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Bild: AP/The Daily Progress

US-Neonazi fuhr in Charlottesville in Menschenmenge – und plädiert auf unschuldig

Publiziert: 27.11.18, 02:03 Aktualisiert: 27.11.18, 07:16

Ein wegen Mordes an einer Demonstrantin in der US-Stadt Charlottesville angeklagter Neonazi hat vor Gericht auf unschuldig plädiert. Der 21-jährige James Fields bewertete zum Auftakt seines Prozesses am Montag die Anklage in allen Punkten als unbegründet.

Der Angeklagte: James Fields. Bild: AP/Albemarle-Charlottesville Regional Jail

Dem Mann wird angelastet, im August 2017 am Rande eines Aufmarschs von Rechtsextremisten in der Universitätsstadt im Bundesstaat Virginia seinen Wagen absichtlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten gesteuert zu haben. Dabei wurde eine 32-jährige Frau getötet, mehrere weitere Demonstranten wurden verletzt. Fields wurde kurz nach der Tat festgenommen.

Der Aufmarsch von Rassisten und Neonazis in Charlottesville hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt – nicht zuletzt deshalb, weil US-Präsident Donald Trump kurz danach das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte und von «Gewalt auf vielen Seiten» sprach.

Charlottesville: Aufmarsch rassistischer Gruppen eskaliert

Video: srf

Fields ist in dem Verfahren vor dem Regionalgericht in Charlottesville neben Mordes auch wegen acht Fällen von schwerer Körperverletzung sowie wegen Fahrerflucht angeklagt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Die Auswahl der Geschworenen für den Prozess dauerte am Montag noch an, sie könnte sich bis Dienstag hinziehen. Erwartet wird, dass der Prozess insgesamt etwa drei Wochen dauert. Auf Fields kommt ausserdem noch ein zweiter Prozess vor einem Bundesgericht zu, für den noch kein Termin angesetzt wurde. (sda/afp)

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Rassisten-Aufmarsch in US-Unistadt:

Bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten in der Stadt Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia hat es gewaltsame Zusammenstösse mit Gegendemonstranten gegeben. AP/AP / Steve Helber
Ein Auto wurde von einem Rassisten in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Dabei starb eine Frau und es gab an die 20 Verletzte. AP/AP / Steve Helber
Schon Stunden bevor die Veranstaltung überhaupt begann, lieferten sich Teilnehmer beider Seiten heftige Schlägereien. Mehrere Menschen wurden verletzt. AP/AP / Steve Helber
Der Gouverneur von Virginia, Terry McCauliffe, und städtische Behörden riefen für Charlottesville den Ausnahmezustand aus. AP/AP / Steve Helber
Ein solcher Schritt erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen. AP/AP / Steve Helber
Erwartet wurden bis zu 6000 Teilnehmer aus Kreisen der Ultrarechten. AP/AP / Steve Helber
US-Präsident Donald Trump verurteilte die Gewalt via Twitter und rief die Menschen dazu auf, zusammenzustehen. AP/AP / Steve Helber
Die rechten Gruppen demonstrieren dagegen, dass die Stadt ein Denkmal des Generals Robert E. Lee aus einem zentralen Park der Stadt entfernt. AP/AP / Steve Helber
Lee war der Befehlshaber der Truppen der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg für den Fortbestand der Sklaverei kämpften. Der Park trägt bereits nicht mehr den Namen von Lee. AP/AP / Steve Helber
Wie CNN berichtete, nahm die Polizei zahlreiche Rechte fest. Es handle sich um eine illegale Versammlung. AP/AP / Steve Helber
Charlottesville mit der Universität von Virginia hat etwa 50'000 Einwohner und liegt etwa 100 Kilometer von Washington entfernt. AP/AP / Steve Helber
Den Fackelzug vom Freitagabend nannte der demokratische Bürgermeister Mike Signer in einem Facebook-Beitrag eine «feige Parade von Hass, Fanatismus, Rassismus und Intoleranz». AP/AP / Steve Helber
Menschenrechtsgruppen stellen unter der Präsidentschaft Trumps ein Erstarken solcher ultrarechter Gruppierungen fest, die sich über ihr Weisssein definieren und zum Teil offen für eine räumliche Trennung verschiedener Ethnien eintreten. AP/AP / Steve Helber
Bereits am Freitag waren mehrere Rechte in einem Fackelzug durch die Stadt marschiert. AP/AP / Steve Helber
Dabei riefen sie laut Medienberichten neonazistische Parolen wie «blood and soil», ein Verweis auf die «Blut-und-Boden»-Ideologie aus der Zeit des Nationalsozialismus. AP/AP / Steve Helber
Die Rechten kämpfen aus ihrer Sicht gegen eine Entsorgung «weisser Geschichte». AP/AP / Steve Helber
AP/AP / Steve Helber