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Rod Rosenstein tritt per 11. Mai zurück. Bild: EPA/EPA

Er hatte die Aufsicht über Mueller: US-Vizejustizminister Rosenstein tritt zurück

Publiziert: 30.04.19, 00:57 Aktualisiert: 30.04.19, 06:17

Der stellvertretende US-Justizminister Rod Rosenstein, der eine wichtige Rolle bei der Russland-Untersuchung gespielt hat, verlässt seinen Posten. Der Schritt war erwartet worden.

Rosenstein informierte Präsident Donald Trump am Montag darüber, dass er am 11. Mai aus dem Amt ausscheiden wird, und bedankte sich bei dem US-Präsidenten.

Das Verhältnis zwischen den beiden war von Höhen und Tiefen geprägt. Nachdem Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Direktor James Comey gefeuert hatte, setzte Rosenstein den Sonderermittler Robert Mueller ein, um die Russland-Affäre um Trump zu untersuchen. Mueller ermittelte fast zwei Jahre lang, ob Trumps Wahlkampfteam geheime Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hat und ob Trump die Justiz behinderte. Rosenstein oblag die Aufsicht über die Untersuchung.

Dankesbrief an Trump

Ursprünglich wollte der 54-Jährige seinen Posten schon im März verlassen, blieb dann aber bis zum Ende der Mueller-Untersuchung. Nachdem der Sonderermittler einen vertraulichen Bericht über seine Erkenntnisse vorgelegt hatte, kamen Justizminister William Barr und Rosenstein zu dem Schluss, dass Trump sich nicht der Justizbehinderung schuldig gemacht habe. Diese Entscheidung gilt als umstritten, weil Mueller selbst keine Festlegung in dieser Frage getroffen hatte, sondern Indizien dafür und dagegen vorlegte.

In seinem Brief schrieb Rosenstein an Trump: «Ich bin Ihnen dankbar für die Gelegenheit, das Amt auszuüben, für die Höflichkeit und den Humor, den Sie in unseren persönlichen Gesprächen gezeigt haben, und für die Ziele, die Sie in ihrer Antrittsrede gesetzt haben: Patriotismus, Eintracht, Sicherheit, Bildung und Wohlstand».

Trump hat mit dem konservativen Juristen Jeffrey Rosen bereits einen Nachfolger für Rosenstein ernannt. Der Senat muss der Personalie noch zustimmen.

Muellers Abschlussbericht wurde schliesslich am 18. April veröffentlicht, wenn auch teilweise geschwärzt. Für illegale Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gibt es darin keine Bestätigung. Vom Vorwurf einer möglichen Justizbehinderung wird der Präsident in dem Bericht ausdrücklich nicht entlastet. Mueller sah aber auch keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Anklage. (sda/dpa/afp/reu)

Rücktritte und Entlassungen unter Trump

SALLY YATES, 30. Januar 2017: Trump entlässt die amtierende Justizministerin und Chefanklägerin, offiziell vor allem wegen ihres Widerstands gegen seine Einwanderungspolitik. AP/AP / Steven Senne
MICHAEL FLYNN, 13. Februar: Nach nur 23 Tagen im Amt tritt Trumps Sicherheitsberater zurück. Er ist in die Russland-Affäre über eine etwaige Wahlbeeinflussung verstrickt. AP/AP / Carolyn Kaster
JAMES COMEY, 9. Mai: Trump entlässt den FBI-Chef, eine folgenreiche Sensation. Die Russland-Affäre nimmt immer weiter Fahrt auf. AP/AP / J. Scott Applewhite
MIKE DUBKE, 30. Mai: Nach nur drei Monaten im Amt wirft der Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses hin. AP/AP / Andrew Harnik
WALTER SHAUB, 6. Juli: Der Direktor des unabhängigen Büros für Regierungsethik gibt entnervt auf. AP/AP / J. Scott Applewhite
SEAN SPICER, 21. Juli: Als sein Präsident ihm Anthony Scaramucci als Kommunikationsdirektor vorsetzen will, mag Trumps Sprecher nicht mehr und geht. AP/AP / Alex Brandon
REINCE PRIEBUS, 28. Juli: Trumps Stabschef verlässt seinen Posten. Er sagt, freiwillig. Andere sagen, Trump habe ihn gefeuert. AP/AP / Carolyn Kaster
ANTHONY SCARAMUCCI, 31. Juli: Erst zehn Tage zuvor zum Kommunikationsdirektor bestallt, ist der Ex-Wallstreet-Banker seinen Posten schon wieder los. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
STEVE BANNON, 18. August: Trumps Chefstratege und früherer Wahlkampfchef verlässt das Weisse Haus. AP/AP / J. Scott Applewhite
DINA POWELL, 8. Dezember: Die Vize-Sicherheitsberaterin kündigt ihren Rückzug an. Die Ex-Investmentbankerin sagt, sie gehe in gutem Einvernehmen. AP/AP / Charles Dharapak
HOPE HICKS, 28. Februar 2018: Die Kommunikationschefin und enge Trump-Vertraute teilt mit, sie werde das Weisse Haus in den nächsten Wochen verlassen. EPA/EPA / JASON SZENES
GARY COHN, 6. März: Trumps Wirtschaftsberater kündigt seinen Rückzug an. Er war gegen von Trump angedrohte Strafzölle. EPA/EPA / SHAWN THEW
JOHN MCENTEE (rechts), 12. März: Der persönliche Assistent Trumps wird fristlos entlassen. AP/AP / Evan Vucci
REX TILLERSON, 13. März: Trump verkündet auf Twitter, dass der Aussenminister seinen Posten räumen müsse. Spekulationen gab es schon länger. AP/AP / Carolyn Kaster
ANDREW MCCABE, 16. März: Zwei Tage vor seiner Pensionierung wird der ehemalige FBI-Vizechef entlassen. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
GENERAL H.R. McMASTER, 22. März: Der nationale Sicherheitsberater muss seinen Hut nehmen, er wird von John Bolton abgelöst. AP/AP / Susan Walsh
DAVID SHULKIN, 28. März: Trump entlässt den in die Kritik geratenen Veteranenminister. Hintergrund ist eine Reise seiner Frau auf Kosten der Steuerzahler. AP/AP / Susan Walsh
MICHAEL ANTON, 8. April: Das Weisse Haus teilte mit, dass der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates geht - einen Tag, bevor Bolton sein Amt übernimmt. AP/AP / Carolyn Kaster
JOSEPH W. HAGIN (ganz rechts), 19. Juni: Der stellvertretende Stabschef tritt zurück. AP/FR170882 AP / Molly Riley
SCOTT PRUITT, 5. Juli: Der Chef der Umweltschutzbehörde EPA räumt nach einer Serie von Skandalen sein Amt. AP/AP / Andrew Harnik
DONALD F. McGAHN, 29. August: Trump trennt sich von seinem Rechtsberater Don McGahn. EPA/EPA / JIM LO SCALZO
NIKKI HALEY, 9. Oktober: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York gibt freiwillig ihren einflussreichen Posten zum Jahresende auf. EPA/EPA / RAJAT GUPTA
JEFF SESSIONS, 7. November: Der Justizminister reicht einen Tag nach der Zwischenwahl auf Bitten Trumps seinen Rücktritt ein. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
MIRA RICARDEL, 14. November: Die First Lady Melania Trump fordert öffentlich den Rauswurf der stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberaterin. Präsident Trump zieht nach. Ricardel muss das Weisse Haus verlassen. AP/AP / Evan Vucci
JOHN KELLY, 8. Dezember: Trump gibt bekannt, dass sein Chef des Stabes zum Jahresende das Weisse Haus verlässt. Damit verschleisst er seinen zweiten Stabschef in weniger als zwei Jahren. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
NICK AYERS, 9. Dezember: Der Chef des Stabes von Vizepräsident Mike Pence teilt mit, dass er das Weisse Haus zum Jahresende verlässt. Schlecht für Trump: Ayers war sein Wunschkandidat für die Kelly-Nachfolge. AP/Pool The Washington Post / Jabin Botsford
RYAN ZINKE, 15. Dezember: Trump teilt mit, dass der skandalumwitterte Innenminister zum Jahresende ausscheidet. Medienberichten zufolge hatte ihm das Weisse Haus eine Frist zum Rücktritt gesetzt gehabt. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
JAMES MATTIS, 20. Dezember: Trump gibt bekannt, dass der Verteidigungsminister seinen Posten Ende Februar verlässt. Mattis selbst erklärt in einem Schreiben an Trump, dass er aus eigenen Stücken gehe; ferner macht Mattis deutlich, dass inhaltliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und ihm Hintergrund für diesen Schritt seien. (sda/dpa) AP/AP / J. Scott Applewhite
KIRSTJEN NIELSEN, 7. April 2019: Die Heimatschutzministerin verlässt die Regierung. EPA/EPA / JIM LO SCALZO
SARAH SANDERS, Juni 2019, die Pressesprecherin verlässt das Weisse Haus. AP/AP / Evan Vucci
PATRICK SHANAHAN, 18. Juni 2019, der geschäftsführende Verteidigungsminister verlässt den Posten noch vor Amstantritt. AP/AP / Manuel Balce Ceneta
ALEXANDER ACOSTA, 12. Juli 2019: Der Arbeitsminister tritt nach den Ermittlungen in der Affäre um Missbrauchsvorwürfe gegen den Unternehmer Jeffrey Epstein zurück. AP / Alex Brandon
DAN COATS, 28. Juli: Trump kündigt an, dass der Geheimdienstkoordinator seinen Posten am 15. August verlassen wird. AP / EVAN VUCCI
MADELEINE WESTERHOUT, 31. August: Die persönliche Assistentin Trumps räumt überraschend ihren Posten. Sie soll – zum Missfallen ihres Chefs – mit Reportern über seine Familie gesprochen haben. EPA / JIM LO SCALZO
JOHN BOLTON, 10. September: Der Nationale Sicherheitsberater wird entlassen. Bolton betont, er habe seinen Rücktritt angeboten, Trump erklärt, er habe ihn zum Rücktritt aufgefordert. AP / Pablo Martinez Monsivais
KEVIN McALEENAN, 11. Oktober: Trump kündigt den Abgang des kommissarischen Heimatschutzministers an. Ihn ziehe es in die Privatwirtschaft, und er wolle künftig auch mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, heisst es zur Begründung. EPA / MICHAEL REYNOLDS
RICK PERRY, 17. Oktober: Der Präsident erklärt, der Energieminister werde zum Jahresende abtreten. Dieser habe ihm schon vor einigen Monaten gesagt, dass er für die Zukunft andere Pläne habe. AP / J. Scott Applewhite

Ministerin für innere Sicherheit verlässt Trumps Regierung

Video: SRF / Roberto Krone

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