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Football Porn Teil V – Chappi und der BVB spielen wie Schalke in blau

Football Porn – das Format für Bilder aus der Welt des Fussballs, die unmöglich im Archiv verstauben dürfen.

Publiziert: 13.08.20, 17:22 Aktualisiert: 14.08.20, 08:55

Bild: KEYSTONE

Da hat sich Roy Hodgson vertan: Football Porn findet er nicht in der New York Times, sondern hier bei watson. Während der WM 1994 sitzt der gut gelaunte Schweizer Nationaltrainer im kalifornischen Palo Alto auf einer Sitzbank neben US-Gründervater Benjamin Franklin.

Bild: imago/Claus Bergmann

Heute ist es aufgrund der Rivalität zum FC Schalke 04 völlig ausgeschlossen, dass die Farbe blau in irgendeiner Form auf das Trikot von Borussia Dortmund gelangt. «Ich kann versprechen, dass die Farbe Blau nicht auf unseren Trikots auftauchen wird», musste Dortmunds Geschäftsführer Carsten Cramer erboste Fans beschwichtigen, als eine Firma als Hauptsponsor ins Boot geholt wurde, deren Logo blau ist. Nun wird es schwarz auf dem Trikot zu sehen sein.

Dabei ist es noch keine Ewigkeit her, als der BVB sogar wie Schalke in blauen Trikots auflief. Der Bildbeweis stammt aus der Saison 1991/92 und zeigt den Schweizer Nationalstürmer Stéphane Chapuisat, wie er Dynamo Dresdens Thorsten Gütschow begrüsst.

Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Der FC Zürich hat sich der Reihe nach gegen Dundalk (Irland), Galatasaray und den PSV Eindhoven durchgesetzt, er steht nun im Meistercup 1963/64 im Halbfinal. Dort wartet das übermächtige Real Madrid, das die Zürcher Fans wenig beeindruckt, sie reimen: «Hüt Zabig macht de Zürileu de Stier vo Madrid scheu». Mit ihrem Resultat-Tipp liegen sie jedoch daneben: Vor 29'000 Zuschauern im Letzigrund verliert der FCZ das Hinspiel 1:2 und geht im Rückspiel gegen Di Stefano, Puskas, Gento und Co. gleich mit 0:6 unter.

Bild: imago/Sven Simon

Helmut Haller nimmt sich an der WM 1966 viel Zeit, um die Autogrammwünsche englischer Buben zu erfüllen. Die Unterschrift des Mittelfeldspielers des FC Bologna ist nach dem Turnier noch wertvoller: Schliesslich wird er mit Deutschland Vize-Weltmeister, im legendären Final mit dem Wembley-Goal erzielt Haller das 1:0 für die DFB-Elf.

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1988 wird die Niederlande in Deutschland Europameister – ein Ereignis, das nicht nur die Oranje verzückt. Einige Fans von Eintracht Frankfurt wünschen sich, dass Ruud Gullit Deutschland gar nicht mehr verlässt. Doch die «Schwarze Tulpe» bleibt lieber bei der AC Milan, gemeinsam mit den Landsleuten Marco van Basten und Frank Rijkaard gewinnt Gullit dort alles, was es zu gewinnen gibt. Noch länger als die Liste seiner Erfolge mit Milan ist nur sein Schnauz auf dem Frankfurter Fan-Transparent.

Bild: imago

Robert Lewandowski trifft und trifft und trifft seit Jahren – und hat doch immer noch weit über 100 Tore Rückstand auf Gerd Müller. Der (ewige?) Torschützenkönig der Bundesliga lässt seine glanzvolle Karriere in den USA ausklingen, hier geniesst der «Bomber» einen Familientag mit Frau und Kind in Florida.

Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Bei dieser Reisegruppe handelt es sich um keine geringere als die Schweizer Nationalmannschaft. 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg, besammeln sich die Spieler vor dem Zug, der sie nach Stuttgart bringen wird. Vor 60'000 Zuschauern verliert die Schweiz gegen Hitler-Deutschland mit 2:4.

Bild: KEYSTONE

Gleich noch eine Reisegruppe mit illustren Teilnehmern. Rechts sehen wir den bestens aufgelegten Sepp Blatter, der 1977 bei der FIFA noch nicht Generalsekretär oder Präsident ist, sondern Direktor für Entwicklungsprogramme. Er reist gemeinsam mit Ex-Nationaltrainer René Hüssy (links) und mit Erich Vogel nach Gabun und Kamerun.

Bild: www.imago-images.de

Dem Idol so nah – körperlich wie frisurentechnisch. Karlsruhes Eigengewächs Michael Sternkopf lässt sich von einem begeisterten Anhänger feiern.

Bild: imago/AFLOSPORT

Blickt man auf die Tribüne, dann hat es sich wohl noch nicht bis nach Japan herumgesprochen, wer dieser Zauberer ist. 1982 gehen die Boca Juniors mit Diego Armando Maradona auf Welttournee. Eine der Partien gewinnt das argentinische Klubteam in Tokio auf nicht alltäglicher Unterlage gegen Japans Nationalteam mit 1:0. Maradona schiesst den einzigen Treffer.

Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Einen Monat nach der Niederlage in Stuttgart (Bild 7) findet die Schweiz im April 1941 zum Siegen zurück. Im Wankdorfstadion schlägt sie Deutschland mit 2:1. Ein Erfolg, der von den Zuschauern in Bern euphorisch gefeiert wird. Ausgerechnet an Adolf Hitlers Geburtstag kassieren die Nazis eine Niederlage. Propagandaminister Joseph Goebbels befiehlt Reichssportführer Carl Diem: «In Zukunft darf kein Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im Geringsten zweifelhaft ist.»

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Als ob die Bayern auch noch göttlichen Beistand nötig hätten! Die katholische Schwester Edburga inspiziert 1990 die Kutte eines Fans. Wenn man sich mal kurz überlegt, was da alles für Aufnäher angebracht wurden …

bild: imago/ferdi hartung

1963 weiht der 1. FC Saarbrücken die Flutlichtanlage in seinem Ludwigsparkstadion ein. Schade, dass es zu diesem feierlichen Anlass wie aus Kübeln schüttet.

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Muss ein ausserordentlich spannender Informationsanlass sein, an dem sich 1988 der kürzlich verstorbene Jack Charlton, Franz Beckenbauer und Bobby Robson (von links) langweilen.

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Ein schöner Schnappschuss des Fotografen. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, wie der Rasen «gepflegt» ist. Es scheint, dass die Linien 1963 noch nicht gezeichnet, sondern durch ungemähtes Gras markiert werden.

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Es ist heiss im mexikanischen Leon, im WM-Viertelfinal 1970 zwischen Deutschland und England. Vor der Verlängerung erhält Berti Vogts deshalb von Co-Trainer Jupp Derwall etwas zu trinken, das in einer Bettflasche gekühlt worden ist. Ein Zaubertrank? Deutschland zieht nach einem 3:2-Sieg in den Halbfinal ein.

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Bevor Gilbert Gress als Xamax-Trainer zur Ikone wird, ist er ein gefeierter Fussballer. 1966 wechselt der «Engel von der Meinau» von seinem Stammklub Racing Strasbourg zum VfB Stuttgart. Dort eckt Gress mit seinen langen Haaren an, Trainer Albert Sing schickt den «Hippie» zum Coiffeur. Medienwirksam lässt sich Gress die Mähne stutzen.

Bild: imago sportfotodienst

Eine Blaskapelle gehört bei wichtigen Fussballspielen zum guten Ton. Vor dem Halbfinal der WM 1966 tritt in London das Grenadier Guards Orchestra auf.

Bild: imago sportfotodienst

Mit Borussia Mönchengladbach wird Wolfgang Kneib 1977 Meister und 1979 UEFA-Cup-Sieger, danach hütet er jahrelang das Tor von Arminia Bielefeld. Er verwandelt zudem zwei Penaltys und gelangt wegen Personalsorgen einmal auch als Mittelstürmer zu einem Einsatz, wo ihm allerdings kein Treffer gelingt. Hier zeigt Kneib an der Seite von Freundin Vera und Hund Daisy stolz seinen Setzkasten.

bild: imago/pmk

Siggi Reichs Kommentar, dass mit seinem Bild die heutige Ausgabe Football Porn vorbei ist.

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Grosse Fussballer, die nie an einer WM waren

Gareth Bale (Wales): Konnte sich mit Wales bisher nie für eine WM qualifizieren. War immerhin bei der EM 2016 dabei. AP/PA / David Davies
Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun): Gabun konnte sich noch nie für eine WM qualifizieren. Zuletzt 2017 immerhin Gastgeber des Afrika-Cups. AP/AP / Sunday Alamba
Eric Cantona (Frankreich): Debütierte im Jahr 1987 in der Nationalmannschaft, wurde danach rausgeschmissen. 1994 war Frankreich nicht dabei, 1998 war er gesperrt nach seiner Kung-Fu-Attacke. EPA / GERRY PENNY
George Weah (Liberia): War zwar jahrelang Captain von Liberia, konnte sich aber nie für eine WM-Endrunde qualifizieren. CARLO FUMAGALLI
Jari Litmanen (Finnland): Konnte sich mit der Nationalmannschaft nie für ein grosses Turnier qualifizieren. AP / FRED ERNST
Bernd Schuster (Deutschland): War an der EM 1980 dabei, zerstritt sich danach aber mit dem Verband und wurde nicht mehr aufgeboten. Bongarts / Bongarts
Abedi Pelé (Ghana): Der drittbeste Fussballer Afrikas des letzten Jahrhunderts (hinter George Weah und Roger Milla) qualifizierte sich mit Ghana nie für eine WM-Endrunde.
Ryan Giggs (Wales): Wales war nur 1958 an einer WM. Man glaubt es kaum, aber damals spielte selbst Giggsy noch nicht mit. AP / DAVE THOMPSON
Ian Rush (Wales): Ist noch immer Liverpools Allzeit-Topskorer, aber qualifizierte sich mit Wales nie für eine WM-Endrunde.
George Best (Nordirland): Nordirland qualifizierte sich zur Aktivzeit George Bests nur 1982 für die WM. Da war der Star aber schon 36, in den USA tätig und zu alt. AP PA
Alfredo Di Stefano (Spanien): Spielte für Argentinien, Kolumbien und Spanien. Aufgrund der Politik, Verletzungen und Pech konnte er nie an einer WM teilnehmen. EPA/EFE FILE / -
Valentino Mazzola (Italien): Gilt als bester italienischer Fussballer aller Zeiten. War Denker und Lenker des Grande Torino. Kam kurz vor der WM 1950 im tragischen Flugzeugabsturz wie viele Teamkollegen ums Leben.
Laszlo Kubala (Spanien): Gilt als grösster Spieler, der je für den FC Barcelona spielte. Das Camp Nou wurde 1957 auch neu gebaut, damit die Zuschauermassen Platz fanden. «Haus, das Kubala baute», wird es darum auch genannt. Der Mittelfeldspieler lief für Ungarn, die Tschechoslowakei und Spanien auf. Mit Letzteren hätte er 1962 an die WM sollen, fiel aber verletzt aus.
Arthur Friedenreich (Brasilien): War der erste Star des Fussballs. Bei der ersten WM 1930 durfte er nicht mitspielen, weil Spieler Sao Paulos gesperrt waren. 1938 war er mit 42 Jahren zu alt.

Wie kommt das Blau in die Jeans?

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