Welches E-Bike soll ich mir kaufen?
Während der Covid-Pandemie erlebten E-Bikes einen regelrechten Boom. Aufgrund der hohen Verkaufszahlen der letzten Jahre wird geschätzt, dass etwa eine Million E-Bikes auf Schweizer Strassen unterwegs sind. Du bist also in guter Gesellschaft, wenn du dir auch eines anschaffen willst.
Wer ein passendes Modell finden möchte, sollte die verschiedenen Typen und die wichtigsten Komponenten kennen. Grundsätzlich unterscheidet man diverse E-Bike-Kategorien. City-E-Bikes sind ideal für den Alltag und kurze Strecken in der Stadt. Sie bieten eine komfortable Sitzposition, Gepäckträger und oft einen tiefen Einstieg. Trekking- oder Touren-E-Bikes eignen sich für längere Fahrten auf Asphalt, aber auch weniger gut ausgebauten Strassen. Sie verbinden Komfort mit guter Reichweite und sind normalerweise mit Schutzblechen und Gepäckträgern ausgestattet. Für sportliche Fahrerinnen und Fahrer sind E-Mountainbikes interessant. Diese Modelle verfügen über breite Reifen, starke Bremsen und leistungsfähige Federungen, insgesamt eine Ausstattung für jedes Gelände.
In der Schweiz sind E-Bikes bis 25 km/h ohne Kontrollschild erlaubt. Schnellere Modelle bis 45 km/h benötigen ein Nummernschild sowie einen Führerausweis der Kategorie M. Hier gilt auch Helmpflicht.
Motor und Akku
Beim Kauf spielt der Motor eine zentrale Rolle. Mittelmotoren gelten als besonders ausgewogen und eignen sich gut für hügelige Regionen. Heckmotoren bieten ein sportliches Fahrgefühl, während Frontmotoren eher bei günstigen Modellen vorkommen und bei neuen E-Bikes praktisch nicht mehr verbaut werden.
Auch der Akku ist entscheidend. Die Kapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Für tägliche Pendelstrecken reichen oft 400 bis 500 Wh, für längere Touren oder Bergfahrten empfiehlt sich ein grösserer Akku. Mittlerweile sind Akkugrössen bis zu 2500 Wattstunden verfügbar. Gerade bei grösseren Akkus, aber auch auf längeren Touren ist die Leistungsfähigkeit des Ladegeräts entscheidend. Ist ein Akku am E-Bike fix verbaut, muss im Velokeller immer eine Steckdose in der Nähe sein und das Bike sollte nicht Sommer und Winter draussen stehen, da Elektronik und Akku unter hohen und tiefen Temperaturen leiden.
Probefahrt lohnt sich
Zu den wichtigsten Komponenten gehören ausserdem hochwertige Bremsen – hydraulische Scheibenbremsen sind heute Standard –, eine zuverlässige Schaltung sowie eine gute Federung. Auch Reifenqualität, Lichtanlage und Ergonomie sollten beachtet werden. Vor dem Kauf solltest du unbedingt eine Probefahrt machen. Nur so kannst du beurteilen, ob Sitzposition, Motorunterstützung und Fahrgefühl wirklich zu dir passen.
Onlinekäufe können finanziell interessant sein, haben aber ihre Schattenseiten. Bei einem Defekt fehlt eine Ansprechperson und die Lieferbarkeit von Ersatzteilen kann zum Problem werden. Bereits ein nicht mehr verfügbares Displaykabel kann für ein E-Bike den Totalschaden bedeuten. Nicht optimale Lenker, Vorbauten oder Sättel können nur im Geschäft individuell angepasst werden.
