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Werden Plug-in-Hybride zu Unrecht kritisiert?

Voiture plug-in hybride

Bild: Shutterstock
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Werden Plug-in-Hybride zu Unrecht kritisiert?

Sie sind auf dem Vormarsch und scheinen die ideale Übergangslösung vom Verbrenner zum Elektroauto zu sein, werden aber immer häufiger verunglimpft – zu Unrecht. Hier erfährst du alles, was du über Plug-in-Hybride wissen musst.
27.09.2022, 08:3927.09.2022, 14:52
Jerome Marchon
Jerome Marchon
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In den letzten Monaten haben immer mehr selbsternannte ExpertInnen mit mehr oder weniger fundierten Studien und zweifelhaften Versuchen unter Labor- oder Realbedingungen die Plug-in-Hybride (auch als PHEV bezeichnet) in Verruf gebracht. Sie werfen ihnen vor, dass sie im Vergleich zu den im Fahrzyklus angegebenen Werten viel mehr verbrauchen. Sicher sind diese offiziellen Messungen seit Langem mit Vorsicht zu geniessen. Aber sie dienen auch primär dazu, den KonsumentInnen den Vergleich verschiedener Modelle derselben Kategorie zu ermöglichen, und nicht dazu, den eigenen Verbrauch mit dem von den Herstellern angegebenen Verbrauch zu vergleichen. Denn Plug-in-Hybride kommen nicht ohne gewisse Vorkehrungen bei der Nutzung aus, um ihr wahres Gesicht zu zeigen.

Wie funktionieren Plug-in-Hybride?

Plug-in-Hybride funktionieren grundsätzlich genauso wie Voll-Hybride. Durch die grössere Batterie kann ein Plug-in-Hybrid jedoch längere Strecken vollelektrisch zurücklegen, und zwar 40 bis 100 km je nach Modell auf dem Markt. Mehrere Fahrmodi ermöglichen es, die Verwendung der Batterie an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Zumeist findet sich ein «Hybrid-» oder «Automatikmodus», der je nach Gelände oder Fahrstil in Echtzeit die Wahl des besten Antriebs – ob Elektro- oder Verbrennungsantrieb – der Bordelektronik überlässt.

Die Software wird mit jedem Modell besser und man muss wohl zugeben, dass die neueren Modelle sich als besonders effizient in ihrer Funktionsweise erweisen. Dieser Fahrmodus sollte bei Überland- oder Autobahnfahrten verwendet werden. Man findet auch einen «Sportmodus», der die beiden Antriebe für die grösstmögliche Leistung kombiniert, und schliesslich den «Elektromodus», der lediglich Strom saugt, solange die Batterie liefern kann. Letzterer ist in der Stadt oder auf kürzeren Strecken zu bevorzugen, soweit die Batterie reicht.

Hybrid powertrain Audi A8 TFSI e
Kombination aus Verbrennungsmotor, Elektromotor und Batterie.Bild: AUDI AG

Es gibt noch zwei zusätzliche Modi zum Laden/Wiederaufladen der Batterie mithilfe des Verbrennungsmotors. Sie sollten allerdings nur verwendet werden, wenn es absolut notwendig ist, da sie viel Sprit verbrauchen. Der Verbrennungsmotor muss gleichzeitig sowohl die Batterie aufladen als auch das Fahrzeug antreiben. Der Verbrauch steigt damit unserer Erfahrung nach um 2 bis 8 l/100 km auf Überlandfahrten oder in der Stadt. Auf der Autobahn sinkt der Mehrverbrauch auf 1 bis 4 l/100 km.

Worauf muss man achten?

Technisch gesehen besteht ein Plug-in-Hybrid aus zwei Fahrzeugen in einem: einem Verbrenner und einem Elektroauto, mit allem für beide Betriebsarten erforderlichen Zubehör. Durch die zusätzliche Elektrifizierung mit einem oder mehreren Elektromotoren, die Elektronik zum Aufladen an einer Steckdose und zur Batteriesteuerung sowie die Grösse der Batterie steigt das Gewicht um 200 bis 300 kg im Vergleich zu einem klassischen Verbrenner.

Dieses nicht unerhebliche Gewicht führt unweigerlich zu einem erheblichen Mehrverbrauch im Verbrenner-Modus oder sobald die Batterie leer ist. Plug-in-Hybride eignen sich entsprechend kaum für häufige und lange Fahrten auf der Autobahn.

Peugeot 3008 GT Hybrid4
Was ist das Geheimnis eines Plug-in-Hybrids? Das elektrische Fahren und entsprechend das möglichst häufige Aufladen.Bild: Peugeot

Man kann also leicht nachvollziehen, dass es wichtig, wenn nicht sogar notwendig ist, so oft wie möglich elektrisch zu fahren – unserer Erfahrung nach auf mindestens 50 bis 60 % der Strecken. Das heisst, dass man jede Gelegenheit nutzen sollte, die Batterie wieder aufzuladen – zusätzlich zum Laden zu Hause und/oder bei der Arbeit. In der Regel dauert es zwei bis fünf Stunden, um die Batterie vollzuladen. Wenn man sich an diese Vorgaben hält, wird man tatsächliche und zufriedenstellende Spriteinsparungen erzielen. Zahlreiche NutzerInnen, die ihren Plug-in-Hybrid konsequent so verwenden, berichten von einem durchschnittlichen Verbrauch von 1 bis 3 l/100 km auf Strecken von über 15’000 km. Wer hat jetzt nochmal gesagt, dass Plug-in-Hybride nicht effizient sind?

Über den Autor

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bild: zvg

Jérôme Marchon ist ...

... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der Revue Automobile. Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Felix Meyer
27.09.2022 09:03registriert September 2019
Soweit so gut. Es hat auch niemand behauptet, dass PHEV nicht effizient sein können, wenn man damit konsequent elektrisch fährt. Aber dann kann man auch gleich ein Elektroauto kaufen und ist damit noch effizienter.
Fakt ist: Die meisten PHEV werden eben nur sehr selten an der Steckdose geladen und haben damit eigentlich nur die Nachteile der Technologie, während sie von den Vorteilen nicht profitieren können.
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Knut Knallmann
27.09.2022 09:03registriert Oktober 2015
Niemand hat behauptet dass Plug-In Hybride nicht effizient sein können - Das Problem ist dass sie es in der Praxis oft nicht sind. Die Effizienz des Systems baut darauf, dass alle Benutzer das System verstehen und es korrekt umsetzen können. Leider ist das eine Illusion. Der Durchschnittsnutzer versteht die Funktionsweise oft nicht richtig, ist zu faul oder es mangelt schlicht an Lademöglichkeiten am Zielort. In Deutschland wo es vom Staat noch Rabatte und Steuererleichterungen gibt, ist es noch schlimmer. Falsch eingesetzt sind diese Autos eine Ressourcenverschwendung.
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SBRUN
27.09.2022 09:07registriert September 2019
Für mich macht ein Plugin Hybrid wenig Sinn, Strecken unter 30Km ohne Transportbedarf fahre ich grundsätzlich mit dem Velo, und das schon seit 50 Jahren. Dabei spare ich gleich 3 Mal, kein Treibstoff/Strom, seit 50J keine Busse, und mit 67 noch keine Blutdrucksenker.
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Okay, ich hab das mit diesem Dry January jetzt auch mal versucht ...
Alkohol ist ein Genussmittel, predige ich jeweils meinen beiden Teenagern. Und Genuss ist der einzige Grund, ihn zu konsumieren. Dabei merkte ich je länger je mehr, dass ich mich nicht an meine eigenen Regeln hielt. Das musste sich ändern. Der beste Kickoff dafür: Dry January.

Ein Cüpli zum Apéro, ein Glas Wein zum Essen, ein Drink mit Freunden. Alles super. Solange man's nicht trinkt, weil man denkt, man muss, sage ich meinen Kindern, die beide legal Alkohol trinken dürfen. Und: Es gibt auch sonst eine ganze Menge falscher Gründe, Alkohol zu konsumieren. Langeweile. Gewohnheit. Stress. Frust. Dabei merkte ich immer öfter, dass ich immer wieder mal genau aus diesen Gründen zum Glas griff. Nicht täglich, und nicht literweise. Trotzdem: Ich predigte hier im wahrsten Sinne des Wortes Wasser und trank Wein. Das musste sich ändern. Und ich dachte: Wennschon, dennschon. Ich starte mit einem Totalverzicht: Dry January.

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