Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Löhne der Topkader bei SBB und Post leicht gesunken (aber immer noch sehr hoch)



Der abgetretene SBB-Chef Andreas Meyer erhielt im vergangenen Jahr die höchste Entlöhnung unter den Topkadern der bundesnahen Betriebe. (Archivbild)

Andreas Meyer. Bild: sda

Die Löhne der Topkader in bundesnahen Betrieben sind 2019 grösstenteils leicht gesunken. Den höchsten Lohn bezogen hat der abgetretene SBB-Chef Andreas Meyer.

Seine Entlöhnung lag bei knapp 932'000 Franken. Das war leicht tiefer als im Jahr zuvor. Meyer bezog damals zum ersten Mal seit langem ein Salär von weniger als einer Million Franken, nämlich knapp 987'500 Franken.

Der Bundesrat hat die Löhne des Top-Kaders der bundesnahen Betriebe am Freitag vorgelegt. Darin figuriert an zweiter Stelle der Postfinance-Chef Hansruedi Köng mit 809'000 Franken, gefolgt von Ruag-Holding-Chef Urs Breitmeier mit fast 758'000 Franken.

Roberto Cirillo, Generaldirektor der Post, spricht waehrend eines Besuchs von Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga und des Tessiner Staatsrates im Paketzentrum in Cadenazzo anlaesslich eines Treffens von Sommaruga mit der Tessiner Regierung, am Samstag, 2. Mai 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Roberto Cirillo. Bild: TI-PRESS

Der dritthöchste Lohn ist bei der Post zu finden. Dort gab es im Jahr 2019 einen Chefwechsel. Roberto Cirillo trat per April 2019 die Nachfolge von Ulrich Hurni an, der die Leitung der Post im Juni 2018 interimistisch übernommen hatte, nachdem Susanne Ruoff über den Postauto-Skandal gestolpert war. Den Lohnaufwand für die oberste Postfleitung 2019 gibt der Bundesrat mit rund 693'000 Franken an. Im Vorjahr waren es noch knapp 1'107'500 Franken gewesen.

Suva und SRG mit mehr als 500'000 Franken

Zu den Topverdienern mit mehr als einer halben Million Franken gehören auch die Chefs der Suva, der Finanzmarktaufsicht (Finma), der Flugsicherung Skyguide und der SRG.

Dabei kam Suva-Chef Felix Weber auf knapp 625'000 Franken, Mark Branson von der Finma bezog 552'500 Franken – genau gleich viel wie im Vorjahr. Skyguide-Chef Alex Bristol verdiente 556'000 Franken – rund 30'000 Franken mehr als im Vorjahr. Und auch SRG-Direktor Gilles Marchand bezog mit 534'000 Franken etwas mehr als eine halbe Million Franken.

Felix Weber, Vorsitzender der Geschaeftsleitung, spricht waehrend der Suva Bilanzmedienkonferenz am Freitag, 9. Juni 2017, in Luzern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Felix Weber. Bild: KEYSTONE

Die Swisscom figuriert nicht im Kaderlohnreporting, weil für sie als börsenkotiertes Unternehmen eine andere Verordnung gilt.

Lohndeckel bei einer Million Franken

In den Löhnen enthalten sind vor allem die fixen Anteile, Boni sowie andere Nebenleistungen wie Spesen oder das Generalabonnement. Nicht eingerechnet ist die berufliche Vorsorge, die sich beträchtlich auf die Lohnsumme auswirkt. Der SBB-Chef etwa kommt damit auf mehr als eine Million Franken.

Die Löhne der Topkader dieser Betriebe bieten immer wieder Anlass für Diskussionen. Der Bundesrat hält in seiner Mitteilung fest, dass die Unternehmen Massnahmen unternommen hätten, die eine dämpfende Wirkung auf die Entwicklung der Bezüge haben. Die SBB etwa hatte nach dem Abgang von Meyer bekannt gegeben, dass Meyers Nachfolger – also Vincent Ducrot – ein 20 Prozent tieferes Gehalt bekommen werde.

Gegen Lohnexzesse ist das Parlament bereits aktiv geworden. Seiner Ansicht nach sollen Topkader der Bundesbetriebe nicht mehr als eine Million Franken verdienen. Eine entsprechende Gesetzesänderung der Staatspolitischen Kommission des Nationalrats ist in der Vernehmlassung. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

So viel haben die Schweizer Konzernchefs 2014 verdient

Werden unsere Kindergärtnerinnen diskriminiert?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Legendary Dave 21.06.2020 08:45
    Highlight Highlight So viel ist das ja nicht. Verglichen mit top-kadern der privatwirtschaft... Passt also schon, sollen ja konkurrenzfähige löhne bezahlt werden.
  • Schneider Alex 20.06.2020 06:09
    Highlight Highlight Kein Top-Manager kann die hohen Verluste einer Fehlstrategie verantwortlich tragen, muss er auch nicht, weil die Ungewissheiten bei der Strategiewahl zu gross sind. Bei der richtigen Strategie darf er aber auch nicht für etwas belohnt werden, bei dem die Umstände, seine Mitarbeiter und das Glück eine grosse Rolle gespielt haben. Zudem verliert ein Topshot bei Misserfolg lediglich seine Stelle und kann als gut Qualifizierter bald wieder eine neue antreten. Die Konsequenzen aus seiner Verantwortlichkeit sind beschränkt, rechtfertigen also auch keine überrissene Entschädigung im Erfolgsfall.
  • Sauäschnörrli 19.06.2020 19:19
    Highlight Highlight „Den höchsten Lohn bezogen hat ... SBB-Chef Andreas Meyer. ... an zweiter Stelle der Postfinance-Chef Hansruedi Köng ... gefolgt von Ruag-Holding-Chef Urs Breitmeier ... Der dritthöchste Lohn ist bei der Post zu finden.“

    Der dritthöchste ist doch bei der Ruag.

    Ruag: 758'000
    Post: 693'000
  • neutrino 19.06.2020 16:32
    Highlight Highlight Nicht eingerechnet ist die berufliche Vorsorge? Und warum nicht - 2. Säule hat doch jeder sein individuelles Kapital.

    Und seit wann wird dieser Nettolohn verglichen? Steuern, Miete, etc. auch nocj abziehen zuerst?
  • Rethinking 19.06.2020 16:11
    Highlight Highlight Immer noch ZU hoch... nicht nur sehr hoch...
  • dumbiiidou 19.06.2020 15:57
    Highlight Highlight Huh, zum Glück ist meine Entlohnung nicht weniger geworden 🥳

Junger Mann greift zwischen Genf und Freiburg zwei Zugpassagiere an und verletzt sie

In einem Intercity-Zug sind am Dienstag in der Westschweiz eine Frau und ein Mann von einem Mann angegriffen und mit einer zerbrochenen Flasche verletzt worden. Der mutmassliche Täter wurde festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich am Vormittag in einem Intercity-Zug zwischen Genf und Freiburg, wie die Freiburger Kantonspolizei mitteilte. Nachdem um 10.25 Uhr der Alarm eingegangen war, wurde der Zug in Chénens FR angehalten. Mehrere Polizeipatrouillen und zwei Krankenwagen wurden in das Dorf …

Artikel lesen
Link zum Artikel