Dann wandert Bayern-Patron Uli Hoeness in die Schweiz aus
Um starke Meinungen und klare Worte war Uli Hoeness noch nie verlegen. Seit Jahrzehnten prägt der 74-Jährige damit den FC Bayern München und dessen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Auch wegen seiner jahrelangen Tätigkeit als Manager polarisiert der deutsche Rekordmeister so stark.
Dies macht sich die Bild nun zu Nutze. In der Serie «Hoeness packt aus» spricht der frühere Bayern-Profi und -Manager, der heute im Aufsichtsrat sitzt und Ehrenpräsident ist, über Themen im Sport, aber auch in der Politik.
So wurde er nun unter anderem zu Donald Trump befragt. Diesen würde er keine Sekunde ertragen, hat Hoeness einmal gesagt. «Wenn es wirklich Trumps Ziel ist, sich eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, müssen die Amerikaner sehr aufpassen, dass aus ihrer Demokratie keine Diktatur wird», warnt er nun. Einen Boykott der WM in den USA, Kanada und Mexiko hält er dennoch für «symbolpolitischen Blödsinn». Man solle den Sport nicht in etwas hineinziehen, «das er nicht lösen kann».
Auch den Friedenspreis der FIFA für Trump sieht Hoeness kritisch. Damit könne er «nichts anfangen», stellte er klar und fügte an: «Sie wirkte deplatziert. Gianni Infantino muss sich als FIFA-Präsident um den Fussball kümmern, das ist schwer genug.» Der Frage, ob Infantino seinem Sport gut tue oder schade, wich Hoeness aus. Nur so viel: «Ich erwarte von ihm, dass er den Fussball immer in den Vordergrund stellt und alles andere zweitrangig behandelt.»
Hoeness sprach mit der deutschen Boulevardzeitung aber auch über die Politik im eigenen Land. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte er sich sehr zufrieden. Der habe es geschafft, «die katastrophale Aussendarstellung Deutschlands der letzten vier Jahre zu drehen», so Hoeness, welcher der CSU, der Schwesterpartei von Merz' CDU, nahesteht. Dass er auf eine erfolgreiche Koalition unter dem 70-Jährigen hofft, hat aber auch einen anderen Grund. Denn, wenn die Regierung der CDU und der SPD scheitere, «dann ist die AfD da. Aber richtig.»
Für den Sportfunktionär wäre ein von der AfD regiertes Deutschland ein Albtraum und gar ein Grund zum Auswandern. «Wir haben seit fast 50 Jahren eine Wohnung in der Schweiz – das wäre für unsere Familie gegebenenfalls eine Alternative», so Hoeness. (nih)
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