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Wer über 100'000 Franken im Jahr verdient, ist wahrscheinlich ein Mann

Nur 16.3 Prozent der Frauen in einem 100-Prozent-Job verdienen mehr als 104'000 Franken im Jahr. Bei den Männern sind es 30.5 Prozent. Dies geht aus der Lohnstatistik 2019 hervor.

Publiziert: 23.06.20, 09:25

An Schweizer Arbeitsplätzen sitzen nur wenig Frauen, die wirklich gut verdienen. Bild: KEYSTONE

Demnach verteilt sich das Jahreseinkommen bei den voll berufstätigen Männern in drei etwa gleich grosse Gruppen: 25.8 Prozent liegen bei 78'000 bis 104'000 Franken, 30.7 Prozent verdienen zwischen 52'000 bis 78'000 Franken im Jahr. Sehr tiefe Löhne sind selten: Nur 7.6 Prozent der Männer verdienen bei einem Vollzeitpensum weniger als 52'000 Franken.

Bei den Frauen liegt dieser Wert mehr als doppelt so hoch: 18.8 Prozent der voll berufstätigen Frauen kommt nicht über ein Jahreseinkommen von 52'000 Franken, sie müssen also mit weniger als 4300 Franken im Monat auskommen. Entsprechend wenige Frauen finden sich bei den Topverdienern: Nur 16.3 Prozent der Frauen verdienen bei 100 Prozent mehr als 104'000 Franken. Am häufigsten sind bei den voll berufstätigen Frauen Löhne zwischen 52'000 und 78'000 Franken pro Jahr. Diese Lohnklasse ist auch bei den Männern die häufigste: 36.6 Prozent der Frauen und 30.7 Prozent der Männer liegen in diesem Bereich.

Insgesamt lag der Medianlohn der Arbeitnehmenden in der Schweiz 2019 bei 68'800 Franken: Die Hälfte verdient mehr, die andere Hälfte weniger als 5733 Franken im Monat. Dabei liegt der Medianlohn der Männer mit 86'000 Franken rund 13'000 Franken höher als jener der Frauen (72'800). Ausgeprägter ist diese Schere bei den Selbständigerwerbenden: Hier liegt der Median der Männer bei 84'000 Franken, jener der Frauen bei 63'00 Franken. (wap/chmedia)

14 Bilder vom Frauenstreik am 14. Juni 1991

Am Schweizer Frauenstreik vom 14. Juni 1991 beteiligen sich Hunderttausende von Frauen landesweit an Streik- und Protestaktionen. Im Bild: Eine Gruppe von Frauen auf dem Helvetiaplatz in Zürich. KEYSTONE / WALTER BIERI
Motto des Streiks war «Wenn Frau will, steht alles still», was diese Gruppe von Frauen in der Basler Innenstadt mit ihrem Transparent nochmals bekräftigten. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
Die Frauen forderten die Umsetzung des 1981 in Kraft getretenen Verfassungsartikels über die Gleichstellung von Mann und Frau. Im Bild: Streikende Frauen auf der Strasse vor dem Unispital in Zürich. KEYSTONE / STR
Auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelten sich tausende Frauen, um für ihre Rechte einzustehen. keystone / WALTER BIERI
In der Bundeshauptstadt ist die Botschaft unmissverständlich: «Gleiche Arbeit, gleicher Lohn». Auf dem Transparent steht ausserdem «Devrimci Emek», türkisch für revolutionäre Arbeit. Wieso das dort steht, ist nicht bekannt. KEYSTONE / EDI ENGELER
Die Idee für den Frauenstreik hatten ursprünglich einige Uhrenarbeiterinnen im Vallée de Joux, die sich über ungleiche Löhne empörten. Hier im Bild: In Basel fragen Frauen mittels Plakat: «Wie lange noch?» KEYSTONE / STR
«Der 14. Juni 1991 war ein absoluter Glückstag», sagt die heutige Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Dore Heim. Im Bild: Streikende Frauen vor dem Unispital in Zürich. KEYSTONE / STR
Jede Frau, die dabei gewesen sei, könne sagen, dass dies ein historisches Ereignis gewesen sei. «Und ich freue mich so, war ich dabei. Es war natürlich eine riesige Wut, die dahinter stand. Aber es war auch wie ein Fest», sagte Dore Heim heute rückblickend über den ersten Frauenstreik von 1991. Im Bild: ETH-Studentinnen streiken mit einem Transparent auf dem Helvetiaplatz in Zürich. KEYSTONE / WALTER BIERI
Bis zu einem gewissen Grad sei es auch anarchistisch gewesen, ungeplant und habe eine eigene Dynamik entwickelt. Und es sei ein gewaltiges Zusammenstehen von Frauen in der ganzen Schweiz gewesen. Im Bild: Streikende Frauen vor dem Münsterplatz in Basel. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
Dabei sei der Streik in einer äusserst peripheren Region der Schweiz zustande gekommen, nämlich im Vallée de Joux: Dort hätten Industriearbeiterinnen, Uhrenarbeiterinnen, aufgrund von erfahrener Lohnungleichheit in ihrer eigenen Fabrik gesagt: «Es reicht, wir streiken!» Im Bild: Zwei Frauen mit ihren Schildern in Basel. KEYSTONE / STR
Das hätten sie dann an die damalige Zentralsekretärin der Gewerkschaft Smuv, Christiane Brunner, herangetragen. Brunner habe den Ball aufgenommen und in die Gewerkschaftsgremien getragen. Im Bild: Streik in Zürich. KEYSTONE / STR
So sei die Streikidee auch zu den Gewerkschaften gekommen, wo es aber zuerst riesigen Widerstand gegeben habe nach dem Motto: «Die Frauen spinnen, die sind verrückt! Die bringen das nie zustande». Aber sie hätten sich durchgesetzt. Im Bild: Eine Polizistin verteilt anlässlich des nationalen Frauenstreiks in Genf Blumen. KEYSTONE / STR
Für den diesjährigen Frauenstreik wünscht sich Dore Heim, dass sich die gleiche Kraft und gleiche Freude wie damals entwickelt. «Ich bin sogar überzeugt, dass noch mehr Frauen auf die Strasse gehen werden als vor 28 Jahren, weil es allen klar ist: Wir müssen ganz dringend wieder ein ganz kraftvolles Zeichen setzen!» KEYSTONE / STR
So sahen Symbolbilder früher aus: Ein gestelltes Bild einer streikenden Frau in einem Büro in Zürich. KEYSTONE / STR

Werden unsere Kindergärtnerinnen diskriminiert?

Video: SRF / Roberto Krone

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