Schweiz
Influencer

Joung Gustav widerspricht Migros nach Produktrauswurf wegen Asyl-Video

«Sei links oder sei ruhig»: Influencer Joung Gustav widerspricht Migros nach Rauswurf

Die Migros kickte ein Produkt des Zürcher Influencers Joung Gustav aus dem Sortiment, nachdem sich dieser kritisch zur Schweizer Asylpolitik geäussert hatte. Nun zieht Coop nach – offiziell aus einem anderem Grund.
19.02.2026, 06:4919.02.2026, 08:12

Ein Video, in dem der Zürcher Influencer Joung Gustav sich kritisch zur Schweizer Asylpolitik äusserte, sorgte vergangene Woche für viel Aufsehen – insbesondere, weil die Migros die Zusammenarbeit mit Gustav danach unter Verweis auf einen «nicht mit uns zu vereinbarenden Wertekanon» beendete (watson berichtete).

Jetzt hat der Influencer sich in einem Video auf Tiktok zu den Geschehnissen geäussert – und dabei der Darstellung der Migros widersprochen. Diese hatte gegenüber CH Media erklärt, dass man mit Joung Gustav das Gespräch gesucht habe. Laut dem Influencer stimmt das nicht, er habe das «komplett anders» erlebt. Die Migros habe nur einen Tag, nachdem diese in einem kritischen Social-Media-Kommentar unter seinem Asyl-Beitrag markiert worden war, sämtliche Bestellungen seines Getränks, eines Vitaminwassers names Vyte, storniert.

Gegenüber watson kommentierte die Migros die Äusserungen wie folgt:

«Die Entscheidung, die Marke VYTE aus unserem Sortiment zu nehmen, wurde nach eingehender interner Prüfung getroffen. Dabei war auch unsere Rechtsabteilung in die Abklärungen eingebunden, um sicherzustellen, dass alle Aspekte berücksichtigt werden. Aus Rücksicht auf alle Beteiligten und im Sinne einer respektvollen Kommunikation werden wir keine Details zu den Gesprächen oder internen Prozessen öffentlich kommentieren.»

Der Detailhändler ist derweil laut Joung Gustav, dessen richtiger Name laut Handelsregistereintrag Philip Stephan lautet, nicht die einzige Firma, die nach den Asyl-Aussagen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will. Zwei weitere Marken hätten gemeinsame Projekte beendet.

Und auch der zweite grosse Schweizer Detailhändler, Coop, nimmt Gustavs Getränk per Ende Mai aus dem Sortiment, wie der Detailhändler gegenüber watson erklärt. Dies aber mit einer anderen Begründung. Man habe die Debatte um dessen politische Äusserungen «zur Kenntnis genommen», allerdings bereits davor entschieden, dass Vyte aus dem Sortiment genommen werden soll – wegen mangelnder Nachfrage.

@gustavredet karriere verbi - alpkick.ch startet 🏔️ bitte teile #schweiz #vyte #gustav ♬ Originalton - gustavredet

Der Influencer, dem auf Tiktok 5,5 Millionen Menschen folgen, übt in seiner Stellungnahme scharfe Kritik an der Online-Debattenkultur in der Schweiz. Von Unternehmen würden linke Werte nicht nur toleriert, sondern gar gefordert. Rechte Positionen hingegen würden gecancelt:

«Wenn du als Influencer in der Schweiz Geld verdienen willst, gilt die Devise: Sei links oder sei ruhig.»

Seine Karriere als klassischer Influencer sei deshalb vorbei, so Gustav. Er wolle sich nun auf neue eigene Projekte konzentrieren, damit er seine Meinung weiterhin frei kundtun könne.

Joung Gustav wurde durch mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen bekannt. Zunächst vor allem mit kurzen Unterhaltungsvideos aus der Stadt Zürich, später unter anderem mit einem Geldregen über der Zürcher Chinawiese oder mit umstrittenen Fake-Werbevideos für seine Produkte.

(con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
285 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
JefftheBeff
19.02.2026 06:59registriert Juni 2020
Bin ich der Einzige hier, der noch nie was von Gustav gehört hat und auch seine Produkte nicht kennt?
62821
Melden
Zum Kommentar
avatar
Randy Orton
19.02.2026 06:58registriert April 2016
Der Typ der die Verletzung von jungen Menschen in Kauf genommen hat für virale Videos und dann keine Verantwortung übernimmt, jammert jetzt rum, weil seine Produkte nicht mehr laufen. Wenn man sich politisch exponiert, läuft man halt Gefahr, dass sein Produkt mit dem politischen Inhalt verknüpft wird und dann regelt der freie Markt halt. Zudem ist der Markt mit Getränken eh übersättigt, wenn niemand sein Zeug kauft, bestellen es Migros und Coop auch nicht mehr.
40043
Melden
Zum Kommentar
avatar
Punkt72
19.02.2026 07:00registriert Mai 2025
Wenn ich jemanden anstelle und mir seine Arbeit nicht gefällt kündige ich dieser Person, egal ob diese links oder rechts ist.
31425
Melden
Zum Kommentar
285
Die Schweiz wird Gastgeberin des nächsten Weltgipfels zum Thema KI
Die Schweiz wird den nächsten Weltgipfel zum Thema Künstliche Intelligenz 2027 in Genf ausrichten. Dies gab Bundespräsident Guy Parmelin am Donnerstag in Neu-Delhi beim KI-Gipfel 2026 in Anwesenheit des indischen Premierministers Narendra Modi bekannt.
Zur Story