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Wirtschaft muss unterirdische Güterbahn alleine finanzieren



Für das Departement von Verkehrsministerin Doris Leuthard ist eine unterirdische Güterbahn quer durch das Mittelland zwar ein «spannendes Projekt». Doch für Pierre-André Meyrat, Vizedirektor des Bundesamts für Verkehr (BAV), ist klar: Der Bund wird sich daran nicht beteiligen.

Das Projekt «Cargo sous terrain» (CST) habe nur Realisierungschancen, wenn es vollständig von der Privatwirtschaft finanziert werde, sagte Meyrat in einem Interview der «Handelszeitung». Der Bund werde die notwendigen Bewilligungen nur erteilen, wenn die Rentabilität des Projekts, einschliesslich der möglichen Risiken, nachgewiesen und gesichert sei.

Eine unterirdische Rohrpost

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Eine unterirdische Rohrpost
quelle: loglay/nitin design
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Laut dem BAV-Vizedirektor hat sein Amt vor kurzem eine Studie in Auftrag gegeben, um den volkswirtschaftlichen Nutzen des Projekts abzuklären. Deren Ergebnisse werden gemäss Meyrat entscheidend sein für die künftige Rolle des Bundes. «Dann wird klarer, welche Schritte als Nächstes folgen werden.»

Nach den Worten von Meyrat soll das Projekt nur realisiert werden, wenn die Wirtschaft an die Rentabilität glaubt. CST müsse den Bedürfnissen der Branche entsprechen, um erfolgreich zu sein. Deshalb sei es für den Bund wichtig, dass «die Privatwirtschaft den Anstoss gibt und die Führung übernimmt».

Die Schweizer Bundesraetin Doris Leuthard  bei ihrer Rede an der OeVP-Klubklausur ''Unsere Werte. Unser Weg.'' am Freitag, 15. Januar 2016 in Bad Leonfelden. (KEYSTONE/APA/BARBARA GINDL)

Doris Leuthard begrüsst grundsätzlich das Projekt.
Bild: APA

Grundsätzlich zeigt man sich beim BAV angetan vom privatwirtschaftlichen Effort zur Entlastung der bestehenden Netze. Von der Verlegung eines Teils der Güter in den Untergrund profitierten Güter- und Personenverkehr, Strasse und Schiene, stellte Meyrat im Interview fest.

Schiene und Strasse würden entlastet

Angesichts des erwarteten Wachstums im Güterverkehr - auf Strasse und Schiene - könne nicht darauf verzichtet werden, auch alternative Transportmöglichkeiten zu prüfen. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis müsse aber vernünftig sein.

Die Promotoren des Projekts «Cargo sous terrain» hatten am Dienstag eine Machbarkeitsstudie präsentiert, in der sie die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des unterirdischen Güterverkehrs belegten. Bereits 2030 soll eine erste Pilotstrecke zwischen Niederbipp BE/Härkingen SO und Zürich in Betrieb gehen. Kosten soll dieser Abschnitt 3.5 Milliarden Franken.

Fernziel von «Cargo sous terrain» ist ein unterirdisches Logistiknetz von Genf quer durch das Mittelland bis St. Gallen. Angeschlossen werden sollen zudem die Städte Luzern, Basel und Thun. Dabei sollen kleine, unbemannte Transportfahrzeuge Waren zwischen den grossen Handelszentren transportieren.

(sda)

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