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Regierungsrat Hans Wicki

«Landwirte können oder wollen teilweise nicht auf einen direkten Bahnübergang verzichten»

Hans Wicki ist FDP-Regierungsrat im Kanton Nidwalden und als Baudirektor verantwortlich für die Bahnübergänge. Der Zusatzkredit, den er für ihre Sanierung gebraucht hätte, wurde letzten Mai nicht bewilligt. Die Bauern wollen nicht auf ihre Bahnübergänge verzichten. 



Der Nidwaldener Baudirektor Hans Wicki anlaesslich einer Medienkonferenz zum Geologischen Tiefenlager der Nagra am Wellenberg in Nidwalden am Montag, 31. Maerz 2014, in Stans. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass das Standortgebiet Wellenberg nicht fuer die Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfaellen geeignet ist. Der Wellenberg weise aufgrund der Erdbebengefaehrdung eindeutige Nachteile auf. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Der 50-jährige Hans Wicki, hier an einer Medienkonferenz zum Geologischen Tiefenlager der Nagra vom März, ist seit 2010 für die FDP Baudirektor des Kantons Nidwalden.  Bild: KEYSTONE

Sind Sie wütend, dass der Landrat den Zusatzkredit nicht bewilligte?
Nein. Mein Job ist es nun, neue Varianten zu berechnen. Es war eine beachtliche Kostensteigerung, die ich vorlegen musste. Das Parlament darf sie ablehnen. Dazu ist es da.

Aber vielleicht hätte man diesen Unfall verhindern können. 
Man hätte diesen Unfall nicht verhindern können. Die baulichen Massnahmen wären wahrscheinlich sowieso erst in einem Monat realisiert gewesen. Auf dem betroffenen Bahnübergang steht seit 20, vielleicht sogar seit 30 Jahren ein Andreaskreuz zur Warnung. 

«Die baulichen Massnahmen wären wahrscheinlich sowieso erst in einem Monat realisiert gewesen.»

Wieso ist der Kanton Nidwalden im Hintertreffen mit der Sanierung seiner Bahnübergänge?
Wir sind nicht im Hintertreffen. 32 der 64 Bahnübergänge sind saniert. Bei den restlichen auf dem Gemeindegebiet Wolfenschiessen haben wir vorgeschlagen, elf davon zu sanieren und 25 zu schliessen. Das Projekt ist in Bearbeitung.

Wieso verzögerte es sich? 
Die Kostenberechnungen aus dem Jahr 2009 beachteten leider nur die Ausgaben für die Sanierung der Bahnübergänge. Die zusätzlichen Kosten, die durch den Umbau betroffener Hauptstrassen entstehen, wurden nicht beachtet. Ich musste einen Zusatzkredit von 4,3 Millionen beantragen. Den lehnte der Landrat im Mai diesen Jahres ab.

Bahnübergänge bleiben wegen Bauern und aus Spargründen gefährlich

Der Bund verlangt von den Kantonen, dass bis Ende 2015 sämtliche ungesicherten Bahnübergänge nach geltenden Sicherheitsstandards saniert sind. Im Kanton Nidwalden betrifft dies 25 Bahnübergänge, sieben müssten saniert werden – darunter auch den Übergang Allmend. Im Jahr 2009 sprach das Parlament einen Kredit von 4,7 Millionen für die Bauprojekte. Doch die ursprünglich errechneten Kosten für die Sanierung der Bahnübergänge konnten nicht eingehalten werden. Den vom Regierungsrat beantragten Zusatzkredit von 4,3 Millionen Franken lehnte das Kantonsparlament im Mai ab. Bereits 2012 hatten verschiedene Landwirte die Schliessung der Bahnübergänge abgelehnt. 

«Auf dem betroffenen Bahnübergang steht seit 20, vielleicht sogar seit 30 Jahren ein Andreaskreuz zur Warnung.»

Aus welchen Gründen?
Der Zusatzkredit belief sich auf 100 Prozent mehr als den usprünglich gesprochenen Beitrag. 4,7 Millionen waren bewilligt. Das akzeptierte das Parlament nicht und schickte das Projekt zurück in die Bearbeitung. Nun analysieren wir neue Varianten. 

Wie können Sie sparen? 
Wir können die Reserven reduzieren, alternative Systeme wie Überwachungskameras evaluieren oder Bahnübergänge ganz schliessen. 

Wahrscheinlich freuen sich nicht alle, wenn die geschlossen werden.
Nein, vor allem Landwirte können oder wollen teilweise nicht auf einen direkten Bahnübergang verzichten, über den sie ihr Land erreichen. 2012 versuchte man mittels einer Melioration mehrere Bahnübergänge auf einmal zu schliessen. Die Grundstückseigentümer lehnten das aber ab. 

«Die Grundstückseigentümer lehnten die Schliessung mehrerer Bahnübergänge auf einmal ab.»

Wann sind die Bahnübergänge in Nidwalden saniert?
In ein bis zwei Monaten präsentieren wir dem Parlament das Alternativprojekt. Ab 2015 setzt sich der demokratische Prozess in Gang, bis Ende 2015 sollten die Bahnübergänge saniert sein.

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