Der einzige Lichtblick gestern: Lozano bejubelt seinen Treffer.
Bild: EPA
Revolte in Napoli – Spieler laufen nach Remis gegen Salzburg davon, Ancelotti streikt
Nach dem 1:1 gegen Salzburg in der Champions League versinkt die SSC Napoli im Chaos. Die Spieler meutern, der Trainer schweigt und der Präsident steht mit abgesägten Hosen da.
Napoli ist in einer sportlichen Krise. Seit vier Spielen hat das Team aus der süditalienischen Hafenstadt nun nicht mehr gewonnen. Gestern kamen die «Azzurri» in der Champions League zuhause im San Paolo gegen Salzburg nicht über ein 1:1 hinaus.
Das Unentschieden gegen die Österreicher ist vielleicht auch eine Folge des Chaos, in dem der Klub gerade steckt. Präsident Aurelio De Laurentiis hatte die Mannschaft mitten in der Saison für die ganze Woche in ein Straf-Trainingslager geschickt, die Spieler wurden im eigenen Trainingszentrum Castel Volturno 35 Kilometer nördlich der Stadt kaserniert.
«Das Trainingslager ist keine Strafe, sondern eine Gelegenheit, damit sich die Spieler besser kennenlernen», begründete der extravagante Filmproduzent die Massnahme. Trainer Carlo Ancelotti sagte vor dem Spiel gegen Salzburg, man müsse die Entscheidung des Präsidenten akzeptieren. Nach dem 1:1 redete er nicht mehr. Ancelotti schwänzte die obligatorische Medienkonferenz, was eine Busse von der UEFA geben wird.
«Sag deinem Vater, dass wir nach Hause gehen»
Angefressen sind auch die Spieler. Sie liessen den Mannschafts-Car links liegen und sich in Privatautos nach Hause fahren statt zurück ins Trainingscamp. Zuvor war De Laurentiis in der Kabine gewesen, um nach dem Unentschieden gegen Salzburg zum Team zu sprechen. Er soll angeordnet haben, dass das Straf-Trainingslager trotz ansprechender Leistung wie vorgesehen weitergehen soll.
«Sag deinem Vater, dass wir nach Hause gehen», liess Captain Lorenzo Insigne dem Sohn von De Laurentiis ausrichten. Dries Mertens, Torschütze vom Dienst und seit 2013 in Napoli, soll danach der erste Spieler gewesen sein, der das Stadion auf eigene Faust verliess. Der Rest der Mannschaft sei dem Belgier dann gefolgt. Einige haben sich offenbar an ihre Anwälte gewandt, weil das Trainingslager während der Saison in ihren Augen vertragswidrig ist. «Das ist nichts anderes als eine Meuterei», hält die «Gazzetta dello Sport» fest. Die rosarote Sportzeitung befürchtet, dass die Hahnenkämpfe abseits des Rasens schwerwiegende Folgen für Napolis Saison haben könnten.
Ungewisse Zukunft: Carlo Ancelotti.
Bild: EPA
Ancelotti nach Argentinien?
Ancelotti und sein Trainerstab kehrten nach dem Spiel ohne Mannschaft nach Castel Volturno zurück. Am Fusse des Vesuv brodelt es. Und vielleicht wird Ancelotti schon bald die Konsequenzen ziehen und Napoli verlassen. Angeblich ist er Kandidat für den Trainerjob bei den Boca Juniors.
Zum Training heute erschienen die Spieler. Mertens und Koulibaly hätten zu den ersten gehört, berichten Reporter vor Ort, wollten aber nichts sagen. Präsident De Laurentiis hätte eigentlich Termine in Los Angeles, verschob diese aber, um die Situation bei Napoli zu klären. (ram)
Diese Sportler haben den perfekten Namen für ihre Sportart
Ross County FC: Die drei Torhüter beim schottischen Ross County FC heissen mit Vornamen Ross, Ross und Ross.
Luke Winters: Der Amerikanische Skifahrer hat sich bei seiner Sportauswahl die richtige Jahreszeit ausgesucht. www.imago-images.de / Klansek /Eibner-Pressefoto
Tennys Sandgren: Tennisspieler aus Tennessee, der am Australian Open 2018 überraschend Stan Wawrinka und Dominic Thiem eliminierte. AP/AP / Vincent Thian
Kai Kraft: Athletik-Trainer von RB Leipzig. Hoffentlich ist der Name nicht Programm.
Marco Velo: 3 x italienischer Meister im Zeitfahren. AP / PETER DEJONG
Chris Moneymaker heisst wirklich so – als Pokerspieler macht er viel Geld, als er 2003 die WM gewinnt und damit 2,5 Mio. Dollar einstreicht. AP NY / JOE CAVARETTA
Alan Ball: Mit England Fussball-Weltmeister 1966.
Thomas Pöck: Eine Eishockey-Dynastie in Österreich: Vater Herbert Pöck jagte dem Puck an drei Olympischen Spielen nach, die Söhne Thomas (Nationalspieler; Bild) und Markus (mehrfacher österreichischer Meister) traten in seine Fussstapfen. PHOTOPRESS / MARCEL BIERI
Thomas Zamboni: Der Assistenztrainer des EHC Biel hört auf den Namen der Eismaschine. KEYSTONE / MARCEL BIERI
Leo Beenhakker: Ein toller Name für einen Fussballer! Der Holländer führte als Trainer Ajax Amsterdam und Real Madrid zu Meistertiteln – und verpasste 1992 mit GC blamabel die Finalrunde. AP / Jon Super
Fernando De Napoli: Der italienische Fussball-Nationalspieler kommt zwar nicht, wie es sein Name verspricht, aus Napoli. Er spielte aber lange dort.
Roger Wachs: Chef-Wachser der Schweizer Langläufer. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Dong Dong: Welches Geräusch macht ein Trampolin, auf dem man herumhüpft? Genau: Dong Dong. Der gleichnamige Chinese wurde 2012 Olympiasieger, gewann 2008 Bronze und 2016 Silber. EPA/EPA / TATYANA ZENKOVICH
Jens Weissflog: Schnee ist weiss und Jens flog weit: Der DDR-Skispringer wurde Olympiasieger, Weltmeister, Gesamtweltcupsieger und Sieger der Vierschanzentournee. AP / ECKEHARD SCHULZ
Melanie Walker: Die Leichtathletin aus Jamaika kann nicht nur schnell laufen, sondern dabei auch noch springen: Sie wurde 2008 Olympiasiegerin über 400 m Hürden. EPA / ROBERT GHEMENT
René Back: Klar, dass du als Eishockey-Spieler mit dem Namen Back kein stürmischer Forward wirst, sondern hinten verteidigst.
Tim Wiese: Bevor der Deutsche zum Wrestler mutierte, war er als Fussball-Goalie da zuhause, wo er hingehört: auf der Wiese. Bongarts / Martin Rose
Toni Lang: Als Langläufer schaffte es der Deutsche in einem Teamsprint aufs Weltcup-Podest. Als er auf Biathlon umsattelte, gelang ihm das Gleiche mit der Staffel. AP / UWE LEIN
Ross Mulholland: Der irische Springreiter kann sich noch steigern: Er ist Anfang 2018 die Welt-Nummer 949.
Paddy Driver: Der Südafrikaner fuhr in der Motorrad-WM neun Mal aufs Podest und wechselte dann von zwei auf vier Räder. Bei seinen beiden Starts in der Formel 1 sah er das Ziel beide Male nicht.
Scott Speed: Der Amerikaner versuchte sich erfolglos in der Formel 1: Bei 28 Starts gewann er nie WM-Punkte. Schnell ist Speed dafür im Rallycross, wo er schon drei Mal bei den X-Games siegte. EPA / GERO BRELOER
Brian Passmore: Der ehemalige Eishockey-Profi aus Kanada führt heute seine eigene Nachwuchs-Akademie. Was gelernt wird? Sicher nicht «Dribbel, was du kannst», sondern: «Pass more!»
Klaus Stürmer: Wer mit diesem Namen zur Welt kommt und Fussballer wird, über dessen Position muss nicht diskutiert werden. Klaus war Stürmer beim HSV, nach einem Meistertitel in Hamburg wurde er mit dem FC Zürich zwei Mal Meister.
Italienischer Astronaut bestellt Pizza ins All
Video: SRF / Roberto Krone
Das könnte dich auch interessieren: