Remco Evenepoel wird nach seinem schwere Sturz gepflegt.
Bild: keystone
«Er hat das Bewusstsein nie verloren» – Entwarnung nach Horrorsturz von Evenepoel
Jakob Fuglsang hat in Como die 114. Lombardei-Rundfahrt gewonnen. Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz des belgischen Jungstars und Favoriten Remco Evenepoel.
Der in Genf geborene Fuglsang siegte in Como solo, 31 Sekunden vor dem Neuseeländer George Bennett und 51 Sekunden vor dem Russen Alexander Wlassow. Der Däne entschied sein zweites Radsport-Monument für sich, nachdem er vor einem Jahr bereits bei Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert hatte. Als bester Schweizer klassierte sich Matteo Badilatti mit 10:25 Minuten Rückstand im 23. Rang.
Jakob Fuglsang hatte am Ende die besten Beine.
Bild: keystone
Im Finale besass Fuglsang die besten Beine, nachdem die Favoriten bereits früh in die Offensive gegangen waren. Gut sechs Kilometer vor dem Ziel setzte der 35-Jährige vom Team Astana am letzten Anstieg hinauf nach San Fermo di Battaglia die entscheidende Attacke. Mit einem trockenen Antritt löste er sich rasch von seinem letzten Konkurrenten Bennett.
Fuglsang gehörte zum Kreis der Favoriten. Der Olympia-Zweite von 2016 gewann in diesem Jahr die Ruta del Sol, wurde Fünfter an der Strade Bianche und belegte vor einer Woche hinter Remco Evenepoel Platz 2 an der Polen-Rundfahrt.
Horrorsturz von Evenepoel
Ebendieser Evenepoel sorgte knapp 50 Kilometer vor dem Ziel für einen grossen Schreckmoment, als er einen Abhang hinunter fiel. Der 20-Jährige fuhr auf einer Brücke mit vollem Tempo in eine Begrenzungsmauer und stürzte mehrere Meter in die Tiefe. Nach bangen Minuten des Wartens wurde der Belgier geborgen und mit dem Krankenwagen ins Spital von Como gefahren.
Nähere Informationen zum Zustand des Seriensiegers gab es vorerst nicht. Ein Sprecher seines Teams Deceuninck-QuickStep sagte gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa: «Remco hat ein starkes Trauma am rechten Bein erlitten, aber er hat nie das Bewusstsein verloren und auf alle Fragen des Arztes antworten können.»
Evenepoel gewann in diesem Jahr insgesamt bereits vier Rundfahrten bei ebenso vielen Starts. In der Lombardei bestritt er sein erstes sogenanntes Radsport-Monument. Erst vor zehn Tagen war Evenepoels Teamkollege Fabio Jakobsen an der Polen-Rundfahrt schwer gestürzt. Der Niederländer hatte mit schweren Kopfverletzungen zwei Tage im künstlichen Koma verbracht. (zap/sda)
Das Kopfsteinpflaster ist bereit: Staubige Bilder des Velo-Klassikers Paris – Roubaix
«Die Hölle des Nordens» – Paris-Roubaix gilt als der spektakulärste Klassiker. AP / MICHEL SPINGLER
Für die Cracks ist das Rennen eine Tortur, denn rund 55 Kilometer führen über Kopfsteinpflaster von oft schlechter Qualität. AP / MICHEL SPINGLER
Auch wenn ausnahmsweise mal die Sonne scheint, ist es nicht lustig: Dann heisst es «Staub schlucken statt Schlamm fressen.» EPA / IAN LANGSDON
Der 36-jährige Belgier Tom Boonen bestreitet bei Paris-Roubaix sein letztes Rennen als Profi. Mit einem fünften Erfolg wäre er der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des Klassikers. EPA/EPA / ETIENNE LAURENT
Ein dreckiger «Löwe von Flandern»: Johan Museeuw auf dem Weg zu einem seiner drei Siege bei Paris-Roubaix. AFP / FRANCK FIFE
Das Rennen im Norden Frankreichs, an der Grenze zu Belgien, ist Jahr für Jahr auch ein Volksfest. EPA DPA / GERO BRELOER
Sein erster Sieg im Velodrome von Roubaix: Fabian Cancellara triumphiert 2006. AP / YVES LOGGHE
Auch das ist Paris-Roubaix: Auf den schmalen, glitschigen Kopfsteinpflaster-Abschnitten kommt es häufig zu Stürzen. EPA / MICHAEL BUERHAUS
Die berühmteste Passage: Der Wald von Arenberg. EPA / Gero Breloer
Vor dem Rennen werden die Pflasterstein-Abschnitte restauriert. Für den Alltagsverkehr haben die Wege längst keine Bedeutung mehr. EPA / JEAN-PHILIPPE ROUSSEILLE / ASA-P
Beinahe wähnt man sich angesichts der Windmühle am Wegesrand in Holland. EPA DPA / GERO BRELOER
Der zweite Streich: Fabian Cancellara stemmt 2010 den Siegerpokal – einen Pflasterstein – in die Höhe. AP / FRANCOIS MORI
Wer ausweichen kann, fährt lieber im Strassengraben als über das Kopfsteinpflaster … EPA / OLIVER WEIKEN
… doch dieser Trick kann nicht immer angewendet werden. EPA / GERO BRELOER
Für das Material ist Paris-Roubaix genauso eine Härteprobe wie für die Fahrer. EPA / NICOLAS BOUVY
Der Deutsche Marcus Burghardt stürzt und zwingt seinen Captain Greg van Avermaet zu einem akrobatischen Ausweichmanöver. EPA / NICOLAS BOUVY
Noch ein Pflasterstein: Fabian Cancellara gewinnt Paris-Roubaix 2013 schon zum dritten Mal. AP / MICHEL EULER
Gut, dass der Amerikaner Alva J. Fisher 1910 die elektrische Waschmaschine erfand! EPA BELGA / BENOIT DOPPAGNE
Fotografen bietet Paris-Roubaix jede Menge schöne Sujets – für die meisten Fahrer ist die Beziehung zum Rennen eher eine Hassliebe. AP / THIBAULT CAMUS
Veloverleih aus Singapur will Schweizer Markt erobern
Video: SRF / SDA SRF
Das könnte dich auch interessieren: