Aktuelle Themen:

Grossaktionär: Lufthansa-Sanierung wird fünf bis sechs Jahre dauern

Publiziert: 28.06.20, 07:05 Aktualisiert: 28.06.20, 07:05

Lufthansa-Grossaktionär Heinz Hermann Thiele erwartet, dass die Sanierung der deutschen Fluggesellschaft fünf bis sechs Jahre dauern wird. «Das wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg – wie schmerzhaft, das kann heute keiner sagen.»

Dies erklärte Thiele der «Bild am Sonntag». Er traue es Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr und seiner Mannschaft zu, diese Aufgabe zu schultern und die Lufthansa mittelfristig wieder zu einer starken Airline zu machen, hiess es zudem.

Heinz Hermann Thiele. Bild: sda

Das Management werde nunmehr einen Restrukturierungsplan entwerfen. Dies werde «nicht ohne harte Einschnitte abgehen, denn wir wissen nicht, wie sich die gesamte Wirtschaft und der Luftverkehr künftig entwickeln», sagte Thiele. Die Nachfrage nach Flugreisen werde sicherlich wieder zunehmen, «zunächst aber auf ein geringeres Niveau als vor Corona».

Alles auf den Prüfstand

Thiele fordert vom Lufthansa-Management harte Sparmassnahmen: «Aufgrund der umfangreichen Kredite die verzinst und getilgt werden müssen, reichen Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus. Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand», forderte er. Es müsse alles angeschaut werden, «was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich ist, wie zum Beispiel das Catering-Geschäft in Europa oder Teile der Lufthansa-Technik».

Lufthansa-Mitarbeiter setzen sich für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze ein. Bild: keystone

Seine Motivation, mit 15.5 Prozent bei Lufthansa einzusteigen, war laut Thiele kein Geschäftssinn, sondern Patriotismus und jahrzehntelange Verbundenheit mit der Marke: «Ich fliege seit 50 Jahren mit Lufthansa und habe fast immer auf allen Flügen die besten Erfahrungen gemacht. Erstklassige Maschinen, exzellenter Service, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.»

Zeit der Ungewissheit

Zu seinem künftigen Einfluss bei Lufthansa sagte Thiele dem Blatt: «Gegenwärtig habe ich keine Absicht, mein Aktienpaket zu erhöhen – ich schliesse das allerdings auch nicht aus.» Er könnte sich auch vorstellen, als Ankeraktionär um ein Verwaltungsratsmandat zu bemühen.

Die Aktionäre des schwer von der Coronavirus-Krise getroffenen Luftfahrtkonzerns hatten am Donnerstag grünes Licht für das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket des Bundes gegeben. Thieles Zustimmung galt lange Zeit als ungewiss, er kündigte erst nach langem Zögern sein Ja zu dem Hilfsprogramm an. Er stiess sich vor allem an der vorgesehenen Beteiligung der deutschen Regierung und wollte den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft nachverhandeln. (sda/afp/reu)

Die grössten Flugzeuge der Welt

Antonow An-225: Die Maschine gilt als grösstes Flugzeug der Welt. Der Frachter wurde Ende der Achtzigerjahre in der Sowjetunion entwickelt. Wikipedia / Wikipedia
Antonow An-124: Bis zur Fertigstellung der Antonow An-225 war dieser Flieger der grösste Riese am Himmel. Die Maschine war in den Siebzigern für die Sowjetarmee entwickelt worden. Wikimedia / Wikimedia
Der A380 ist das grösste in Serienfertigung produzierte zivile Verkehrsflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt. Wikimedia / Wikimedia
Die US-Maschine Hughes H-4 Hercules ist auf die Flügelspannweite bezogen das grösste bisher gebaute Flugzeug. Wikimedia / Wikimedia
Lockheed C-5 Galaxy ist ein Militärflugzeug, das seit den Sechzigern bei der US Air Force im Einsatz ist. Vor der Antonow An-124 Ruslan war es das grösste Flugzeug der Welt. Wikimedia / Wikimedia
Die Convair XC-99 wurde 1947 von den USA entwickelt. Es wurde nur ein Prototyp gebaut. Wikimedia / Wikimedia
Ein Vergleich verschiedener Grossflugzeuge.

Pilot zeigt seine ganzen Flug-Skills

Video: watson / nfr

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben