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Wirtschaft muss unterirdische Güterbahn alleine finanzieren

Publiziert: 27.01.16, 19:04 Aktualisiert: 27.01.16, 20:49

Für das Departement von Verkehrsministerin Doris Leuthard ist eine unterirdische Güterbahn quer durch das Mittelland zwar ein «spannendes Projekt». Doch für Pierre-André Meyrat, Vizedirektor des Bundesamts für Verkehr (BAV), ist klar: Der Bund wird sich daran nicht beteiligen.

Das Projekt «Cargo sous terrain» (CST) habe nur Realisierungschancen, wenn es vollständig von der Privatwirtschaft finanziert werde, sagte Meyrat in einem Interview der «Handelszeitung». Der Bund werde die notwendigen Bewilligungen nur erteilen, wenn die Rentabilität des Projekts, einschliesslich der möglichen Risiken, nachgewiesen und gesichert sei.

Eine unterirdische Rohrpost

Was nach Science Fiction tönt, beschreiben die Promotoren als eine «pragmatische und technisch einfache Lösung». LOGLAY/NITIN DESIGN
In einer Tiefe von bis zu 50 Metern sollen Tunnelröhren mit einem Durchmesser von 6 Metern gebaut werden. CARGOTUBE
In diese Röhren werden dann drei Fahrspuren gelegt, je eine Spur pro Richtung und in der Mitte eine Servicespur. CARGOTUBE
Die Computerillustration zeigt, wie CST-Fahrzeuge in einem HUB mit einem Lift in den Tunnel befördert werden. CARGOTUBE
Die Computerillustration zeigt wie CET-Fahrzeuge mit dem Lift im Tunnel ankommen und sich in den Verkehr eingliedern. CARGOTUBE
Ein CST-Hub in einem Industrie- und Logistikzentrum. CARGOTUBE
Auf diesen Fahrspuren verkehren vollautomatisierte und unbemannte Fahrzeuge, die je zwei standardisierte Paletten sowie Behälter transportieren. LOGLAY/NITIN DESIGN
Oben Strasse, unten Rohrpost. CARGOTUBE
Nach den Vorstellungen der Initianten soll eine erste Teilstrecke ab 2030 die Logistikzentren rund um Härkingen SO und Niederbipp BE mit der Stadt Zürich verbinden. CARGOTUBE

Laut dem BAV-Vizedirektor hat sein Amt vor kurzem eine Studie in Auftrag gegeben, um den volkswirtschaftlichen Nutzen des Projekts abzuklären. Deren Ergebnisse werden gemäss Meyrat entscheidend sein für die künftige Rolle des Bundes. «Dann wird klarer, welche Schritte als Nächstes folgen werden.»

Nach den Worten von Meyrat soll das Projekt nur realisiert werden, wenn die Wirtschaft an die Rentabilität glaubt. CST müsse den Bedürfnissen der Branche entsprechen, um erfolgreich zu sein. Deshalb sei es für den Bund wichtig, dass «die Privatwirtschaft den Anstoss gibt und die Führung übernimmt».

Doris Leuthard begrüsst grundsätzlich das Projekt.
Bild: APA

Grundsätzlich zeigt man sich beim BAV angetan vom privatwirtschaftlichen Effort zur Entlastung der bestehenden Netze. Von der Verlegung eines Teils der Güter in den Untergrund profitierten Güter- und Personenverkehr, Strasse und Schiene, stellte Meyrat im Interview fest.

Schiene und Strasse würden entlastet

Angesichts des erwarteten Wachstums im Güterverkehr - auf Strasse und Schiene - könne nicht darauf verzichtet werden, auch alternative Transportmöglichkeiten zu prüfen. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis müsse aber vernünftig sein.

Die Promotoren des Projekts «Cargo sous terrain» hatten am Dienstag eine Machbarkeitsstudie präsentiert, in der sie die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des unterirdischen Güterverkehrs belegten. Bereits 2030 soll eine erste Pilotstrecke zwischen Niederbipp BE/Härkingen SO und Zürich in Betrieb gehen. Kosten soll dieser Abschnitt 3.5 Milliarden Franken.

Fernziel von «Cargo sous terrain» ist ein unterirdisches Logistiknetz von Genf quer durch das Mittelland bis St. Gallen. Angeschlossen werden sollen zudem die Städte Luzern, Basel und Thun. Dabei sollen kleine, unbemannte Transportfahrzeuge Waren zwischen den grossen Handelszentren transportieren.

(sda)

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