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Hinsetzen, Finger aus dem Arsch, arbeiten: Manchmal braucht es dafür einen Tritt von Aussen. 
bild: kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Mein Bruder (>30) möchte eine neue Ausbildung beginnen und hat dafür auch schon seit mehreren Jahren einige Anstrengungen auf sich genommen. 



Aber kurz vor den Prüfungen kam jedes Mal "etwas" dazwischen. Nun sagt er, er möchte nochmals einen Anlauf nehmen, aber er unternimmt nichts. Ich weiss, dass er es eigentlich wirklich möchte, aber irgendwie kapiert er nicht, dass er auch etwas dafür tun muss – und dann ist es wieder zu spät. Ja, er ist alt genug aber trotzdem möchte ich ihm gerne einen Gingg in den Allerwertesten verpassen. Darf ich das? Da du bereits zu vielen Themen guten Rat verteilt hast, nimmt es mich wunder, was du zu meiner Situation denkst. Regula, 29

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Liebe Regula

Würden Sie mich in der Rolle als Coach fragen, dann würde ich Ihnen sagen, dass der Antrieb für uns Menschen immer von einem selber ausgehen muss. Dass es wenig bringt, wenn man andere zu ihrem Glück zwingen will und dass ein erwachsener Mensch für sich selbst verantwortlich ist und dementsprechend fruchtlos, wenn man einem ebensolchen diese Haftbarkeit abnimmt.

Als die schreibende Frau Freitag kann ich Ihnen allerdings nur zu diesem Tritt in den Allerwertesten ihres Bruders raten. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass man selbst als erwachsener Mensch ab und an einen solchen gut gebrauchen kann. Ich persönlich sehe es sogar als grossen Liebesbeweis an, wenn sich jemand die Mühe macht, mich durch eine äusserliche, eher unregelmässige Beschleunigung in Richtung meiner Kehrseite in Bewegung zu versetzen.

Du darfst! Bend it like Beckham baby.

Wir Menschen sind nun mal faule Gewohnheitstiere. Weil ich das (auch von mir selber) weiss, ignoriere ich in meinem Coachingalltag manchmal meinen eigenen Rat und gehe unorthodoxe Wege, die allerdings höchst wirkungsvoll sind. Einen Kunden, der bereits seit Tagen einen unangenehmen Telefonanruf vor sich herschob, habe ich einmal kurzerhand eingeschlossen, bis dieser getätigt war. Natürlich hätte ich mit dem guten Mann drei Sitzungen lang an seiner Prokrastination arbeiten und damit gutes Geld verdienen können, aber weil ich mich lieber mit interessanteren Themen auseinandersetze und weiss, dass Druck manchmal das einzig richtige ist, habe ich mich für den radikalen Weg entschieden. Der Kunde ist mir heute noch dankbar dafür und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es ihr Bruder auch sein wird.

In diesem Sinne: Du darfst! Bend it like Beckham baby.
Und alles Liebe. Ihre Kafi.

Fragen an Frau Freitag? ​ 

Hier stellen! 

Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! Hier nachlesen!

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Bild: Kafi Freitag

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 10.03.2016 07:22
    Highlight Highlight Geht es nicht darum skurriele oder ganz banale Fragen mit etwas Ironie in einer Unterhaltungskolumne zu beantworten? Suchen sich Menschen, deren Fragen anonym zur Belustigung vor die Öffentlichkeit gezerrt werden, hier wirklich rat? Wenn ja, dann hoffe ich, dass die Frau Freitag deklariert, wenn sie vom Modus Unterhaltung zur Ernsthaftigkeit wechselt. Weil da gibt es meiner Meinung nach keinen fliessenden Übergang.
  • Silas89 09.03.2016 09:24
    Highlight Highlight Ich finde die Stossrichtung im Artikel richtig. Was aber fehlt ist eine konkrete Anweisung.

    Ich würde ihn fragen, wo es hakt, ihm die eigene Meinung mitteilen und Unterstützung anbieten.
  • Matrixx 07.03.2016 17:12
    Highlight Highlight Wenn er nicht will, soll ers lassen.

    Er ist dann auf sich sauer, weil er es nicht getan hat. Oder auf dich, weil du ihn gezwungen hast.

    Wenn er nicht zufrieden ist mit dem, was er macht, ist er bereit, etwas anderes zu tun. Oder aber, wenn er nicht bereit ist, etwas anderes zu tun, dann ist er zufrieden mit dem, was er tut.
  • Bruno Wüthrich 07.03.2016 15:32
    Highlight Highlight Liebe Regula,
    möglicherweise hat Ihr Bruder Angst vor Prüfungen, oder er vermutet, dass er sie nicht bestehen wird. Eventuell fühlt er auch den Druck seiner Familie, weil in deren Augen nicht gut genug ist, zu was er es bisher gebracht hat. Ihre Frage ist zweifellos zu knapp formuliert, als dass Frau Freitag darauf eine zufriedenstellende Antwort geben könnte.
    Statt dessen berichtet sie Ihnen von Freiheitsberaubung (in möglicherweise sogar strafbarer Form) und verwendet gefühlt die Hälfte der nicht allzu lang geratenen Antwort dazu, Werbung für ihr Coaching zu betreiben.
    • E-Lisa 07.03.2016 18:06
      Highlight Highlight @Bruno Wüthrich... Ich lese Ihre Beiträge nun schon einige Male mit, wenn Frau Freitag einen Artikel bringt.
      Ernst gemeinte Fragen: "Ist Ihnen langweilig? Haben Sie nichts besseres zu tun? Haben Sie etwas gegen Frau Freitag? Suchen Sie regelrecht ein Haar in der Suppe? Für was das Ganze?"
      Jeder darf seine Meinung frei äussern, aber Ihre Aussagen sind immer so *MIMIMIMIIIIIII* 😭
      Es wurde ja explizit Frau Freitag um Rat gefragt und nicht Bruno Wüthrich. Würde ich mir persönlich mal Gedanken darüber machen. Vielleicht einen eigenen Blog schreiben?! Nichts für Ungut 😒


    • Bruno Wüthrich 07.03.2016 19:02
      Highlight Highlight Liebe E-Lisa,
      Frau Freitag schreibt einen öffentlichen Blog (Ratgeber), für den sie bezahlt wird, und der nun mal Kommentare zulässt. Derzeit sind ihre Ratschläge schlichtweg alles andere als durchdacht. Mir scheint, es wird einfach auf die Schnelle etwas geschrieben. Ob die Frage gut beantwortet ist oder nicht, scheint keine Rolle zu spielen.
      Es ist für Frau Freitag ein grosses Glück, dass sie für ihr Coaching, ihr Buch etc. Werbung machen darf und dafür sogar noch bezahlt wird (andere müssen bezahlen). Dies sei ihr zu gönnen. Aber etwas mehr Mühe geben, als sie dies tut, sollte sie schon.
    • SusiBlue 07.03.2016 21:44
      Highlight Highlight @E-Lisa: man könnte sich auch fragen, weshalb Sie sich die Mühe machen, auf den Kommentar von B.W. zu antworten?
      Meine Wenigkeit schätzt es jedenfalls, auch gegenteilige Standpunkte zu hören, sofern sie relativ sachlich und fair formuliert sind. Das hilft mir bei der eigenen Meinungsbildung.

      Und, ja, auch ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass die Ratschläge von Kafi in letzter Zeit undifferenziert, "privat"(=unprofessionell) und "so husch husch" daher kommen. Schade, denn es war Kafi's Kolumne, die mich ursprünglich zu Watson brachte.
      Wer sich wohl geändert hat? Kafi oder ich?

FRAGFRAUFREITAG

Ciao Kafi. Zwei Sachen stören mich (m) besonders: Freundinnen, die nicht zu einer Verabredung erscheinen und Freundinnen, die bei meinen Grillpartys passiv sind und nur rumsitzen. 

Wenn ich mich mit Freunden verabrede, dann weiss ich auch pünktlich zu erscheinen, auch wenn mir nicht gerade danach ist oder ich zu müde bin, um zum Beispiel in Bars rumzuziehen. Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass Frauen in meinem Freundeskreis immer im letzten Moment entscheiden, ob sie sich mit mir (oder mit der Clique) verabreden möchten. So kommt es, dass beim gemeinsamen Ausgang alle Männer erscheinen, aber nur die Hälfte der eingeladenen Frauen. Die am meisten verwendete Entschuldigung

Lieber Peter Danke für Ihre ach! so lange Frage. Ich ändere aus Prinzip Fragen nicht ab. Nie. Wenn überhaupt, korrigiere ich einen allzu offensichtlichen Schreibfehler. Aber oft noch nicht einmal das. Schliesslich stellen die meisten hier ihre Frage anonym. Da braucht man sich auch wegen Schreibfehler nicht schämen. Was ich aber ab und an gerne tun würde, ist rigoros kürzen. Weil ich mich schon frage, wie viel Frage man einem Leser zumuten kann. Aber auch diesbezüglich vertrete ich eher …

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