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Das Surface Duo von Microsoft steht in den Startlöchern. bild: MKBHD

Microsofts Surface Duo kommt viel früher, als wir glaubten – und so sieht es aus

Das Surface Duo ist Microsofts lang erwartetes Smartphone. Nun steht der Marktstart kurz bevor. Das vielleicht innovativste Handy seit vielen Jahren könnte in den USA noch in diesem Monat in den Verkauf kommen. In der Schweiz müssen wir länger warten.

Publiziert: 11.08.20, 16:26 Aktualisiert: 12.08.20, 11:39

Das Surface Duo ist das seit Jahren erwartete Surface Phone. Es ist aufklappbar, läuft mit Android und natürlich auch Android-Apps. Anders als die ersten Falt-Geräte von Samsung und Huawei hat das Surface Duo kein faltbares Display, sondern zwei separate, ultradünne Screens, die durch zwei kleine Scharniere verbunden sind und sich um 360 Grad umklappen lassen (siehe das folgende GIF). Das sieht weniger schick oder futuristisch aus, dürfte indes deutlich langlebiger sein, zumal Falt-Displays derzeit noch an diversen Kinderkrankheiten leiden.

Die beiden 5,6 Zoll grossen Amoled-Displays lassen sich um 360 Grad umklappen.

Das GIF zeigt, wie das Surface Duo genutzt werden kann.

Microsoft hat das Surface Duo Anfang Oktober 2019 offiziell vorgestellt und einen Marktstart bis Weihnachten 2020 versprochen. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass das spezielle Smartphone in einigen Ländern bereits diesen Monat in den Verkauf gehen könnte. Laut Microsoft-Insider Paul Thurrott informiert Microsoft bereits morgen Mittwoch ausgewählte Personen im Detail über das Surface Duo. Dies lässt darauf schliessen, dass der Verkaufsstart kurz bevorsteht.

Das Surface Duo ist auf jeden Fall bereits in Produktion und soll laut dem meist gut informierten Microsoft-Blog Windows Central in der letzten Augustwoche in den Verkauf gelangen. Zunächst dürfte es in den USA, Kanada und Japan verfügbar sein. Es würde indes nicht erstaunen, wenn Europa erst Monate später, sprich 2021, folgen würde.

Die beiden Displays sind angeblich je knapp einen halben Zentimeter dick. bild: microsoft

Zusammengeklappt soll das Gerät 0,96 cm dick sein. bild: microsoft

Zumindest in den USA steht der Verkaufsstart unmittelbar bevor, wie auch neue Werbebilder nahelegen, die der bekannte Smartphone-Leaker Evan Blass vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Sie zeigen das Surface Duo von mehreren Seiten und bestätigen, dass es in den USA beim Mobilfunkriesen AT&T erhältlich sein wird. Branchenexperten vermuten, dass Microsoft in den USA für das Business-Smartphone einen Preis ab 999 US-Dollar anstrebt.

Microsoft setzt auf zwei separate Displays und Scharniere statt faltbarer Displays, da biegbare Displays noch nicht ausgereift seien. Bild: @evleaks

Ohne Falt-Display dürfte das Surface Duo günstiger als die bisherigen Falt-Smartphones werden, die teils über 2000 Franken kosten. Bild: @evleaks

Es läuft mit einer von Microsoft und Google für Dual-Screen-Geräte optimierten Android-Version. Bild: @evleaks

Das Surface Duo bietet die Möglichkeit, auf jeder Seite eine separate App zu nutzen, oder eine App über beide Displays hinweg. bild: microsoft

Technische Daten und viele Fragezeichen

Das Surface Duo hat zwei 5,6 Zoll grosse Amoled-Displays (1800 × 1350; 401 ppi), die sich um 360 Grad drehen lassen. Die Screens lassen sich also vollständig nach vorne und hinten klappen. Aufgeklappt wird aus dem Smartphone ein 8,3 Zoll grosses Tablet. Laut nicht offiziell bestätigten Angaben soll das Surface Duo zusammengeklappt 0,96 cm dick sein. Das wäre nur minim dicker als ein herkömmliches Smartphone.

Im Querformat verwandelt sich ein Display in eine Tastatur. Beim Spielen kann das untere Display als virtuelles Gamepad dienen. bild: microsoft

Das Surface Duo wird via USB-C-Anschluss geladen. Der Akku soll mit angeblich 3460 mAh (nicht offiziell bestätigt) relativ klein ausfallen. bild: microsoft

Über die technischen Daten ist bislang wenig Handfestes bekannt. Laut Windows Central können Kunden mit einem Snapdragon-855-Prozessor, 6 GB RAM und wahlweise 64, 128 oder 256 GB Speicher rechnen. Nicht an Bord seien kabelloses Laden, NFC und 5G. Ein grosses Fragezeichen muss hinter die Kapazität des Akkus (angeblich 3460 mAh) und die Qualität der Kamera gesetzt werden. In ein derart dünnes Gerät einen einigermassen grossen Akku und eine gute Kamera zu verbauen, dürfte nicht ganz einfach sein.

Microsofts Hardware-Chef Panos Panay
hat im April als Erster ein mit dem Surface Duo geknipstes Foto auf Instagram veröffentlicht.

Das erste mit dem Surface Duo geschossene und veröffentlichte Foto.

Die Qualität der Aufnahme (Instagram komprimiert Fotos) wurde im Netz kontrovers diskutiert. Klar ist, die Kamera dürfte nicht im Fokus von Microsoft stehen. Das Surface Duo ist primär auf Produktivität ausgelegt. Konkret darauf, zwei Apps auf zwei separaten Displays anzeigen zu können, was bei bestimmten Tätigkeiten ein Vorteil sein könnte. Das Ziel sind nicht bessere Instagram-Selfies, sondern produktiveres Arbeiten auf dem Smartphone. Dazu passt: Wie bisherige Surface-Geräte lässt sich auch das Surface Duo optional mit dem Surface Pen, einem digitalen Stift, bedienen.

Microsoft dürfte das Duo also vor allem als Business-Gerät vermarkten, im ersten Werbevideo wurde es allerdings auch als E-Reader und Gaming-Gerät vorgestellt.

Microsoft lanciert im September seinen Game-Streaming-Dienst xCloud. Konsolen-Games können so auf Android-Smartphones gestreamt werden. bild: microsoft

Microsoft- und Google-Mitarbeiter testen das Surface Duo seit Monaten

Der ehemalige Windows-Phone-Chef Joe Belfiore hat bereits ein Surface Duo.

Microsoft arbeitet dem Vernehmen nach seit 2016 am Surface Duo. Bei der Software kooperierte der Windows-Konzern mit Android-Entwickler Google. Trotzdem kommt es einigermassen überraschend, dass Android-Chef Hiroshi Lockheimer nun auf Twitter dieses Foto postet und somit für das neue Microsoft-Smartphone die Werbetrommel rührt.

Dass ein hochrangiger Google-Manager für ein Microsoft-Gerät wirbt, wäre vor einigen Jahren wohl undenkbar gewesen. Aber offenbar sind beide Tech-Giganten zur späten Einsicht gelangt, dass Kooperation in gewissen Geschäftszweigen beiden zum Vorteil gereicht. Als Betriebssystem-Entwickler ist Google auf innovative Hardware-Hersteller angewiesen und Microsoft profitiert von Googles Bemühungen, Android für neuartige Dual-Screen-Geräte zu modifizieren. Das Surface Duo kann nur ein Erfolg werden, wenn Microsoft und Google ihre Business-Apps für Dual-Screen-Geräte optimieren und so anderen App-Entwicklern signalisieren, dass sie es ernst meinen.

Microsoft hat das Surface Duo bereits vor knapp einem Jahr vorgestellt, um App-Entwicklern genug Zeit zu geben, ihre Apps für das neue Dual-Screen-Gerät anzupassen.

Seit einigen Monaten sind offenbar mehrere Microsoft-Mitarbeiter im Besitz eines Surface Duo und sie veröffentlichen – ganz zur Freude der Fans – fleissig Fotos ihres neusten Lieblings-Gadgets.

Microsoft-Manager Brad Anderson, verantwortlich für Microsoft 365, veröffentlichte bereits Anfang April während des Lockdowns ein Foto mit dem Surface Duo.

Hardware-Chef Panos Panay zeigt das Surface Duo während seinen Sommerferien in einer Schutzhülle.

Microsoft-Managerin Shilpa Ranganathan nutzt das Gerät zum Backen.

Kommunikations-Chef Frank Shaw geht mit dem Surface Duo wandern.

Das Surface Duo im Video erklärt:

Der US-Techblog The Verge konnte das Surface Duo bereits vor knapp einem Jahr ausprobieren. Video: YouTube/The Verge

Eine Nummer grösser, aber immer noch klein: Microsofts Surface Go

Das neue Surface Go ist ein Tablet, das sich im Handumdrehen in einen kleinen, ultramobilen Laptop verwandeln lässt. Was es taugt, zeigt unser Test.
Das Surface Go ist ein 10 Zoll grosses, 522 Gramm schweres Windows-Tablet, das sich auch als Laptop nutzen lässt, wenn man die magnetisch andockbare Tastatur anheftet. Tablet und Tastatur-Cover wiegen zusammen 766 Gramm.
Die Zielgruppe sind Menschen, die oft unterwegs bzw. an verschiedenen Orten arbeiten sowie Schüler und Studenten.
Die Anschlüsse von oben nach unten: Kopfhörer, USB-C (für Monitor, Datenübertragung oder Ladekabel) und der magnetische Surface-Connect-Port für Ladekabel oder Docking Station. Hinter dem Ständer verbirgt sich ein Einschub für microSD-Karten. watson / Oliver Wietlisbach
Der Klappständer lässt sich stufenlos verstellen und fast ganz flach legen, um mit dem Stift besser schreiben und zeichnen zu können.
Tastatur-Cover und der optionale Surface Pen sowie allenfalls eine Surface Maus muss man separat kaufen. Natürlich kann man auch anderes Zubehör nutzen.
Surface Pen und Type Cover haften wie gewohnt magnetisch am Surface.
Mit dem stufenlos verstellbaren Klappständer funktioniert das kleine Surface Go auch auf dem Schoss gut. Zudem wird es auf den Beinen nie heiss, da der Prozessor im Tablet, sprich im Display des Laptops steckt.
Dockt man die Cover-Tastatur ab, wechselt Windows 10 automatisch in den für die Touch-Bedienung optimierten Tablet-Modus. watson / Oliver Wietlisbach
Das kleine 10-Zoll-Touchdisplay liefert gute Farben und Kontraste, ist aber aufgrund seiner Grösse nicht für alle Arbeiten ideal. watson / Oliver Wietlisbach
Per Docking Station (links im Bild) und Surface-Connect-Port sowie einem USB-C auf HDMI-Kabel lassen sich zwei Monitore sowie Tastatur und Maus anschliessen.
Am klassischen Surface-Design hält Microsoft seit Jahren eisern fest. Beim Surface Go wurden lediglich die Ecken etwas abgerundet.
Das Surface ist mit diversen Digital-Stiften kompatibel: Links der günstige HP Pen und vorne der offizielle Surface Pen von Microsoft.
Das Surface Go mit maximal 8 GB RAM ist nicht nur kleiner und günstiger als das Surface Pro oder andere 1000 Franken teure Laptops, sondern auch deutlich langsamer.
Der Akku ist nur mässig. Je nach Nutzung sind 4.5 bis 8 Stunden Laufzeit möglich. Zum Glück kann man das Surface Go nebst dem Surface-Ladekabel auch via USB-C mit Handy-Ladegeräten mit Strom versorgen.
Das stabile Tastatur-Cover kann leicht angewinkelt (Bild) oder flach verwendet werden. Die gute Tastatur und das Touchpad machen das Surface-Tablet zum veritablen Notebook-Ersatz.
Auf der kleinen Tastatur sind in den ersten Tagen Vertipper fast unumgänglich, aber das Schreibgefühl ist für eine derart dünne Tastatur hervorragend. watson / Oliver Wietlisbach
Powerknopf und Lautstärken-Wippe finden sich oben links. Die Magnesium-Legierung verpasst dem Surface Go den Premium-Look, obwohl der Preis eher in die Budget-Klasse fällt: 500 bis 650 Franken. watson / Oliver Wietlisbach
Surface Pro, Surface Go und Surface Laptop im Grössenvergleich.
Der Vergleich mit einem neuen Smartphone zeigt, wie dünn das Surface Go ist. Hier geht's zum vollständigen Testbericht.

Das Surface Studio ist Microsofts erster All-in-one-PC

Video: Oliver Wietlisbach, Angelina Graf

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