Die Jugendsession hat begonnen – 200 Jugendliche wollen mitreden
In Bern hat am Donnerstag die Jugendsession begonnen: 200 Jugendliche aus der ganzen Schweiz diskutieren während vier Tagen aktuelle politische Themen. Zuerst werden diese in Arbeitsgruppen behandelt. Das Plenum - die eigentliche Session - wird am Samstag eröffnet.
Dass die Jugend ihre Zukunft mitbestimmen wolle, zeigten die aktuellen Klimastreiks, schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung. Der Klimaschutz gehört denn auch zu den Themen der diesjährigen Jugendsession.
Daneben beschäftigen sich die Jugendlichen mit Lohngleichheit, Datenschutz im Gesundheitswesen, Medienwandel, Kinderrechten, der Lebensdauer von Geräten, E-Voting und E-Government sowie der Automatisierung im Arbeitsmarkt. Unterstützt werden sie von Expertinnen und Experten sowie Parlamentsmitgliedern.
Mitreden und Mitentscheiden
Die Jugendsession diene dazu, die Citoyenneté - das Mitreden, Mitgestalten und Mitentscheiden - der Jugendlichen in der Schweiz zu fördern, heisst es in der Mitteilung.
Am Samstag wird Vizekanzler Viktor Ross die Jugendsession im Bundeshaus eröffnen. Am Sonntag folgen die Debatten im Plenum: Im Nationalratssaal diskutieren die Jugendlichen ihre Positionen und Forderungen, die sie in den Arbeitsgruppen erarbeitet haben. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio wird die verabschiedeten Forderungen entgegen nehmen.
Anmelden konnten sich Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren. Die Plätze für die Jugendsession werden in einem Auswahlverfahren vergeben, das auf eine möglichst breite Vertretung der Jugend in der Schweiz abzielt. Die erste Jugendsession hatte 1991 stattgefunden, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft. (aeg/sda)
Klimademo der Jungen (und auch der Alten)
In 13 Schweizer Städten haben am Samstag neben Tausenden Schülerinnen und Schülern auch ihre Eltern, Grosseltern und andere Sympathisanten für einen besseren Klimaschutz und die Ausrufung des Klima-Notstands demonstriert.
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Die Organisatoren hatten im Vorfeld auf den sozialen Medien intensiv mobilisiert. Allein in Zürich nahmen nach Angaben der Stadtpolizei Zürich weit über 10'000 Personen teil. Der Demonstrationszug verlief auf der bewilligten Route friedlich.
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In Bern nahmen schätzungsweise 1500 bis 2000 Personen an der von Schülerinnen und Schülern organisierten Klima-Kundgebung teil. Die Teilnehmer brachten im wahrsten Sinn des Wortes den Waisenhausplatz zum Erzittern.
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Auch in Luzern versammelten sich rund 2000 Personen, wie Mitorganisatorin Lena Merz auf Anfrage sagte. Das sind deutlich mehr als vor gut zwei Wochen. KEYSTONE / URS FLUEELER
«Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!», skandierten sie. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Die Demonstranten verlangen, dass die Erderwärmung als Krise anerkannt und entsprechend gehandelt wird. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Sie fordern unter anderem, dass die Schweiz bis 2030 im Inland die Treibhausgasemissionen auf null reduziert, ohne Einplanung von Kompensationstechnologien. Deshalb müsse der Klima-Notstand ausgerufen werden. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
10'000 Personen demonstrierten in Lausanne, wie ein Polizeisprecher sagte. EPA/KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Sie skandierten unter anderem: «Et un et deux et trois degrés, c'est un crime contre l'humanité» (Und ein und zwei und drei Grad, das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit). EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
In Basel zogen nach Schätzungen eines Keystone-SDA-Reporters vor Ort rund 4000 mehrheitlich Schüler und Jugendliche, aber auch Eltern mit Kindern und Pensionierte vom Barfüsserplatz zum Messeplatz. EPA/KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Auf Transparenten waren Forderungen zu lesen wie «Bäume statt Autos», oder «Wäre die Welt meine Tochter, hätte ich schon längst die Kesb am Hals», «There is no Planet B» und «Die Welt ist keine Katze – sie hat nur ein Leben». EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Mehr als 2500 Personen gingen in Freiburg auf die Strasse. Die Bewegung in Freiburg bleibe auf der nationalen Linie und sei parteiunabhängig, sagte Leo Tinguely, Soziologiestudent und Mitorganisator der Kundgebung, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Aus diesem Grund hätten auch keine Vertreter von Parteien das Wort ergriffen.
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In St.Gallen zogen rund 800 Demonstranten aller Altersgruppen durch die Innenstadt. Zuvorderst hielten Schülerinnen und Schüler Spruchbänder mit «Macht mal was!» oder «Make the earth great again». Auch hier beteiligten sich an dem Demonstrationszug vom Klosterbezirk durch die Einkaufsgassen zum Bahnhof viele Erwachsene, Familien mit kleinen Kindern und Klima-Senioren.
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Die vorhergehenden Klima-Streiks fanden jeweils am Freitag statt (hier ein Foto von Zürich). Als Grund für die Durchführung der Klimademo an einem Samstag sagte Miriam Rizvi, Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz: «Wir wollten, dass auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auch Lehrerinnen und Lehrer teilnehmen können».
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Auch das Tessin wurde erstmals von der Klimastreikwelle erfasst. Über 1000 Schüler, Studenten und Familien demonstrierten in der Bellinzoneser Innenstadt.
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Mit Parolen wie «Hände weg von unserer Zukunft» oder «Wir wollen saubere Lungen» zog die erste Tessiner Klimademonstration friedlich durch die Strassen. Der Zug endete in einem gemeinsamen stillen Protest vor dem kantonalen Regierungsgebäude auf der «Piazza di Governo».
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Am Freitag vor zwei Wochen hatten in mehreren Schweizer Städten Klimademonstrationen stattgefunden. Viele Jugendliche schwänzten dafür die Schule. Vorbild ist die junge Schwedin Greta Thunberg, die jeden Freitag die Schule schwänzt, um für eine Reduktion des CO2-Ausstosses zu demonstrieren.
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Social Media soll für unter 18-Jährige reguliert werden
Video: SRF / Roberto Krone
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