Er brachte Andy Warhol nach Europa: Der Zürcher Kunsthändler Bruno Bischofberger ist tot
Der Zürcher Bruno Bischofberger, einer der einflussreichsten Kunsthändler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Seinen Tod gab seine traditionsreiche Zürcher Galerie auf Instagram bekannt.
Bischofbergers Galerie gilt bis heute als eine der bedeutendsten Institutionen des europäischen Kunstmarktes. Als Schlüsselfigur im Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und Europa trug der Schweizer Kunsthändler dazu bei, einige der herausragendsten Vertreter der amerikanischen zeitgenössischen Kunst auf den Alten Kontinent zu bringen, von Andy Warhol über Jean-Michel Basquiat bis hin zu Julian Schnabel und Francesco Clemente.
Doch seine Rolle ging weit über die eines einfachen Galeristen hinaus: Im Laufe der Jahrzehnte wurde er zum engen Freund, Berater und sogar kreativen Partner vieler Künstler.
Die Verbindung zu Warhol war besonders tief. Die beiden trafen sich 1966 zum ersten Mal in New York, nachdem Bischofberger bereits Werke des amerikanischen Künstlers in Zürich gezeigt hatte. Zwei Jahre später erwarb er elf frühe Gemälde von Warhol zu einem Preis, der damals als extrem hoch galt, und erhielt im Gegenzug das Vorkaufsrecht an dessen Werken – eine Vereinbarung, an die sich der Vater der Pop Art bis zu seinem Tod im Jahr 1987 hielt.
Die Zusammenarbeit der beiden ging bald über den Markt hinaus. Bischofberger erwarb einen Anteil an der Zeitschrift «Interview», wirkte als Produzent am Film «L’amour» mit und gehörte zu den Ersten, die das kommerzielle Potenzial der berühmten Auftragsporträts von Warhol erkannten.
Er brachte Warhol und Basquiat zusammen
Entscheidend war auch seine Rolle bei der Begegnung zwischen Warhol und Basquiat. 1984 war es Bischofberger, der eine künstlerische Zusammenarbeit zwischen den beiden vorschlug, woraus eine Reihe von Werken entstand, die heute als grundlegend für die Geschichte der zeitgenössischen Kunst gelten.
Diese Arbeiten markierten auch Warhols Rückkehr zur Malerei nach jahrelanger Pause. Noch heute erzielen die aus dieser Zusammenarbeit entstandenen Gemälde bei internationalen Auktionen Millionenbeträge.
Einen Auftritt hatte Bischofberger auch in einem Film: In «Basquiat» von Julian Schnabel aus dem Jahr 1996 wird er von keinem geringeren als Hollywood-Star Dennis Hopper dargestellt. (sda)
