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Schweizer Handyanbieter Mobilezone hat ein gutes Jahr hinter sich

Publiziert: 13.03.20, 08:18

Mobilezone hat 2019 beim Umsatz erneut zugelegt. Dieser kletterte um 10.7 Prozent auf 1.32 Milliarden Franken.

Unter dem Strich erzielte der Schweizer Konzern einen Reingewinn von 44.4 Millionen Franken, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Das sind 12.4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit dem Betriebsgewinn von 59.6 Millionen Franken sei das eigene Ziel von 56 bis 61 Millionen Franken erreicht worden. Die Erwartungen der Analysten traf das Unternehmen beim Betriebs- und Reingewinn ebenfalls.

Mobilezone-Shops sollen «Verjüngungskur» erhalten

Zufrieden ist die Gesellschaft vor allem mit dem Segment Handel sowie mit dem Schweizer Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden. Obwohl der «Aussenumsatz» um 3.7 Prozent auf 273 Millionen abgenommen habe, sei das Betriebsergebnis um 40.5 Prozent auf 20.9 Millionen gesteigert worden, teilte Mobilezone mit. Die Weiterentwicklung dieses Geschäfts habe nun höchste Priorität.

Das zeigt sich auch mit Blick auf die Investitionen: Im Geschäftsjahr 2019 hat Mobilezone gemäss Communiqué gesamthaft 10 Millionen Franken investiert. Für das Jahr 2020 seien Investitionen in der gleichen Höhe geplant, hiess es. Das Geld fliesse unter anderem in die Filialen. Bis 2023 werde man sämtliche Shops in der Schweiz einer Verjüngungskur unterziehen. In der Medienmitteilung heisst es, sie würden «hinsichtlich eines neuen Shop-Layouts umgebaut».

Mobilezone-Shop im Einkaufszentrum Westside in Bern. Alle Läden sollen ein neues «Layout» erhalten. archivBild: KEYSTONE

Das Reparatur-Geschäft lief schlecht

Weniger positiv fiel das Jahr 2019 in der Sparte «Service Providing» aus. Diese beinhaltet unter anderem die TalkTalk-Mobil-Angebote und die Reparaturen. Der Umsatz nahm hier auf noch 75 Millionen von zuvor 96 Millionen Franken ab.

Den Rückgang bei den Volumen und der Profitabilität im Geschäft mit Reparaturen habe man leider auch 2019 nicht stoppen können, hiess es. Betroffen waren hiervon sowohl die Schweiz als auch Österreich.

Im laufenden Jahr 2020 möchte die Gesellschaft erneut einen Betriebsgewinn in der Spannbreite von 56 bis 61 Millionen erzielen. Man rechne also mit einer «flachen Entwicklung», schrieb das Unternehmen.

Für Aktionäre soll die Dividende – wie in den Vorjahren – 60 Rappen pro Aktie betragen.

In drei Ländern aktiv

Die Mobilezone-Gruppe beschäftigt laut eigenen Angaben mehr als 1200 Mitarbeitende an den Standorten Rotkreuz, Urnäsch, Zweidlen (Glattfelden), Wien, Obertshausen, Berlin, Köln, Bochum und Münster. Zur Mobilezone Holding AG gehören die Tochtergesellschaften mobilezone ag, mobiletouch ag, mobiletouch austria GmbH, TalkTalk AG, einsAmobile GmbH, TPHCom und SH Telekommunikation Deutschland GmbH.
Das Angebot umfasse ein vollständiges Handy-Sortiment und Tarifpläne für Mobil- und Festnetztelefonie, Digital TV und Internet sämtlicher Anbieter.
Die Dienstleistungen und Produkte werden laut Mobilezone-Website in 120 eigenen Shops in der Schweiz angeboten, an rund 90 Standorten in Deutschland (Partnershops) «sowie online über diverse Webportale».

(dsc/sda/awp)

Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks

«Wo biiisch!?» watson präsentiert Meilensteine der Schweizer Mobilfunk-Geschichte. KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
1978 geht in der Schweiz das erste öffentliche Mobilfunknetz in Betrieb: NATEL A. Das ist die Abkürzung für Nationales Autotelefon ... und wird zum Synonym für Mobiltelefon. KEYSTONE / STR
Der Begriff «Handy» setzt sich in der Schweiz erst viel später durch, weil er seit den 1960ern durch das Geschirrspülmittel der Migros belegt ist. PS: Die Romands sagen «Mobile» und die Tessiner «Telefonino».
Alleiniger Netzbetreiber ist lange Zeit der Bund, oder besser die schweizerische PTT, die Behörde für Post, Telefon und Telefax. KEYSTONE / STR
1983 lancieren die PTT mit NATEL B ein zweites zusätzliches Mobilfunknetz, um die grosse Nachfrage zu befriedigen. (Und in Zürich startet das «Nonstop»-Sexkino Cinebref) KEYSTONE / STR
1984 stellen die PTT das schnurlose Funktelefon «Radiotel» vor. Es ist für eine monatliche Gebühr von 26 Franken erhältlich, eignet sich jedoch ausschliesslich für den hausinternen Gebrauch. KEYSTONE / STR
1987 ist das Jahr, in dem der Mobilfunk technische Fortschritte macht ... KEYSTONE / STR
Im September 1987 geht in der Region Zürich das erste NATEL-C-Netz in Betrieb. Nun werden die Mobiltelefone kompakter und auch langsam günstiger. KEYSTONE / STR
1991: Mit NATEL D lancieren die PTT das erste digitale Mobilfunknetz, das zudem mit ausländischen Netzen verbunden werden kann. Das Foto zeigt ein Mobiltelefon des Schweizer Herstellers Ascom. KEYSTONE / PATRICK AVIOLAT
April 1996: SBB, UBS und Migros gründen die Newtelco AG, die 1997 – nach Einstieg von British Telecom und Tele Danmark – den Markennamen «Sunrise» lanciert. KEYSTONE
1992 bis 1998: Der Schweizer Telekommunikationsmarkt wird liberalisiert, die PTT verlieren ihr Monopol. Der Fernmeldebereich wird 1993 zur Telecom PTT und 1997 zur selbständigen Swisscom. KEYSTONE / STR
Juni 1994: Das Bundesgericht verbietet in einem Grundsatzurteil das Telefonieren während dem Autofahren. Wer von der Polizei erwischt wird, bezahlt 40 Franken. Per September 1996 wird die Busse auf 100 Franken erhöht. APA FILES / GEORGES SCHNEIDER
1997: Miss-World-Finalistin Tanja Gutmann posiert am Strand mit Handy und die «Sonntagszeitung» bringt einen der ersten kritischen Artikel zum Thema Roaming-Gebühren. Titel: «Tarif-Chaos im weltweiten Handy-Netz». Die Swisscom versucht zu beschwichtigen. AP / ADIL BRADLOW
1998: Der Mobilfunk boomt, in der Schweiz gibt es 1,3 Millionen Handy-Besitzer. KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
April 1998: Der Bund vergibt die zwei neuen Mobilfunklizenzen an die Unternehmen Diax und Orange Communications. Die drei Mitbewerber Sunrise, Fortel SA und Unlimitel gehen leer aus. KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
August 1998: Obwohl sich die Mehrheit der Bündner Jäger für die Zulassung von Mobiltelefonen auf der Jagd ausgesprochen hat, lehnt die Kantonsregierung das Begehren ab. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
Dezember 1998: Das Swisscom-Monopol fällt. An Heiligabend schaltet Diax sein Mobilfunknetz auf, das allerdings nur Teile der Schweiz abdeckt. Bild: Hans Rudolf Wittmer, Diax-Chef. KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
1999: Natel-Antennen sorgen vermehrt wegen Gesundheitsrisiken und Klagen von Anwohnern für Schlagzeilen. Die Fachleute sind sich uneins, was die Auswirkungen des Elektrosmogs betrifft, und die Strahlungs-Grenzwerte sind umstritten. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Februar 2000: Die EU-Kommission nimmt die Roaming-Tarife der europäischen Mobilfunk-Anbieter ins Visier. Die Preisunterschiede bei internationalen Anrufen mit und ohne Roaming betragen laut Untersuchungen bis zu 500 Prozent. AP / EDGAR R.SCHOEPAL
2001: Die Schweizer Telekom-Firmen Diax und Sunrise fusionieren, der Markenname «diAx» verschwindet. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
2002: Sunrise lanciert das Multimedia Messaging-System MMS. Und über die Weihnachtstage werden mehrere Millionen von SMS-Botschaften verschickt, so viel wie noch nie. KEYSTONE / WALTER BIERI
Ende 2012: Die Swisscom lanciert als erster Schweizer Provider ein LTE-Netz, das ist praktisch der Schweizer Startschuss ins 4G-Zeitalter. KEYSTONE / GAETAN BALLY
2015: Orange (Schweiz) ändert den Namen und heisst neu Salt. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Juni 2017: In der EU werden die Roaming-Gebühren abgeschafft. AP/AP / Francois Mori
Schweizer Mobilfunkanbieter dürfen von ihren Kunden weiterhin happige Zuschläge verlangen, wenn diese im Ausland telefonieren und mobil surfen – das Parlament sträubt sich bislang gegen eine Einschränkung. KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Die Parlamentarier dürfen im Ausland täglich pauschal 50 Franken fürs Roaming abrechnen – unabhängig davon, ob sie diesen Betrag effektiv benötigen. KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
April 2019: Swisscom gibt die Inbetriebnahme des ersten 5G-Netzes in der Schweiz bekannt – in vorerst 54 Ortschaften, darunter Chur, Davos, Genf, Lausanne und Zürich. Gleichzeitig nimmt der politische Widerstand gegen den Bau neuer Antennen in einzelnen Kantonen zu. KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI
April 2019: Während die Provider den neuen Mobilfunk-Standard propagieren, legt der Jura den Antennenbau auf Eis: Und auch die Kantonsregierungen von Genf und Waadt haben wegen Gesundheitsbedenken ein provisorisches 5G-Moratorium beschlossen. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
März 2020: Die Swisscom stellt dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) Standortdaten aus ihrem Mobilfunknetz zur Verfügung, um die Mobilität der Bevölkerung in der Corona-Krise zu überwachen. Bild: Ein geschlossener Spielplatz auf einer Autobahn-Raststätte in Maienfeld GR. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
November 2020: Die Schweizer Teleko-Anbieter UPC und Sunrise sind keine Konkurrenten mehr, sondern Tochterunternehmen der Muttergesellschaft Liberty Global. Erklärtes Ziel ist es, der Marktführerin Swisscom beim ultraschnellen Internet (Glasfaser und 5G-Mobilfunk) Kundinnen und Kunden abzujagen. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
2021: Das 2G-Netz von Swisscom wird Anfang Jahr endgültig abgeschaltet. Seit diesem Zeitpunkt kann kein Gerät mehr darauf zugreifen. Im Bild: Urs Schaeppi, CEO von Swisscom. KEYSTONE / ENNIO LEANZA

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