Vater wütend auf SBB: Zug fährt los, während seine Kinder allein auf dem Perron bleiben
«Wenn es schlecht ausgegangen wäre, würde man nicht von einem Zwischenfall sprechen, sondern von einem Drama», sagte der Vater gegenüber «24 Heures», als er von seinem kürzlichen Missgeschick in Renens VD berichtete.
Der Mann war mit seinen beiden Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren aus dem Zug ausgestiegen, als er bemerkte, dass er seine Skier an Bord vergessen hatte. Daraufhin beeilte er sich, wieder einzusteigen, um sie zu holen.
Kurz zuvor soll er die Kontrolleure an der Tür zweimal auf seinen kurzen Gang in den Wagen hingewiesen und betont haben, dass seine beiden kleinen Kinder vorübergehend auf dem Bahnsteig blieben. Doch kaum war er wieder an Bord, fuhr der Zug los und liess die Kinder allein zurück.
Angespannte Stimmung an Bord
Es folgte ein hitziger Austausch mit dem Zugpersonal. Der Passagier berichtete «24 Heures» von seiner Panik und erklärte, er habe alles versucht, um den Zug zu stoppen – sogar den «Notbremshebel zu ziehen und ein Fenster einzuschlagen». In Lausanne angekommen, alarmierte er die Polizei über den Vorfall.
In der Zwischenzeit informierte das Zugpersonal den Bahnhof Renens. Bei seiner Rückkehr fand der Vater seine Kinder wohlbehalten vor, betreut von zwei Passagierinnen.
Doch der Vater beruhigte sich dadurch nicht und kritisierte weiterhin die Untätigkeit des Bahnpersonals, das ihm angeblich nicht zugehört habe.
Die SBB reagieren
Auf Anfrage von «24 Heures» bestätigten die SBB den Vorfall und sprachen von einem Missverständnis. Sie erklärten, sie hätten Verständnis dafür, dass der «Kunde erschüttert gewesen sei», betonten jedoch, dass ihre Mitarbeitenden mit den «angemessenen Massnahmen» korrekt reagiert hätten.
Sie fügten hinzu:
Gegenüber der waadtländischen Zeitung betont die Bahngesellschaft zudem, dass sich der Vater an Bord des Zuges «sehr bedrohlich» gegenüber dem Personal verhalten habe und unter anderem versucht habe, die Türen mit seinen Skiern zu öffnen. (jzs/hkl)
