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Die Fans der ZSC-Lions haben eine klare Meinung. Bild: KEYSTONE

Die ZSC Lions als Meister? Das ist Betrug am HCD

Die Klubvertreter können bei der Ligaversammlung die ZSC Lions zum Meister küren. Es wäre nicht nur der billigste Titel der Geschichte. Es wäre Betrug an der Konkurrenz. Eine Polemik für Gerechtigkeit im Sport.

Publiziert: 13.03.20, 05:36 Aktualisiert: 13.03.20, 08:57

Wer nach 50 Spielen am meisten Punkte hat, verdient Lob und Preis. Aber mehr nicht. Und vor allem keinen meisterlichen Ruhm. Seit 1986 wird der Titel im Playoff-Modus vergeben. Die Zusammenstellung der Teams und der Trainingsaufbau sind auf dieses Ziel ausgerichtet. Wer Meister werden will, sagt: Qualifikationssieger – na und?

Dass heute im Rahmen der Liga-Versammlung in Ittigen (BE) überhaupt darüber abgestimmt wird, ob die ZSC Lions als Qualifikationssieger zum Meister gemacht werden sollen, ist ein Ärgernis. Die Zürcher müssten eigentlich so viel Grandezza und Noblesse haben, von sich aus auf so billige Lorbeeren zu verzichten. Und sollten sie in ihren Sponsoren-Verträgen Meister-Prämien eingebaut haben und deswegen nach meisterlichem Ruhm streben – dann müssen wir sagen: die Zürcher verkaufen sportliche Ehre für ein paar Silberlinge.

«Wie Geburtstag ohne Kuchen» - das sagen die ZSC Lions zum Ausfall der Playoffs

Video: watson/Lino Haltinner

Meister zu sein ist die höchste Ehre im Sport. Diese Ehre darf nicht an den Qualifikationssieger verschenkt werden. Wenn nun die ZSC Lions auf Augenhöhe mit den Meistern seit 1986 im Geschichtsbuch geführt werden, dann ist es eine Abwertung aller bisherigen Titel seit Einführung der Playoffs. Um Meister zu sein, genügt es nicht, am Schluss die letzte Partie gegen den EV Zug zu gewinnen. Gewiss, das war so etwas wie ein «Final».

Aber wer nach einem Sieg über Zug in einem Spiel, in dem es um etwas geht, meisterlichen Ruhm beansprucht, macht sich eigentlich fast lächerlich. Wir wissen ja: geht es um etwas, verliert Zug.

Aber es gibt noch etwas viel Wichtigeres: die meisterliche Ehre hat unbefleckt, wahr und klar zu sein. Und das ist sie nicht, wenn die ZSC Lions zum Meister ausgerufen werden. Es wäre Betrug am HC Davos.

«Ob wir tatsächlich beide Partien gewonnen hätten, wenn wir mit der bestmöglichen Mannschaft angetreten wären, ist reine Spekulation.»

HCD-Sportchef Raeto Raffainer.

Der HC Davos wäre mit zwei Dreipunkte-Siegen in den letzten beiden Runden gegen Schlusslicht Rapperswil-Jona und Vize-Schlusslicht Ambri Qualifikationssieger geworden. Wäre klar gewesen, dass der Qualifikationssieger auch Meister werden kann, hätten Sportchef Raëto Raffainer und sein Trainer Christian Wohlwend mit ziemlicher Sicherheit anders disponiert.

Im Hinblick auf die Playoffs hat der HCD in diesen letzten beiden Partien wichtige Spieler (auch Ausländer) geschont. Und prompt in Rapperswil-Jona verloren (0:3). Raëto Raffainer sagt: «Ob wir tatsächlich beide Partien gewonnen hätten, wenn wir mit der bestmöglichen Mannschaft angetreten wären, ist reine Spekulation. Aber es ist schon so: wir hätten in anderer Aufstellung gespielt.»

Soll der HCD auch um den Meistertitel mitdiskutieren können? Bild: KEYSTONE

Und was ist eigentlich mit Servette, das noch nie Meister war und den Qualifikationssieg nur um drei Punkte verfehlt hat? Eben. Wir wollen gar nicht mehr weiter grübeln.

Die ganze Qualifikation wäre anders gelaufen, wenn von allem Anfang an klar gewesen wäre, dass der Sieg in der Qualifikation auch den Titel bringen kann. Und es wäre auch etwas anderes, wenn im Reglement stehen würde, dass der Qualifikationssieger Meister wird, wenn die Playoffs nicht gespielt werden. Dann könnten die Zürcher mit gutem Recht sagen: «Wir haben die Reglemente eben gelesen und deshalb alles getan, um die Qualifikation zu gewinnen.»

Noch schlimmer ist es mit dem Antrag, Kloten als Qualifikationssieger und Playoff-Halbfinalisten am grünen Tisch aufsteigen zu lassen. Da es ja keinen Absteiger gibt, müsste die nächste Saison mit 13. Teams gespielt werden. Was kein Problem wäre. Aber Aufstieg am grünen Tisch für eine Mannschaft, die nicht einmal regulär Meister der Swiss League geworden ist, ja noch nicht einmal den Playoff-Final in der zweithöchsten Liga erreicht hat? Absurd.

Der SCB, der 1986 am grünen Tisch aufgestiegen ist, war wenigstens NLB-Playoff-Finalist und jemand musste ja nachrücken, um das freiwillig in die 1. Liga abgestiegene Arosa zu ersetzen. Und trotzdem war dieser Aufstieg nicht ruhmreich. Aber gut für unser Hockey.

Höhere Umstände haben das vorzeitige Ende der Saison 2019/20 provoziert. Das reicht. Es kann nicht sein, dass nun höhere Umstände auch noch für das Einheimsen von billigem Ruhm und grober Unsportlichkeit missbraucht werden.

Kein Meister und kein Aufsteiger 2020. Punkt. Habe fertig.

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NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

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