«Sei links oder sei ruhig»: Influencer Joung Gustav widerspricht Migros nach Rauswurf
Ein Video, in dem der Zürcher Influencer Joung Gustav sich kritisch zur Schweizer Asylpolitik äusserte, sorgte vergangene Woche für viel Aufsehen – insbesondere, weil die Migros die Zusammenarbeit mit Gustav danach unter Verweis auf einen «nicht mit uns zu vereinbarenden Wertekanon» beendete (watson berichtete).
Jetzt hat der Influencer sich in einem Video auf Tiktok zu den Geschehnissen geäussert – und dabei der Darstellung der Migros widersprochen. Diese hatte gegenüber CH Media erklärt, dass man mit Joung Gustav das Gespräch gesucht habe. Laut dem Influencer stimmt das nicht, er habe das «komplett anders» erlebt. Die Migros habe nur einen Tag, nachdem diese in einem kritischen Social-Media-Kommentar unter seinem Asyl-Beitrag markiert worden war, sämtliche Bestellungen seines Getränks, eines Vitaminwassers names Vyte, storniert.
Gegenüber watson kommentierte die Migros die Äusserungen wie folgt:
Der Detailhändler ist derweil laut Joung Gustav, dessen richtiger Name laut Handelsregistereintrag Philip Stephan lautet, nicht die einzige Firma, die nach den Asyl-Aussagen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will. Zwei weitere Marken hätten gemeinsame Projekte beendet.
Und auch der zweite grosse Schweizer Detailhändler, Coop, nimmt Gustavs Getränk per Ende Mai aus dem Sortiment, wie der Detailhändler gegenüber watson erklärt. Dies aber mit einer anderen Begründung. Man habe die Debatte um dessen politische Äusserungen «zur Kenntnis genommen», allerdings bereits davor entschieden, dass Vyte aus dem Sortiment genommen werden soll – wegen mangelnder Nachfrage.
@gustavredet karriere verbi - alpkick.ch startet 🏔️ bitte teile #schweiz #vyte #gustav ♬ Originalton - gustavredet
Der Influencer, dem auf Tiktok 5,5 Millionen Menschen folgen, übt in seiner Stellungnahme scharfe Kritik an der Online-Debattenkultur in der Schweiz. Von Unternehmen würden linke Werte nicht nur toleriert, sondern gar gefordert. Rechte Positionen hingegen würden gecancelt:
Seine Karriere als klassischer Influencer sei deshalb vorbei, so Gustav. Er wolle sich nun auf neue eigene Projekte konzentrieren, damit er seine Meinung weiterhin frei kundtun könne.
Joung Gustav wurde durch mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen bekannt. Zunächst vor allem mit kurzen Unterhaltungsvideos aus der Stadt Zürich, später unter anderem mit einem Geldregen über der Zürcher Chinawiese oder mit umstrittenen Fake-Werbevideos für seine Produkte.
(con)
