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Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini. Bild: EPA/EPA

Michel Platini fordert Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino

Publiziert: 13.05.20, 14:31 Aktualisiert: 13.05.20, 15:27

Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini hat den Walliser Gianni Infantino dazu aufgefordert, sein Amt als Präsident der FIFA niederzulegen. Infantino habe sich seinen Posten «durch eine clevere Kombination von Umständen» ohne eine «besondere Legitimität» gesichert, sagte der 64-Jährige in einem Interview mit «L’Illustré».

Zuletzt hatten drei nicht protokollierte Geheimtreffen von Infantino mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber für Aufregung gesorgt. Diese hatten 2016 und 2017 stattgefunden. Gegen Lauber stehen deshalb Vorwürfe von Amtsmissbrauch, Amtsgeheimnisverletzungen und Begünstigungen im Raum, hatte er doch zu diesem Zeitpunkt mehrere Verfahren gegen den Weltfussball geleitet. Darunter war auch das Verfahren um die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland, das Ende April wegen Verjährung eingestellt wurde. Die Treffen sollen auf Wunsch von Infantino arrangiert worden sein.

Gianni Infantino habe seinen Posten ohne «besondere Legitimität» erhalten. Bild: EPA

«Infantino und Lauber denken, sie seien unantastbar und stünden über dem Gesetz», sagte Platini. «Ich glaube, Lauber weiss aber, dass er die rote Linie überschritten hat. Was Infantino angeht: In meinen Augen sollte er sein Amt zur Verfügung stellen. Als Opportunist wird er aber alles tun, um seine Position nicht aufzugeben.»

Platini selbst war 2016 von der Ethikkommission der FIFA zu einer achtjährigen Sperre für alle Funktionen im Fussball verurteilt worden. Grund war eine Zahlung des ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter an den Franzosen, die unter Korruptionsverdacht fiel. Die Strafe wurde später auf vier Jahre reduziert und endete im Oktober vergangenen Jahres. Nachdem die Sperre bestätigt worden war, trat Platini umgehend als UEFA-Präsident zurück. (zap/sda)

Die 12 überraschendsten Fussball-Meister

Leicester City, 2015/2016: Die wohl grösste Sportsensation aller Zeiten. Leicester – vor der Saison mit einer Meisterquote von 5000:1 (gleiche Quote wie dass der heisseste Tag des Jahres auf Weihnachten fällt) – wird englischer Meister. Riyad Mahrez und Jamie Vardy sind die grossen Figuren beim Märchen, Gökhan Inler spielt als Tribünengast eine Nebenrolle. Drei Runden vor Schluss ist der Titel gesichert. Unfassbar. X01095 / Craig Brough
Nottingham Forest, 1977/78: Mit dem legendären Trainer Brian Clough düpieren die «Tricky Trees» den damaligen Serienmeister Liverpool. Dank nur drei Niederlagen in 42 Spielen distanzieren sie die «Reds» um sieben Punkte auf Rang zwei. AP PA
Hellas Verona, 1984/85: Juventus mit dem grossen Spielmacher Platini dominiert den italienischen Fussball. Inter Mailand hat Rummenigge. Und Hellas Verona? Unter Trainer Osvaldo Bagnoli besteht Verona mit bescheidenen Mitteln gegen die illustre Konkurrenz und holt den bislang einzigen «Scudetto». (Bild: Wikipedia) wikipedia
Nantes, 1994/95: Mit einer blutjungen Mannschaft gewinnen «les canaris», die Kanarienvögel, die Meisterschaft mit elf Punkten Vorsprung auf Lyon. Unter anderem sind die späteren Weltstars Christian Karembeu (damals 23-jährig) und Claude Makelele (damals 21-jährig) im Kader. (Bild: lequipe.fr) lequipe.fr
Wladikawkas, 1994/95: Mit Spartak-Alanija aus der Stadt Wladikawkas im Nordkaukasus rechnete Mitte der Neunziger in Russland niemand. Doch den Ossetiern gelang es als erste nicht aus Moskau stammende Mannschaft, die russische Premier League zu gewinnen. Sie wurden Meister mit sechs Punkten Vorsprung auf Lok Moskau. In der Tabelle folgend die weiteren Hauptstadtklubs: Spartak, Dynamo, Torpedo und ZSKA.
Kaiserslautern, 1997/98: Zum ersten und bisher einzigen Mal wird ein Bundesliga-Aufsteiger Meister. Im Mittelfeld ziehen Ciriaco Sforza und der 20-jährige Michael Ballack die Fäden. Vorne sorgen Flügel Ratinho und Knipser Olaf Marschall für Gefahr. «So etwas wird es nie wieder geben», sagt Trainer Otto Rehhagel. MICHAEL PROBST
Aarau, 1992/93: Aus Prügelknaben werden Himmelstürmer. Die Saison zuvor fast abgestiegen, spielt die Truppe von Trainer Rolf Fringer unbekümmert, variantenreich und mit aggressivem Pressing. Hinten ist Goalie Andreas Hilfiker eine Bank. Verteidiger Roberto Di Matteo, Mittelfeldspieler Ryszard Komornicki und Stürmer Petar Aleksandrov bilden eine starke Achse. KEYSTONE / WALTER BIERI
Montpellier, 2011/12: Die Südfranzosen verfügen nur über das 13.-höchste Budget. Nicht Stars kaufen, sondern Stars machen, ist das Motto. So geht in der Saison 2011/12 etwa der Stern von Olivier Giroud auf, der mit 21 Toren am bislang einzigen Meistertitel beteiligt ist. EPA / GUILLAUME HORCAJUELO
St.Gallen, 1999/2000: Der FCSG startet als klarer Abstiegskandidat in die Saison, überwintert jedoch sensationell als Tabellenführer. Die Finalrunde lancieren die «Espen» mit einem denkwürdigen 4:4 gegen GC, bei dem Charles Amoah in letzter Sekunde den Ausgleich erzielt. Es ist die Initialzündung zum zweiten Meistertitel nach 1904. KEYSTONE / WALTER BIERI
Atlético Madrid, 2013/14: Nach 18 Jahren Unterbruch gewinnen «los colchoneros» wieder die Liga. Bemerkenswert: Erstmals seit zehn Jahren heisst der spanische Meister nicht Real Madrid oder Barcelona. AP / ANDRES KUDACKI
Alkmaar, 2008/09: Als «sein kleines Meisterstück» bezeichnet Louis van Gaal den unerwarteten Titel mit AZ. Die Spielzeit 2008/09 beendet Alkmaar mit elf Punkten Vorsprung auf das zweitplatzierte Twente. EPA / MARCEL ANTONISSE
Wolfsburg, 2008/2009: Zwei Jahre zuvor wird Trainer Felix Magath bei den Bayern trotz Meistertitel vom Hof gejagt, der Coup mit Wolfsburg deshalb umso süsser. «Vielleicht haben wir nicht die beste Mannschaft, aber wir haben am besten gespielt», erklärt Magath das einfache Erfolgsrezept. EPA / MARCUS BRANDT
Deportivo La Coruña, 1999/2000: «Super Depor», ein Fussballmärchen, das dem Geldhahn von Präsident Augusto César Leondoiro entspringt. Trotzdem ist Deportivos Titel eine faustdicke Überraschung. Mit Spielern wie Roy Makaay (26 Saisontore), Pauleta, Walter Pandiani und Flavio Conceicao übertölpeln die Galicier das grosse Real Madrid. AP / DELMI ALVAREZ

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