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Walisischer Torjubel in Baku – etwas, was die Schweizer Nati im Sommer verhindern will. Sofern es überhaupt zum Spiel kommt. Bild: AP

Ligafussball statt EM im Sommer? Euro könnte auf 2021 verschoben werden

Publiziert: 10.03.20, 16:18 Aktualisiert: 10.03.20, 17:53

Immer mehr europäische Fussballligen sind vom Coronavirus und den Massnahmen gegen dessen Ausbreitung betroffen. Teils werden Spiele verschoben, teils finden sie ohne Zuschauer statt.

Ein Ende des Zustands ist derzeit nicht in Sicht. Entsprechend gibt es nach Medienberichten immer mehr Nationen, deren Fussballverbände verlangen, die EM 2020 um ein Jahr zu verschieben. Stattdessen soll nach überstandener Corona-Krise die Entscheidung in den nationalen Meisterschaften wieder wie üblich vor Publikum fallen können. Laut «Tuttosport» sind es mittlerweile «fast alle Verbände», die für eine Verschiebung der EM plädieren.

Nati müsste in Rom spielen

Geplant ist jedoch nach wie vor, dass die nationalen Ligen Mitte Mai beendet sind. Vom 12. Juni bis zum 12. Juli ist die EM angesetzt, die in zwölf Ländern ausgetragen wird. Darunter ist auch das vom Coronavirus schwer betroffene Italien, wo unter anderem die Schweiz in Rom gegen Italien antreten soll.

Noch vergangene Woche hatte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin versprochen, dass sich der europäische Fussballverband um die Probleme kümmern werde. «Wir sind zuversichtlich, dass wir damit umgehen können», sagte er am Kongress in Amsterdam. Der UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis sprach von «verschiedenen Szenarien», die man zur Hand habe, ohne dabei konkret zu werden.

Zuschauer in Rom: Spielt die Schweiz tatsächlich im Sommer in der italienischen Hauptstadt? Bild: EPA

Absagen und Geisterspiele

Während eine Verschiebung der EM um ein Jahr den nationalen Ligen wohl gelegen kommen würde, ergäben sich andernorts neue Probleme. So würde eine EM im Sommer 2021 mit der neuen FIFA-Klub-WM kollidieren, die mit 24 Teams in China ausgetragen werden soll.

Wie in der Schweiz ruht der Spielbetrieb derzeit auch in Italien. In vielen anderen Ländern, etwa in Frankreich, Spanien oder Österreich, werden Geisterspiele ausgetragen. Auch in der Bundesliga finden in den kommenden Tagen erstmals Partien ohne Zuschauer statt: darunter die beiden Derbys Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln und Borussia Dortmund – Schalke 04. Betroffen sind auch zahlreiche Spiele in der Champions und Europa League. Das Achtelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt vom 19. März wurde von den Basler Behörden am Montag auch ohne Zuschauer nicht bewilligt. Der Halbfinal im EM-Playoff am 26. März zwischen der Slowakei und Irland wird ebenfalls ohne Publikum stattfinden, für die Partie Bosnien-Herzegowina gegen Nordirland wurde der Ticketverkauf vorerst gestoppt.

An der EM 2020 sind 51 Spiele geplant. In Rom und München werden Gruppenspiele und Viertelfinals ausgetragen, die Halbfinals und Finals finden in London statt. Die weiteren Spielorte sind Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St.Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow und Dublin. Die Schweizer Nationalmannschaft trifft in Baku (Aserbaidschan) auf Wales, dann in Rom auf Italien und noch einmal in Baku auf die Türkei. (ram)

Das sind die 12 Stadien der Fussball-EM 2020

Wembley-Stadion in London (Grossbritannien): 90'652 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal, 2 Halbfinals, Final. AP / Lewis Whyld
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 25 Prozent der Gesamtkapazität, also 22'500 Zuschauer. EPA / DOMENIC AQUILINA
Nationalstadion in Baku (Aserbaidschan): 69'870 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Viertelfinal. EPA/EPA / SERGEY DOLZHEKO
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 50 Prozent der Gesamtkapazität, also 31'000 Zuschauer. EPA/EPA / ZURAB KURTSIKIDZE
Allianz Arena in München (Deutschland): 70'000 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Viertelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 20 Prozent der Gesamtkapazität, also 14'000 Zuschauer. EPA / PETER KNEFFEL
Stadio Olimpico in Rom (Italien): 72'689 Zuschauer; 3 Gruppenspiele (Eröffnung), 1 Viertelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 25 Prozent der Gesamtkapazität, also 16'000 Zuschauer. EPA / MATTEO BAZZI
Hampden Park in Glasgow (Grossbritannien): 52'500 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 25 Prozent der Gesamtkapazität, also 12'000 Zuschauer. AP/PA / Jane Barlow
Krestowski-Stadion in St. Petersburg (Russland): 69'501 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Viertelfinal. AP/AP / Dmitri Lovetsky
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 50 Prozent der Gesamtkapazität, also 30'500 Zuschauer. EPA/EPA / GEORGI LICOVSKI
Parken in Kopenhagen (Dänemark): 38'190 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 32 Prozent der Gesamtkapazität, also 11'250 Zuschauer.
Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam (Niederlande): 54'990 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 33 Prozent der Gesamtkapazität, also 16'000 Zuschauer.
Puskas Arena in Budapest (Ungarn): 67'155 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 100 Prozent der Gesamtkapazität, also nach UEFA-Regeln 61'000 Zuschauer. EPA / Tibor Illyes
Arena Nationala in Bukarest (Rumänien): 55'600 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal.
Das Innenleben des Stadions. Zugelassen sind an der Europameisterschaft 25 Prozent der Gesamtkapazität, also 13'000 Zuschauer. TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
Estadio Olimpico in Sevilla (Spanien): 57'619 Zuschauer; 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinal. wikimedia
Das Innenleben des Stadions. Wie viele Zuschauer in Sevilla teilnehmen dürfen, ist noch offen. wikimedia

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Video: SRF / Roberto Krone

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