1006 Mafiosi sitzen in Italien lebenslang hinter Gittern – jetzt dürfen sie hoffen
In Italien heisst lebenslänglich wirklich lebenslänglich – zumindest für Mafioso. Der Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg sagt nun, das Haftregime für Mafiabosse in Italien sei entwürdigend.
Wird ein italienischer Mafioso zu «fine pena mai» verurteilt, also zu einer lebenslänglichen Strafe, ist das wörtlich zu nehmen. Lebenslänglich ist in Italien wirklich lebenslänglich – zumindest für Mafiosi und andere Schwerverbrecher, die nicht mit der Justiz zusammenarbeiten. Der letzte prominente Mafioso, der dies am eigenen Leib erfuhr, war Toto Riina, genannt «die Bestie».
Riina soll für über 100 Morde verantwortlich gewesen sein. Der ehemalige Superpate der Cosa Nostra war Ende 2017 nach 24 Jahren Haft in einem Hochsicherheitstrakt im Alter von 87 Jahren gestorben. Trotz seiner schweren Krankheit und seines hohen Alters hatten es die italienischen Gerichte abgelehnt, ihm eine Hafterleichterung zu gewähren. Es wurde ihm verboten, in einem Spital im Kreis seiner Angehörigen zu sterben.
Salvatore Toto Riina, genannt «die Bestie»: Der Superpate der Cosa Nostra starb hinter Gitter.
Bild: AP/AP
Das strikte Regime der niemals endenden lebenslänglichen Freiheitsstrafen ist seit diesem Sommer Thema beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Jetzt fordern die Strassburger Richter in einem Urteil, dass die italienische Regierung das Gesetz ändern soll.
Die niemals endenden Strafen würden gegen die Menschenrechtskonvention verstossen. Ein Verurteilter, der das Unrecht seiner Taten einsehe, sie bereue und dem ausserdem gute Führung sowie eine günstige Prognose attestiert werde, müsse die Aussicht auf eine Reduktion seiner Strafe haben, so das Gericht.
1106 Verbrecher sitzen lebenslang in Haft
Das Urteil fiel, nachdem sich rund 20 inhaftierte Mafiabosse an den EGMR gewandt hatten. Unter den Mafiabossen ist beispielsweise Marcello Viola, von der kalabrischen ’Ndrangheta, der zu viermal lebenslänglich verurteilt wurde.
Der Anschlag auf Mafia-Jäger Giovanni Falcone im Mai 1992.
Bild: AP/AP
Seit 20 Jahren sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in den Abruzzen ein. Viola, der auch «Chirurg» genannt wird, hatte in den 1990er-Jahren im Rahmen einer blutigen Clan-Fehde den Paten einer rivalisierenden Familie mitten auf der Piazza der Kleinstadt Taurianova köpfen lassen. Anschliessend warfen er und seine Komplizen den abgetrennten Kopf des Opfers in die Luft, um damit eine Art Tontauben-Schiessen zu veranstalten. Nach dem Strassburger Urteil kann sich Viola nun berechtigte Hoffnung auf eine baldige Entlassung machen.
Aber nicht nur Viola kann hoffen: Insgesamt sitzen in Italiens Gefängnissen 1106 Verbrecher, die zu einer nie endenden lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden sind. Mehr als die Hälfte von ihnen, nämlich 628, befinden sich seit über 20 Jahren hinter Gittern, 375 sogar seit 25 Jahren oder mehr.
Die allermeisten sind Mafiosi, darunter befinden sich auch die höchsten Bosse der sizilianischen Mafia Cosa Nostra oder der neapolitanischen Camorra.
«Kampf gegen Mafia wird schwieriger werden»Italiens Anti-Mafia-Staatsanwälte, die bei der Jagd auf die Paten ihr Leben riskieren, sind entsetzt über den Strassburger Entscheid: «Das ist ein äusserst gefährliches Urteil», betont Giancarlo Caselli, einer der prominentesten früheren Mafiajäger Italiens.
Die Strassburger Richter verstünden nichts von der Mentalität der «ehrenwerten Gesellschaft»: «Die Mafiosi denken nicht daran, zu bereuen: Sie haben einen lebenslangen Treueschwur auf die Mafia geleistet. Ihnen Freiheit zu gewähren bedeutet, dass sie ihre kriminelle Aktivität wieder aufnehmen.» Die mafiöse Kultur aus Treueschwüren, Ehrenkodexen und Verschwiegenheit könne man nur mit der Drohung von Isolationshaft bis zum Tod knacken.
Laut Caselli habe der Staat damit erreicht, dass Hunderte Mafia-Mitglieder mit der Justiz zusammenarbeiten. «Fällt diese Drohkulisse weg, wird der Kampf gegen die Mafia wieder schwieriger», betont der Ex-Staatsanwalt.
Auch Justizminister Alfonso Bonafede zeigt sich konsterniert über das Urteil: «Unser Justizsystem respektiert die Rechte aller Gefangenen, aber gegenüber der organisierten Kriminalität reagiert Italien mit Entschlossenheit», betont er. Die Regierung werde nach Möglichkeiten suchen, dass die bisherige, unverzichtbare Bedingung für Hafterleichterungen – also die Kooperation mit der Justiz –– aufrechterhalten bleibt. Wie dies nach dem Urteil aus Strassburg geschehen soll, hat Bonafede allerdings offengelassen. (aargauerzeitung.ch)
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34 Mitglieder der neapolitanischen Mafia Camorra werden während des Prozesses im Gerichtssaal eingesperrt. Rechts im kleineren Käfig sitzt der Kronzeuge, Viterbo 1911. Behandelt wurde der brutale Mord an Gennaro Cuocolo – einem Meisterdieb der Camorra – und dessen Frau. Vieles lief in diesem Verfahren nicht sauber, Beweise wurden gefälscht, Zeugen eingeschüchtert, den als gerecht geltenden Staatsanwalt ersetzte man durch einen formbareren, während ein allzu kritischer Journalist entlassen wurde. Man wollte ein Exempel statuieren. Alle Angeklagten bekamen eine Haftstrafe, insgesamt wurden mehr als 400 Jahre Freiheitsstrafe verhängt. Die beiden Hauptangeklagten, Enrico Alfano und Giovanni Rapi, wurden zu 30 Jahren Haft verurteilt. 1927 zog der Kronzeuge Abbatemaggio sein Geständnis zurück und erklärte, dass seine Enthüllungen das Ergebnis des Drucks der Ermittler gewesen seien – das führte allerdings nicht zu einer Verfahrensrevision. bild: reddit Das Anatomie-Museum an der Medical School der Universität Edinburgh, Schottland, 1895. bild: reddit Eine Brieftaube wird während der Schlacht von Amiens aus einer Panzerluke losgeschickt, 9. August 1918. Im Ersten Weltkrieg wurden schätzungsweise 100'000 Brieftauben zur Nachrichtenübermittlung eingesetzt. Ihre Erfolgsrate lag bei ungefähr 95 Prozent. bild: reddit Ein US-Soldat steht mitten in den Trümmern des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, nachdem sich die 300 deutschen Soldaten und Volkssturmmänner, die sich darin verschanzt hatten, am 20. April 1945 ergeben haben. bild: reddit Ein junger Amerikaner lässt sich das Bild einer Kriegsanleihe auf die Brust tätowieren, Chicago, 1945. Um möglichst grosse finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung zu bekommen, wurde an den Patriotismus appelliert – es hiess, der Absatz der Anleihe habe eine kriegsentscheidende Bedeutung. bild: reddit Nachmittag in der Rue Gay-Lussac in Paris während der Unruhen im Mai 1968. Die anfänglich von Studenten ausgehenden Proteste führten zu einem wochenlangen Generalstreik, der das ganze Land lahmlegte.
bild: reddit Familienausflug in Japan, 1950er. bild: reddit Ein deutscher Luftwaffen-Soldat sitzt auf Stalins Kopf, 1941 an der Ostfront.
bild: reddit Der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy auf seiner Yacht Honey Fitz bei Hyannis, Massachusetts, Ende August 1963. Man bemerke auch den kleinen weissen Klecks auf seinem Pulli. bild: reddit Drei Monate später war Kennedy tot – erschossen vom Attentäter Lee Harvey Oswald während einer Fahrt im offenen Wagen durch die Innenstadt von Dallas. Knapp fünf Jahre später traf es seinen jüngeren Bruder Robert, der während des Vorwahlkampfs der Demokraten in Los Angeles erschossen wurde. Nach der Abdankung in New York brachte ein Zug seine Leiche nach Washington D.C. Etwa zwei Millionen Amerikaner nahmen an den Gleisen Abschied vom Politiker.
bild: rarehistoricalphotos Rachele Mussolini posiert mit einer Statue ihres verstorbenen Mannes, dem italienischen Diktator Benito Mussolini, Ende der 1970er Jahre. Während er am 27. April 1945 zusammen mit seiner damaligen Geliebten Claretta Petacci in Dongo am Comer See von Partisanen gefangen genommen und hingerichtet wurde, floh Rachele in Richtung Schweiz. Sie eröffnete später ein kleines Restaurant in ihrem Heimatort Predappio, wo zehn Jahre nach Mussolinis Tod auch sein Leichnam bestattet wurde. Ihr Restaurant entwickelte sich zu einer Pilgerstätte für Anhänger des Faschismus. bild: reddit Ein paar beschlagnahmte Schnaps-Fässer während der Prohibition in den USA, 1929.
bild: reddit
Der irische Rennfahrer Kaye Don versucht, einen neuen Geschwindigkeitsrekord am Daytona Beach in Florida aufzustellen, 1930.
bild: reddit Er fuhr seinen Sunbeam Silver Bullet, der zwar beeindruckend aussah, dem Rennfahrer aber keine neue Bestzeit bescherte. bild: wikimedia Nachdem Neil Armstrong auf dem Mond gewesen und aus der NASA ausgeschieden war, lehrte er als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Cincinnati. Danach wechselte er in die Wirtschaft, wo er Aufsichtsratsmandate und Managementposten innehatte. Er wurde durch die Gründung eigener Firmen zum Millionär. bild: imgur Mutter und Tochter warten vor dem Eingang für Farbige eines Kaufhauses in Mobile, Alabama 1956. Das Bild stammt von Gordon Parks, dem ersten schwarze Fotografen und Filmregisseur, der landesweite Beachtung fand. bild: imgur Ein japanischer Hausierer mit seinem vollbepackten Wagen, 1901. bild: imgur Wenn eine 5-Megabyte-Festplatte von IBM ausgeliefert wird, New York, 1956. bild: imgur Der englische Ingenieur Isambard Kingdom Brunel (erste Reihe, Mitte rechts) beobachtet gemeinsam mit anderen den Stapellauf seiner SS Great Eastern, einem 211 Meter langen, stählernen Segeldampfer, 3. November 1857. Bis 1901 war es das grösste je gebaute Schiff der Welt und seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Leider wurde geriet der Stapellauf wegen technischer Probleme und des Brechens einer Kette zum Desaster, in dem sogar ein Arbeiter sein Leben liess. Das Schiff bewegte sich lediglich um einen Meter. Erst Wochen später, am 31. Januar 1858, gelang es, das Monstrum mit Hilfe der Flut und unter Einsatz hydraulischer Pumpen zu Wasser zu lassen. bild: vintag.es Die Great Eastern, während sie noch im Bau war, in der Londoner Millwall-Werft an der Themse. Sie hatte eine Kapazität von 4000 Passagieren und verfügte über eine so grosse Ladekapazität für Kohle (rund 15'000 t), dass damit eine Weltumrundung möglich gewesen wäre. Damit war sie ihrer Zeit um 50 Jahre voraus. Da es damals aber keinen Bedarf für solcherlei Passagierkapazitäten gab, war keine ihrer Fahrten gewinnbringend. Man baute sie also zum Kabelleger um und als solcher heimste sie mit der Verlegung des ersten funktionsfähigen Transatlantikkabels (1866) doch noch ein wenig Ruhm für sich ein. bild: vintag.es An der Kreuzung Broadway und 55th Street, New York 1970.
bild: vintag.es
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Als es Touristen noch erlaubt war, die Cheopspyramide (mit Kleidung, wohlgemerkt) zu besteigen, Gizeh, Ägypten, 1925.
bild: reddit Der junge Silvio Berlusconi, hier noch fernab der Politik, in der Baubranche und im Medienwesen tätig. Er sitzt an seinem Schreibtisch, auf dem eine Magnum liegt, 1977. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte, aber Verbindungen zur Mafia sind wahrscheinlich, sein enger Mitarbeiter Marcello Dell’Utri wurde 2010 wegen Unterstützung der Mafia zu sieben Jahren Haft verurteilt.
bild: reddit Die heutige brasilianische Hauptstadt Brasília wurde 1960 aus dem Nichts erbaut. Auf dem Bild zu sehen ist, wie Bauarbeiter gerade eine Pause einlegen. Heute hat die Planstadt eine Fläche von 5802 Quadratkilometern und drei Millionen Einwohner.
bild: reddit Singende Nazis machen Werbung für den Judenboykott, Deutschland 1933. Dieser wurde von den Nationalsozialisten im April 1933 durchgeführt. Jüdische Geschäfte, Warenhäuser, Banken, Arztpraxen, Rechtsanwalts- und Notarkanzleien mussten gemieden werden.
bild: reddit Der Soulsänger Wayne Cochran (1939–2017) mit der pompösesten Pompadour-Frise aller Zeiten. Er wurde von der High School geschmissen, weil er sich weigerte, seine Haare zu schneiden. In den frühen 60ern schrieb er «Last Kiss», in dem ein Teenage-Mädchen bei einem Autounfall stirbt. J. Frank Wilson & the Cavaliers machten den Song 1964 zu einem Hit. Auch Pearl Jam coverte ihn im Jahr 1999.
bild: vintag.es Die britische Rockband Pink Floyd spielt am 15. Juli 1989 vor rund 200'000 Zuschauern ein Konzert auf einer schwimmenden Insel vor dem Markusplatz in Venedig.
bild: reddit Der Times Square in New York, 1903.
bild: reddit Und hier gleich nochmals der Times Square an Neujahr, 1938.
bild: imgur Kuhschuhe, 1922: Von Alkoholschmugglern und Schwarzbrennern während der amerikanischen Prohibition getragen, um keine – oder besser – Kuh-Abdrücke zu hinterlassen.
bild: reddit Als Fliegen noch richtig Stil hatte: Hier in der First Class einer Swissair-Maschine der 60er.
bild: rarehistoricalphotos Der «Highway of Death», die Strasse zwischen Kuwait und Basra, wo die irakischen Truppen – unter ihnen auch Zivilisten sowie palästinensische Kollaborateure – auf ihrem Rückzug aus dem vorher besetzten Kuwait von US-amerikanischen Kräften bombardiert wurden, Zweiter Golfkrieg, 1991. Mittels verlegter Minen wurden erst der Anfang und das Ende des Konvois zum Stehen gebracht. Dann wurde er über mehrere Stunden hinweg bombardiert, wobei mindestens 800 bis 1000 Menschen ihr Leben verloren. Davor hatten die irakischen Truppen die kuwaitischen Ölfelder in Brand gesetzt und die Sperrriegel an kuwaitischen Ölterminals geöffnet, so dass sich riesige Mengen Öl in den Persischen Golf ergossen und eine Umweltkatastrophe auslösten.
bild: rarehistoricalphotos Paul-Louis Mercanton war ein Schweizer Meteorologe und Geophysiker, der 1916 ein Pionierwerk moderner Gletscherbeobachtung veröffentlichte. Hier sehen wir ihn, wie er am Unteraargletscher in den Berner Alpen Untersuchungen macht, 1926.
bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv
Ein Spital in einem Zug, um 1900. Solche Krankenhaus-Züge transportierten und versorgten verwundete Soldaten mit erster Hilfe oder waren, wie dieser im Bild, mit Operationssälen und Pflegestationen ausgestattet, so dass sie einem fahrenden Spital gleichkamen.
bild: rarehistoricalphotos Der geniale Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla in seinem Todesjahr 1943. Am Ende seines Lebens war er zum Vegetarier geworden, ernährte sich nur noch von Milch, Brot, Honig und Gemüsesäften. Für seinen Gegenspieler Thomas Edison war er nichts weiter als ein «Wissenschaftspoet», dessen Ideen «zwar grossartig, aber ausgesprochen unbrauchbar» sind. Er sollte sich täuschen. Teslas Wechselstrom sollte bald danach die halbe Welt elektrifizieren. Reich wurde er dennoch nicht. Das Geschäftemachen lag ihm nicht und so wurde er um Milliarden betrogen und starb einsam und verarmt in einem Hotelzimmer in New York.
bild: rarehistoricalphotos Japanische Soldaten ergeben sich den US-Marines auf den Marshallinseln, 1944. Am 2. September 1945 wurde auf dem US-Schlachtschiff Missouri in der Sagami-Bucht der Pazifikkrieg und damit auch der Zweite Weltkrieg mit der Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsurkunde beendet.
bild: imgur Eine Frau aus dem Harem des königlichen Palastes von Jaipur, Indien, ca. 1857.
bild: reddit
Als das Sicherheitsbedürfnis der Menschen noch solche Spielplätze zuliess, Chicago 1912.
bild: rarehistoricalphotos Dr. Leonid Rogozov operiert sich selbst den Appendix raus, 1961. Er nahm an der 6. sowjetischen Antarktis-Expedition teil und war der einzige Arzt auf der Nowolasarewskaja-Forschungsstation. Als sich sein Blinddarm entzündete, blieb ihm also nichts anderes übrig, als sich selbst zu operieren. Denn ein Transport war unmöglich und Fliegen kam wegen der Schneestürme nicht in Frage.
bild: rarehistoricalphotos Rogozov schrieb in sein Tagebuch: «Es scheint, dass ich eine Blinddarmentzündung habe. Ich schweige darüber, sogar lächelnd. Warum sollte ich meinen Freunden auch Angst machen? Wer könnte helfen? Die einzige Begegnung eines Polarforschers mit der Medizin war wahrscheinlich auf einem Zahnarztstuhl.» Ein Fahrer und ein Meteorologe assistierten dem Arzt, reichten ihm die Instrumente und hielten ihm den Spiegel während der 105 Minuten dauernden Operation.
bild: rarehistoricalphotos «Ich arbeitete ohne Handschuhe. Es war schwer zu sehen. Der Spiegel hilft, aber er behindert auch – schliesslich zeigt er die Dinge nach hinten. Ich arbeite hauptsächlich per Berührung. Die Blutung ist ziemlich stark, aber ich nehme mir die Zeit und versuche sicher zu arbeiten. Beim Öffnen des Bauchfells habe ich den Blinddarm verletzt und musste ihn zunähen. Ich werde schwächer und schwächer, mein Kopf beginnt sich zu drehen. Alle 4 bis 5 Minuten ruhe ich mich für 20 bis 25 Sekunden aus. Endlich, hier ist es, das verfluchte Anhängsel! Mit Entsetzen bemerke ich den dunklen Fleck an seiner Basis. Das bedeutet: Nur einen Tag länger, und es wäre geplatzt!» Rogozov genas und lehnte später jegliche Verherrlichung seiner Tat ab.
Am 9. Juni 1884 besiegelt Kaiser Wilhelm I. die Grundsteinlegung des Reichstagsgebäudes. Wie der Festakt ablaufen sollte, kündigte die Amtspresse Preussens vier Tage vorher an: «Bei dem Herannahen Seiner Majestät des Kaisers bläst die Musik eine Fanfare. Sobald Seine Majestät den Pavillon durchschritten hat und vor demselben erscheint, nähert sich der Reichskanzler Allerhöchst demselben und fragt, ob die Feier beginnen soll.»
bild: imgur Ein Baby in der Kiste, fotografiert vom Schweizer Forschungreisenden Arnold Heim in Westafrika, 1933.
bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv
Die Leiche eines Mannes, eingewickelt in einen Leinensack und in ein Ölfass gestopft: Kinder hatten den leblosen Körper von Gaspare Candella am 18. November 1918 auf einem Feld mitten in Brooklyn entdeckt. Das Bild stammt vom zuständigen Polizeifotografen.
bild: New York City Municipal Archives, NYPD Evidence Collection
Die deutsche Filmemacherin Leni Riefenstahl schaut durch das Objektiv einer grossen Kamera, bevor sie den Reichsparteitag der NSDAP 1934 in Nürnberg filmt. Aus dem dort entstandenen Material wurde der NS-Propaganda-Film «Triumph des Willens», der zweite Teil ihrer Parteitags-Trilogie.
bild: rarehistoricalphotos Und hier noch ein letzter Blick auf Wayne Cochran und seine Frisur.
bild: vintag.es
Mafiosi-Treffen in Frauenfeld gefilmt
Video: SRF / Roberto Krone