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Madame Energie

Ein «Date» mit viel heissem Wasser

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Madame Energie

Ein «Date» mit viel heissem Wasser

Manche Zufälle fühlen sich an wie Schicksal: Madame Energie trifft ihren Ex. Doch statt gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, diskutieren sie über die Duschzeit seiner Tochter.
16.02.2026, 14:0216.02.2026, 14:02
Sabina Galbiati
Sabina Galbiati
Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz
Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz. Die Beiträge werden von der freischaffenden Journalistin Sabina Galbiati verfasst.

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Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

Nach 21 Jahren treffen wir uns in der Basler Altstadt, als wären wir Nachbarn. Sind wir nicht, aber wir waren zu Studienzeiten mal ein Päärli – eines dieser Nervigen, das durch die Uni läuft, als würde es zusammenkleben.

Es folgt eine euphorische Einladung zum Znacht. Wie sich zeigt, ist er immer noch der Monsieur Energie.

Auftritt: Monsieur Energie

Monsieur Energie: Und so stolpere ich in diesen Blog. Eigentlich ungeplant, eigentlich ohne Zeit. Denn meine 42 Jahre, zwei Teenager zu Hause und ein Job als Jugendsozialarbeiter haben den enthusiastischen Monsieur Energie von früher konsequent auf Sparflamme gestellt.

Doch jetzt steht sie plötzlich face to face vor mir, meine frühere Madame Energie. Die Einladung zum Abendessen rutscht mir fast zu leicht über die Lippen. Wie geht’s? Was läuft?

Ich werde es erfahren. Nächsten Dienstag wagt sie sich hinaus aus der Stadt – zu mir in die Einfamilienhaushälfte.

Es folgt die Neverending-Dusche

An jenem Dienstag nimmt der Abend eine plötzliche Wendung. Eigentlich wollen wir bei Pasta und Wein in Monsieur E.’s Agglo-Bleibe in alten Zeiten schwelgen. Doch nach der Neverending-Dusche seiner Teenie-Tochter (es waren ohne Witz etwa 15 oder 20 Minuten) ist unser Nostalgie-Schwatz vorbei.

Dicke Luft breitet sich aus

Mir wär's gar nicht aufgefallen, aber jetzt ist ein bitz dicke Luft im Raum und eine leichte Röte im Gesicht meines Ex. Ich weiss nicht recht ob aus Ärger, Scham oder Verzweiflung.

Monsieur Energie: Das läuft jetzt nicht ganz so, wie geplant. Die Fenchel-Ricotta-Paccheri stehen zwar im Ofen, der Natur-Pinot ist temperiert – aber im Badezimmer plätschert es seit gut zwanzig Minuten ohne Unterbruch. Mit Sicherheit auch nicht zu überhören für Madame Energie, die mich vor 25 Jahren noch «Hopp, hopp, hopp – Atomkraft stopp» predigen gehört hat. Und nun fliesst bei Familie Energie 2026 der Strom via Boiler literweise in den Abfluss.

Diskussionen über Duschzeiten enden bei uns zuverlässig im Familienfrieden-Notstand. Madame Energie schaut mich an. Sagt nichts. Aber ich weiss genau, was sie denkt.

Energiesparen mit Teenies?

Ob sie wohl noch etwas heisses Wasser übriggelassen hat, frage ich mich insgeheim und im selben Augenblick fällt mir einmal mehr auf, dass es für Eltern gar nicht so einfach ist, Teenies zum Energiesparen zu motivieren.

«Eine Freundin von mir hat sogar mal einen Familien-Duschplan aufgestellt», erzähl ich ihm und nehme einen grossen Schluck Wein. «Wer sich nicht daran gehalten hat, musste in derselben Woche die Dusche putzen oder ein anderes Putzämtli übernehmen.»

Danke für nichts!

Monsieur Energie: Familien-Duschpläne? Kenne ich. Etwa so wirkungsvoll wie Neujahrsvorsätze. Kosten viel Nerven, sparen aber kein Warmwasser. «Ja doch, das könnten wir mal versuchen», antworte ich zaghaft und bemühe mich, nicht zynisch zu klingen. Es ist schlicht einfacher, wenn man nicht alles ständig aushandeln muss.

In diesem Moment steckt die Teenagerin ihre nassen Haare zur Tür herein: «Redet Ihr von mir?», fragt sie fröhlich. Normalerweise ist sie mir gegenüber deutlich wortkarger.

Madame Energie nimmt den Ball sofort auf: «Bei uns zuhause gilt: Wer länger als zehn Minuten duscht, zahlt den nächsten Wein.»

Lieber eine Sparbrause statt Wein

OMG, hab ich gerade einer Teenagerin gesagt, dass sie Alkohol kaufen muss, wenn sie zu lange duscht? Und wer bin ich überhaupt, dass ich mich hier einmische? Jetzt werde ich selber rot. «Ich war auch immer eine Langduscherin», gestehe ich den beiden. «Mein jetziger Partner hat mir in der zweiten Staffel Madam E. eine Sparbrause organisiert. Und seit ich als M. E. unterwegs bin, hab ich mir die 4-Minuten-Dusche mithilfe von Dusch-Song-Playlists angewöhnt.»

Monsieur Energie: Oha. Wenn es offenbar möglich ist, aus Madame Energie eine 4-Minuten-Duscherin mit Sparbrause zu machen, dann sollte das mit der eigenen Tochter eigentlich auch klappen. Vielleicht wird sie sich irgendwann erinnern – nicht an den Duschplan oder den Wein, sondern daran, dass Warmwasser nicht unendlich ist. Ich nehme mir vor, dranzubleiben.

Sabina Galbiati

Über die Autoren

Sabina Galbiati ...
... ist freie Journalistin, Bloggerin und Autorin. Am liebsten schreibt sie Geschichten über inspirierende Menschen und über die simplen Dinge, die uns im alltäglichen Leben bewegen. Als «Die Nachhalterin» hat sie auf «watson.ch» bereits über Klima- und Umweltschutz im Alltag gebloggt. Als «Madame Energie» widmet sie sich nun dem Energiesparen innerhalb und ausserhalb ihrer vier Wände und berichtet von den ganz alltäglichen Herausforderungen und Diskussionen, die sie dabei erlebt. Wie immer tut sie das mit einer Prise Humor.

Jean-Luc Perret ...

... ist Texter und Kommunikations-Allrounder in einer kleinen Basler Agentur mit Schwerpunkt auf naturwissenschaftlichen und energiebezogenen Themen. Für «watson.ch» schreibt er als Monsieur Energie über einen energiebewussten Familienvater, der zwischen Anspruch und Alltag navigiert und dabei auch einmal vom Kurs abkommt. Eine Rolle, die ihm aus dem realen Leben nicht unbekannt ist.
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Wie viel Wasser sollten wir eigentlich trinken?
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Wie viel Wasser sollten wir eigentlich trinken?

nser Körper besteht zu über 50 Prozent aus Wasser, das unter anderem für die Regulation der Körpertemperatur verantwortlich ist. Damit schützt es den Körper vor Überhitzung. Durch das vermehrte Schwitzen verliert der Körper einen grossen Teil der aufgenommenen Flüssigkeit wieder. Deswegen ist es an Hitzetagen besonders wichtig, viel zu trinken – und dies vor allem auch regelmässig.

Geeignet ist Wasser,ungesüsste Kräuter- und Früchtetees sowie Saftschorlen. Vermeiden solltest du zuckerhaltige Getränke und Alkohol.

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