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Bild: AP/AP

Machtkampf in Venezuela: So will Maduro die Regierung «tiefgreifend umstrukturieren»

Publiziert: 17.03.19, 23:44 Aktualisiert: 17.03.19, 23:58

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat laut seiner Vizepräsidentin den Rücktritt seines Kabinetts gefordert. Maduro habe verlangt, dass alle Minister ihre Posten für eine «tiefgreifende Umstrukturierung» des Staates aufgeben, schrieb Delcy Rodríguez auf Twitter.

Delcy Rodríguez Bild: EPA/EFE

So solle das Land vor jeglicher Bedrohung geschützt werden, schloss Rodríguez ihren Tweet am Sonntag. Maduro äusserte sich zunächst nicht öffentlich zu dem Schritt.

Maduro hat seit der Machtübernahme 2013 sein Kabinett mehrmals ausgewechselt und Mitglieder des Militärs zum Beispiel an die Spitzen des Öl- und Innenministeriums befördert. Die jetzige Rücktrittsforderung erfolgt inmitten einer schweren politischen Krise Venezuelas.

Juan Guaido Bild: EPA/EFE

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaido. Hinter Maduro stehen Russland und China, hinter Guaido die USA, Deutschland und mehrere andere Länder. Der tagelanger Stromausfall sorgte zudem für noch mehr Unmut in der Bevölkerung, die schon unter Engpässen bei der Lebensmittel- und Medikamentenversorgung leidet. (sda/dpa/reu)

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

In ganz Venezuela protestiert das Volk gegen das Maduro-Regime.
Dieser Mann steht derzeit in der Mitte des Chaos in Venezuela: Juan Guaido, 35, Parlamentspräsident. Wie kam es dazu? AP/AP / Fernando Llano
Am 10. Januar liess sich Venezuelas Präsident Nicolas Maduro für eine zweite Amtszeit vereidigen. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Während es der venezolanischen Elite gut geht, steckt das Land in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Die wirtschaftliche Situation veranlasste etwa 2,5 Millionen Venezolaner, aus dem Land zu flüchten. Im Bild sieht man Flüchtlinge in Pacaraima, Brasilien. AP/AP / Eraldo Peres
Am 22. Januar gab US-Vize Pence bekannt, dass die USA den Parlamentspräsidenten Juan Guaido unterstützen wollen.
24 Stunden später erklärte sich Juan Guaido vor Tausenden in Caracas zum Übergangspräsidenten. EPA/EFE / Cristian Hernandez
Die Menschenansammlung um Guaido aus der Vogelperspektive. twitter @mariaalesiasosa
Nur wenige Minuten danach anerkannte Trump den Oppositionsführer als rechtmässigen Interims-Präsidenten. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
Auch die EU steht hinter Guaido. Donald Tusk (2.v.r.) schrieb auf Twitter: «Im Gegensatz zu Maduro verfügt das Parlament, Juan Guaido eingeschlossen, über ein demokratischen Mandat der venezolanischen Bürger.» AP/AP / Martin Meissner
Die Proteste wurden von Gewalt begleitet: Polizisten setzten stellenweise Tränengas gegen Protestanten ein ... EPA/EFE / CRISTIAN HERNANDEZ
... mussten manchmal jedoch auch in die Defensive, da die Menschenmassen zu gross waren. EPA/EFE / Miguel Gutierrez
Auch in Barquisimeto, der viertgrössten Stadt des Landes, wird gegen Maduro protestiert. twitter @thomasvlinge
Demonstrationen gab es in allen 23 Staaten in Venezuela, hier etwa in San Cristobal, der Hauptstadt des Staates Tachira. twitter @thomasvlinde
Aber nicht nur in Venezuela protestierten sie: Hier gehen Venezolaner in Chile gegen das Maduro-Regime auf die Strasse. EPA/EFE / ALBERTO VALDES
Maduro kann derzeit noch auf das Militär zählen: Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino sicherte die Unterstützung der Armee zu. AP/AP / Ariana Cubillos
«Die Soldaten des Vaterlandes akzeptieren keinen Präsidenten, der von dunklen Mächten eingesetzt wird oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt», sagte Padrino auf Twitter. EPA/EFE / Cristian Hernandez

In Venezuela herrscht Dunkelheit

Video: SRF / Roberto Krone

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