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Hinsetzen, Finger aus dem Arsch, arbeiten: Manchmal braucht es dafür einen Tritt von Aussen. 
bild: kafi freitag
FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Mein Bruder (>30) möchte eine neue Ausbildung beginnen und hat dafür auch schon seit mehreren Jahren einige Anstrengungen auf sich genommen. 

07.03.2016, 14:42

Aber kurz vor den Prüfungen kam jedes Mal "etwas" dazwischen. Nun sagt er, er möchte nochmals einen Anlauf nehmen, aber er unternimmt nichts. Ich weiss, dass er es eigentlich wirklich möchte, aber irgendwie kapiert er nicht, dass er auch etwas dafür tun muss – und dann ist es wieder zu spät. Ja, er ist alt genug aber trotzdem möchte ich ihm gerne einen Gingg in den Allerwertesten verpassen. Darf ich das? Da du bereits zu vielen Themen guten Rat verteilt hast, nimmt es mich wunder, was du zu meiner Situation denkst. Regula, 29

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Liebe Regula

Würden Sie mich in der Rolle als Coach fragen, dann würde ich Ihnen sagen, dass der Antrieb für uns Menschen immer von einem selber ausgehen muss. Dass es wenig bringt, wenn man andere zu ihrem Glück zwingen will und dass ein erwachsener Mensch für sich selbst verantwortlich ist und dementsprechend fruchtlos, wenn man einem ebensolchen diese Haftbarkeit abnimmt.

Als die schreibende Frau Freitag kann ich Ihnen allerdings nur zu diesem Tritt in den Allerwertesten ihres Bruders raten. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass man selbst als erwachsener Mensch ab und an einen solchen gut gebrauchen kann. Ich persönlich sehe es sogar als grossen Liebesbeweis an, wenn sich jemand die Mühe macht, mich durch eine äusserliche, eher unregelmässige Beschleunigung in Richtung meiner Kehrseite in Bewegung zu versetzen.

Du darfst! Bend it like Beckham baby.

Wir Menschen sind nun mal faule Gewohnheitstiere. Weil ich das (auch von mir selber) weiss, ignoriere ich in meinem Coachingalltag manchmal meinen eigenen Rat und gehe unorthodoxe Wege, die allerdings höchst wirkungsvoll sind. Einen Kunden, der bereits seit Tagen einen unangenehmen Telefonanruf vor sich herschob, habe ich einmal kurzerhand eingeschlossen, bis dieser getätigt war. Natürlich hätte ich mit dem guten Mann drei Sitzungen lang an seiner Prokrastination arbeiten und damit gutes Geld verdienen können, aber weil ich mich lieber mit interessanteren Themen auseinandersetze und weiss, dass Druck manchmal das einzig richtige ist, habe ich mich für den radikalen Weg entschieden. Der Kunde ist mir heute noch dankbar dafür und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es ihr Bruder auch sein wird.

In diesem Sinne: Du darfst! Bend it like Beckham baby.
Und alles Liebe. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.



Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.



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Bild: Kafi Freitag
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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bruno Wüthrich
07.03.2016 15:32registriert August 2014
Liebe Regula,
möglicherweise hat Ihr Bruder Angst vor Prüfungen, oder er vermutet, dass er sie nicht bestehen wird. Eventuell fühlt er auch den Druck seiner Familie, weil in deren Augen nicht gut genug ist, zu was er es bisher gebracht hat. Ihre Frage ist zweifellos zu knapp formuliert, als dass Frau Freitag darauf eine zufriedenstellende Antwort geben könnte.
Statt dessen berichtet sie Ihnen von Freiheitsberaubung (in möglicherweise sogar strafbarer Form) und verwendet gefühlt die Hälfte der nicht allzu lang geratenen Antwort dazu, Werbung für ihr Coaching zu betreiben.
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Mehr Wertschätzung, bitte!
Wer etwas leistet am Arbeitsplatz, will gesehen werden. Das ist ein menschliches Urbedürfnis. Bleibt die Wertschätzung aus, sind Mitarbeitende gefrustet – und erleiden im schlimmsten Fall ein Burnout. Doch Vorsicht, mit Lob alleine ist es nicht getan. Lobhudeleien können sogar kontraproduktiv sein.

Andreas (32) hatte die Präsentation für seine Vorgesetzte termingerecht beendet – dank zahlreicher Extraefforts, Recherchen bis tief in die Nacht hinein und einer Hausgrafikerin, die sich vom hohen Zeitdruck ebenfalls nicht abschrecken liess. Dafür erhielt er ein knappes «Danke» und den nächsten Auftrag, der schon viel früher hätte erteilt werden müssen und Andreas erneut an die Grenzen der Belastbarkeit brachte. Weil seine Chefin chaotisch, unorganisiert und über Gebühr fordernd ist. Sie nimmt es für selbstverständlich, dass ihr Mitarbeiter liefert, was sie verlangt. Als Andreas seinen ganzen Mut zusammennimmt und ihr seine unbefriedigende Situation darlegt, macht sie grosse Augen: Wo denn das Problem liege. Er werde ja schliesslich dafür bezahlt.

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