Aktuelle Themen:

Da war die Welt noch in Ordnung: Extremsportler Felix Baumgartner, im Hintergrund Logo des Sponsors Red Bull.
bild: facebbook/felixbaumgartner

Ach Felix ... Stratosphären-Baumgartner landet wegen Flüchtlingspost hüfttief im rechten Social-Media-Sumpf

Der Extremsportler Felix Baumgartner holt auf Facebook zum Rundumschlag gegen die europäische Flüchtlingspolitik aus. Pegida & Co. freut's, für die Satiriker ist die Wutrede des Österreichers ein gefundenes Fressen.

Publiziert: 27.01.16, 06:37 Aktualisiert: 27.01.16, 14:06

Felix Baumgartner ist für gewisse Kreise in seinem Heimatland Österreich ein Held. Der Extremsportler hat Geschichte geschrieben, als er als erster Mensch einen Stratosphärensprung gewagt hat. Jetzt hat Baumgartner, der Skydiver und Rettungshubschrauberpilot, ein neues Betätigungsfeld gefunden — die Politik. 

Das ist doch mal eine Ansage!!!

Posted by

In einem Posting auf Facebook teilte Baumgartner ein Meme, das — ziemlich unzweideutig — die aktuelle Flüchtlingspolitik der europäischen Länder anprangert. Offenbar löste das gepostete Bild eine Flut an Reaktionen aus, denn Baumgartner sah sich gezwungen, wenige Stunden später eine Erklärung zu veröffentlichen. Und das hatte es in sich. 

Reaktionen auf das gepostete Meme:

«Unfassbar und das ausgerechnet von einem Steuerflüchtling, von jemand der doch viel herumreist und wie man den diversen Posts vernehmen kann, folglich auf der ganzen Welt Zuhause ist. Gerade Ihnen hätte ich solche Stammtisch-Parolen nicht zugetraut. Dabei heisst es doch immer, reisen würde bilden.»
«Super Aktion Felix. Nur jetzt werden sich die Grünen und Linken Spinner auf dich einschiessen...dich als Hetzer und Nazi bezeichnen...aber scheiss auf die Leute die jetzt versuchen einen Shitstorm gegen dich in Gang zu setzen...weil sie sind nur 5% der Bevölkerung...die restlichen 95% stehen hinter dir.»

«Liebe Facebook Freunde, Fans, Hasser, Journalisten, Politiker und Sonstige! » beginnt der Eintrag. «Es ist immer wieder erstaunlich welche Reaktionen es auslöst wenn ich auf Facebook meinen Standpunkt vertrete. Der überwiegende Teil durchwegs POSITIV und ein kleiner Teil davon wie zu erwarten untergriffig, respektlos, kurzsichtig und dumm. Die ewig gleiche Leier reicht vom “Steuerflüchtling, zuwenig Sauerstoff” bis zum "rechtsradikalen Nazi”.»

Dann macht sich der Österreicher (der seinen Wohnsitz auch aus steuerlichen Gründen in den Thurgau verlegt hat) auf, seine Kritiker, «Hasser» und «Sonstige» in die Schranken zu weisen, indem er ihnen — ganz wohlmeinend— «ein paar Fakten mit auf den Weg» gibt. Der Mann beherrscht die Kunst der verbalen Kettensäge, das muss man ihm lassen.

Liebe Facebook Freunde, Fans, Hasser, Journalisten, Politiker und Sonstige!Es ist immer wieder erstaunlich welche...

Posted by

Die einige Punkte von Baumgartners Brandrede im Überblick:

Und so weiter und so fort. Bemerkenswert ist noch das:

Die Frauenrechte

Äusserst besorgt zeigt sich der Österreicher überdies um die Frauenrechte in Europa. Ja, richtig, Frauenrechte. Wörtlich: «Was wird aus unseren FRAUENRECHTEN wenn wir dieses Land mit einer Kultur teilen müssen bei der Frauen KEINE Rechte haben?» Äh, Moment mal, Felix, postest nicht du die ganze Zeit Sachen wie diese:

That's why I love my girlfriend. She is always there for me.FELIXPhoto by Anna Zora

Posted by

All hail to the Orban 

Und in einem bewundernswerten rhetorischen Zirkelschluss schafft es Baumgartner abschliessend, den autoritär regierenden ungarischen Premier Viktor Orban für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen («Denn er hat» — im Gegensatz zu Drohnen-Obama — «das einzig Richtige getan. Sein LAND uns sein VOLK, das ihn gewählt hat, zu SCHÜTZEN!»). 

Die Reaktionen

Ab einem gewissen Punkt schaltete sich — neben Hunderten Kommentarschreibern — dann auch Jan Böhmermann in die Debatte ein. Der Satiriker stellte fest, dass Baumgartner bei seinem Post möglicherweise an Sauerstoffmangel litt (übrigens genau die Art von Kommentare, die Baumgartner gar nicht mag, siehe oben) und bat darum, doch bitte mal «Til Schweiger von der Kette zu lassen». Der Schauspieler hatte in einem emotionalen Facebook-Eintrag im vergangenen Jahr Flüchtlingskritiker und sogenannte besorgte Bürger ins Visier genommen.

Baumgartner war denn auch wenig überraschend nur mässig erfreut über die Aufmerksamkeit, die Böhmermann ihm widmetet. Er löschte die Kommentare des Satirikers umgehend.

Janua">
Janua">

Übrigens: Die Kollegen von «Vice» haben Baumgartners Posting in einer kritischen Ausgabe herausgebracht. Lesenswert!

Und eine Twitter-Userin hat den Eintrag mal kurz auf Rechtschreibefehler überprüft. Das ist dabei herausgekommen: 

26. Janua">

Last but not least: Felix Baumgartner wünscht sich, dass sein Text — auch auszugsweise — nur mit Quellenverweis weiterverbreitet wird. Bitteschön: Quelle: Facebook/ Felix Baumgartner.

(wst)

Diese Bilder haben uns schockiert und verblüfft – und alle waren sie gefälscht

Sehen wir hier eine dramatische Hinter-den-Kulissen-Szene bei einem Fo­to­shoo­ting des Naturmagazins «National Geographic»?
Mitnichten! Das amüsante Bild war 2015 zwar häufig im Netz zu sehen, ist aber ein Photoshop-Fake. Der Bär stammt aus einem Archivbild.
Lautet die Antwort «Luck be in the air tonight»? Nope. Sonst wäre im Wort «air» der Buchstabe «i» aufgedeckt. Die Auflösung ist also genauso versaut, wie du zuerst vermutet hast. Aber natürlich ist das ganze Bild ein Fake, der die User im Netz bestens unterhält.
Europa wird von Flüchtlingen überrannt, soll dieses Foto zeigen. Der Schweizer SVP-Politiker Christoph Mörgeli veröffentlichte es während des Wahlkampfes 2015 mit der Überschrift «Die Fachkräfte kommen». Effektiv zeigt das Foto albanische Flüchtlinge, die 1991 vor dem Kommunismus flohen und im Hafen von Bari landeten.
Paris, 11. Januar 2015: Die Staatschefs dieser Welt – vereint in ihrer Solidarität mit den Opfern der Terroranschläge auf «Charlie Hebdo» – marschieren ohne Berührungsängste an der Spitze einer der grössten Kundgebungen aller Zeiten in Paris.
Aus einer anderen Perspektive sieht der Marsch der Mächtigen nicht mehr ganz so mächtig aus. Bis auf eine Fotoagentur zeigte keine diese Perspektive.
Paris war am Tag nach den erneuten Terrorattacken im November vermutlich etwas ruhiger. Das Bild, das eine gänzlich ausgestorbene Stadt zeigt, entstammt aber einem Kunstprojekt. Tausende fielen auf Twitter darauf herein.
Erst Selfie, dann Attentat in Paris, suggeriert das manipulierte Foto (links), das einen Unschuldigen an den Internet-Pranger stellt. Via Twitter verbreitete sich das Foto in aller Welt, selbst Medien nahmen es ungeprüft in ihre Berichterstattung auf.
Der «Tages-Anzeiger» hat das Fake-Bild der Sonnenfinsternis gar als Pushmeldung verbreitet. Doch auch «20 Minuten», «Blick» und «Blick am Abend» fielen darauf herein. Und watson? Hat's natürlich ebenfalls vergeigt!
Dieses Foto machte vor Kurzem die Runde, als ein konservatives US-Newsportal behauptete, die leeren Regale seien eine Folge der verfehlten sozialistischen Politik in Venezuela.
Das Peinliche: Die Aufnahme stammt von einem Supermarkt in den USA. Genauer gesagt aus Texas, wo Hurrikan Rita 2005 für leere Regale sorgte.
Dieses Foto eines «typischen» Mittagessens für Schüler in den USA sollte beweisen, wie schlecht sich US-Schüler ernähren. Im Gegensatz zu ...
... Italien, wo die Schüler angeblich dieses gesunde Mittagessen erhalten. Die Fotos wurden von einer Werbefirma inszeniert und entsprechen keineswegs den typischen Schulmenüs in den USA oder Italien.
Sehen wir hier einen unglaublich seltenen schwarzen Löwen? Natürlich nicht, wie das Original-Foto zeigt.
Malt hier Salvador Dalí einen Penis auf die Stirn seiner Frau – mit der Signatur Picassos? Lustig wär's, gezeichnet hat er aber eine Medusa.
Das herzigste Tierbild das Jahres? Leider nein. Das Fake-Bild geistert seit 2010 immer wieder durchs Netz.
Sahen Hockey-Goa­lies in den 60ern, als Helme noch nicht Standard waren, so aus? Nur schlechte Torhüter. Bei diesem Foto wurden die Narben mit Make-up kreiert. Das Bild sollte zeigen, wie gefährlich Goa­lies leben.
Dass Vladimir Putin KGB-Agent war, stimmt. Dass er 1988 als Tourist (Mann hinter dem Jungen) den US-Präsidenten Ronald Reagan ausspioniert haben soll, ist hingegen eine Legende, die seit Jahren im Netz verbreitet wird.
Zu schön um wahr zu sein: Auch wenn es das Internet behauptet, in Venedig schwamm 2015 garantiert kein Wal durch die Kanäle.
Vom gleichen Photoshop-Künstler stammt übrigens diese gelungene Fotomontage: Venedig im Eis. Schön anzusehen, aber Fake.
«Ich bin mit einem Idioten unterwegs», steht frei übersetzt auf dem T-Shirt. Wird hier also Hillary Clinton ein Streich gespielt?
Das Foto brachte die gegen die Demokratische Partei gerichtete Facebook-Gruppe Nation in Distress in Umlauf. Es wurde von Clinton-Gegnern unzählige Male geteilt.
Einstein fährt während eines Atomtests fröhlich mit dem Velo? Man könnte meinen, dass niemand dieses absurde Foto für echt hält. Doch manche nehmen es für bare Münze und teilen es fleissig auf Facebook.
So sah das «ideale» Frauenbild 1955 aus, behaupteten unzählige Medien und Facebook-Nutzer, die das Bild verbreiteten. Dumm nur, dass das Foto von 2004 Pornostar Aria Giovanni zeigt. Aktuell macht eine Schwarz-Weiss-Version im Netz die Runde, die wohl den Retro-Effekt verstärken soll.
Standen 1960 Whisky-Automaten in Büros? Nun, der Automat ist echt, er wurde aber lediglich an einer Elektronik-Messe gezeigt und vermutlich nie in Serie hergestellt. Auch wenn früher im Top-Management während der Arbeit Alkohol konsumiert wurde, der Whisky-Automat in Büros ist eine Legende.
So soll Indien während des Hindu-Fests Diwali vom All aus aussehen. Ein cooles Foto zwar, die Farben wurden aber am Computer eingefügt. Sie verdeutlichen das unterschiedlich starke Bevölkerungswachstum in verschiedenen Regionen.
Dass dieses Foto einer gewaltigen Sternschnuppe immer wieder im Netz geteilt wird, erstaunt nicht. Schön ist es auf jeden Fall, allerdings zeigt es den Start eines Space Shuttles aus dem Jahr 2010.
Twitter-Konten, die historische Fotos verbreiten, verkaufen dieses Bild als rare Farbaufnahme des Angriffs auf Pearl Harbor. Das Foto stammt indes vom Film «Pearl Harbor» aus dem Jahr 2001. Genau, der Kriegsfilm mit Ben Affleck.
Paris Hilton trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck «Stop Being Poor»? So leicht wir das glauben würden, es ist ein Fake. Auf dem T-Shirt steht «Stop Being Desperate».
Nein, Bäume wachsen nicht durch herrenlose Pianos. Das Originalfoto stammt aus dem Jahr 2010. Ein Photoshop-Künstler hat den Baum nachträglich eingefügt. Seitdem wird die angebliche Kuriosität fleissig im Netz geteilt.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

watson-Leser empfehlen:

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

14 Dinge, die jeder Mac- und Windows-Nutzer über Microsofts neuen Laptop-Killer wissen muss

Diese 13 Fehler veränderten den Lauf der Weltgeschichte

Dieser unverschämt witzige Fake-Kundendienst auf Facebook treibt Kunden zur Weissglut

Beliebte Artikel:

50 lustige und skurrile Witze, die nur Nerds verstehen

53 überraschend lustige und nützliche Karten, die du kennen musst. Zum Beispiel, wo dein Name am häufigsten vorkommt

23 überraschend nützliche Apps, die dir Geld, viel Zeit und noch mehr Nerven sparen

23 lustige und skurrile Fragen, die tatsächlich im Internet gestellt wurden