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Nico Hischier streift sich erstmals das Trikot seines neuen Teams über. Bild: AP/AP

Die New Jersey Devils draften Nico Hischier und schreiben so Schweizer Hockey-Geschichte

23. Juni 2017: Nico Hischier oder Nolan Patrick – die Frage, wer an erster Stelle gedraftet wird, stösst in der Schweiz auf so viel Interesse wie noch nie. Am Ende entscheiden sich die New Jersey Devils für Hischier. Der Center wird in Chicago als erster Schweizer überhaupt an erster Stelle gezogen.

Publiziert: 23.06.20, 18:06
Sascha Fey / Keystone-SDA

Vor der Wahl war nahezu klar, dass Hischier als Erster oder Zweiter aufgerufen wird. Sein Konkurrent um die Top-Position war Nolan Patrick aus Kanada, aus dem Mutterland des Eishockeys, das zuvor 41 von 54 Mal die Nummer 1 im NHL-Draft gestellt hatte. Einem Europäer war diese Ehre bis 2017 erst sechsmal zuteil gekommen.

«Ich bin ehrgeizig, klar wollte ich die Eins sein», sagt Hischier. «Ich wäre aber nicht gross enttäuscht gewesen, wenn es nicht gereicht hätte. Ich wollte, dass mich eine Organisation zieht, die mich fördern will, die mich im Team sieht. Dieses Gefühl gab mir New Jersey. Das machte es noch spezieller.» Ausserdem trug er, als wäre es Schicksal, schon als Neunjähriger bei einem Turnier in Freiburg das Trikot der Devils, wobei es Zufall war, welches Leibchen die Teams zugeteilt erhielten.

Die drei besten ihres Jahrgangs: Nico Hischier, Miro Heiskanen und Nolan Patrick (von links). Bild: imago sportfotodienst

Nach dem Draft begann für Hischier eine aufregende Zeit mit vielen Repräsentationspflichten - nach Newark wurde er mit einem Privatjet geflogen. Er erhielt gar ein nach ihm benanntes Sandwich, das es noch immer gibt. «Es ging so schnell, dass ich gar nicht alles realisierte, bis es vorbei war. Ich brauchte Zeit, um das Ganze sacken zu lassen. Es waren Erlebnisse, die ich nie vergessen werde.» Die Bilder von damals - seine Tante machte ein Buch darüber - führen beim ihm jedenfalls immer noch zu Gänsehautmomenten.

Der grosse Moment: Die New Jersey Devils geben ihre Wahl bekannt. Video: YouTube/sports or nothing

Nichtsdestotrotz war Hischier froh, als der Rummel ein Ende hatte, schliesslich ging er in der Schweiz weiter. «Es war damals schon extrem», blickt der 21-jährige Center zurück. Umso erstaunlicher war es, mit welcher Ruhe er alles ertrug. «Da kam mir mein Charakter zu Gute. Ausserdem gab mir der Hype Motivation, ich war stolz und dankbar für alles.» Als sehr zielorientierte Person schaute er aber sofort wieder vorwärts. Der Draft habe ihn darin bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein, er sei sich aber bewusst gewesen, es noch nicht geschafft zu haben, erklärt Hischier.

Deshalb richtete er den Fokus so rasch wie möglich wieder aufs Sommertraining, um optimal für die Saison vorbereitet zu sein. «Ich wollte alles dafür machen, um im ersten Jahr den Sprung ins Team zu schaffen», so Hischier. Das gelang ihm auf eindrückliche Art und Weise; nach sieben Partien hatte er ebenso viele Skorerpunkte (zwei Tore) auf dem Konto. Am Ende der Saison verzeichnete er in 82 Spielen 20 Treffer und 32 Assists.

Nicht umsonst erhielt Hischier im vergangenen Oktober einen neuen Vertrag über sieben Jahre mit einer Gesamt-Lohnsumme von 50,75 Millionen Dollar. Nun fehlt nur noch der Erfolg, verpasste er doch in den ersten drei Saisons mit den Devils zweimal die Playoffs und bedeuteten einmal die Achtelfinals Endstation. «Wir haben viele junge Spieler und gute Typen im Team. Natürlich fehlt noch etwas. Ich habe aber volles Vertrauen in die Organisation, darum wollte ich langfristig hier bleiben», sagt Hischier. (dab/sda)

Die ersten Tage von Nico Hischier als Nummer-1-Draft

Freitag, 23 Juni: Nico Hischier wird in Chicago als erster Schweizer als Nummer 1 beim NHL-Draft gezogen.
Die New Jersey Devils sichern sich die Dienste des Schweizers.
Der Moment der Entscheidung.
Und gleich dem Mami in die Arme fallen.
Natürlich darf auch der Vater da nicht fehlen – als zweiter Gratulant.
Dann geht's rein ins neue Shirt. AP/AP / Nam Y. Huh
Und posieren mit vielen wichtigen Männern. AP/AP / Nam Y. Huh
Nico Hischier im Devils-Dress. AP/AP / Nam Y. Huh
Als Devils-Fan outete er sich schon als 9-Jähriger, wie dieses Bild beweist.
Hinter den Kulissen dann nochmals Gratulationen der Liebsten.
Und immer wieder posieren, lachen und die 1 zeigen.
Das Draft-Podest, wenn man so will: Nico Hischier mit Nolan Patrick (r.) und Miro Heiskanen (l.).
Und natürlich: Alle Medienfragen beantworten.
Dazwischen noch Bilder machen mit Fans.
Samstag, 24. Juni: Mit dem Privatjet geht es von Chicago nach New York.
Die Ankunft im Prudential Center in Newark, der neuen Heimat des Schweizers.
Einmal ein Familienbild in der Kabine.
Der neue Spind.
Dann geht es weiter zu Red Bull New York, das im Derby auf den New York City FC trifft.
Hischier erhält ein Fanshirt.
Und kann seine Fussballkünste beim Jonglieren vor der Partie unter Beweis stellen. In seiner Jugend spielte der Walliser auch Fussball.
Natürlich immer wichtig: Selfies mit Fans.
Dann ging's auch noch zum Baseball-Spiel der New York Yankees.
Sonntag, 25. Juni: Hischier kriegt einen freien Tag. Am Abend steht jedoch ein Nachtessen mit Patrik Elias auf dem Programm, dem besten Devils-Skorer aller Zeiten.
Montag, 26. Juni: Es geht weiter von Medientermin zu Medientermin. Zunächst zu einigen Radio-Stationen.
Geduldig beantwortet der 18-Jährige dort die immer gleichen Fragen.
Kein Frage, wer der neue Superstar in New York ist.
Am New Yorker Times Square wird Hischier sogar von der Technologiebörse Nasdaq willkommen geheissen.
Dem Bürgermeister von Newark überreicht Nico Hischier in der City Hall ein Devils-Trikot.
Bei «Hobby's Delicatessen» ist ein Sandwich – natürlich mit Swiss Cheese – nach Hischier benannt worden. Gleich mal reinbeissen.
Hischier bei seiner offiziellen Vorstellung im Prudential Center mit Head Coach John Hynes (l.) und General Manager Ray Shero: Der Event wird sogar live auf Facebook übertragen. AP/AP / Seth Wenig

Nico Hischier beantwortet unsere ungewöhnlichen Fragen

Video: watson / Emily Engkent, Sandro Zappella

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