPA / UEFA / HO
4 Tore: Robert Lewandowski (Bayern München) beim 6:0 bei Roter Stern Belgrad am 26. November 2019. EPA / ANDREJ CUKIC
4 Tore: Serge Gnabry (FC Bayern) beim 7:2 gegen Tottenham am 1. Oktober 2019. AP / Matt Dunham
4 Tore: Zlatan Ibrahimovic (Paris St-Germain) beim 5:0-Sieg bei RSC Anderlecht am 23. Oktober 2013. EPA / THIERRY ROGE
4 Tore: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) beim 4:1 gegen Real Madrid am 24. April 2013. EPA / FEDERICO GAMBARINI
4 Tore: Mario Gomez (Bayern München) beim 7:0 gegen den FC Basel am 13. März 2012. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
4 Tore: Bafetimbi Gomis (Olympique Lyon) beim 7:1 bei Dinamo Zagreb am 7. Dezember 2011. AP / Claude Paris
4 Tore: Lionel Messi (FC Barcelona) beim 4:1 gegen Arsenal am 6. April 2010. AP / Siu Wu
4 Tore: Andrej Schewtschenko (AC Milan) beim 4:0 bei Fenerbahce Istanbul am 23. November 2005. AP
4 Tore: Ruud van Nistelrooy (Manchester United) beim 4:1 gegen Sparta Prag am 3. November 2004. AP CTK / MICHAL KAMARYT
4 Tore: Dado Prso (AS Monaco) beim 8:3 gegen Deportivo La Coruna am 5. November 2003. EPA / HOSLET OLIVIER
4 Tore: Simone Inzaghi (Lazio Rom) beim 5:1 gegen Olympique Marseille am 14. März 2000. EPA ANSA / MONTEFORTE
4 Tore: Marco van Basten (AC Milan) beim 4:0 gegen IFK Göteborg am 25. November 1992.

Chefsache: Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Video: watson / Nico Franzoni

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