Blogs
Watts on

Wir haben das günstigste Elektroauto auf dem Markt getestet

Dacia Spring
Der Spring ist der erste vollelektrische Dacia.Image: Dacia
Watts on

Wir haben das günstigste Elektroauto auf dem Markt getestet und sind begeistert

Im Frühling 2021 lancierte Dacia, eine Marke mit stets gutem Gespür in der Automobilindustrie, den Spring als elektrischen Jungspund für die Stadt. Damit hat der rumänische Hersteller wieder einmal ins Schwarze getroffen, denn der Spring gehört zu den elektrischen Bestsellern in Europa.
02.01.2024, 08:22
Jerome Marchon
Jerome Marchon
Folge mir
Mehr «Blogs»

Weltweit haben sich über 110'000 Menschen in ihn verliebt. Er beansprucht europaweit den ersten Platz auf dem Verkaufspodium elektrischer Stadtautos – noch vor dem Fiat 500e – und liegt in Frankreich sogar in allen Kategorien auf dem zweiten Platz hinter dem Tesla Model Y. Noch dazu gelingt es ihm, 93 % der Erstkäufer für sich zu gewinnen. Der Dacia Spring ist ein Jungspund mit 3,75 m Länge und 1045 kg Gewicht, angetrieben von einem Elektromotor mit wahlweise 45 PS oder 65 PS und im Katalog ab 19'990 Franken zu haben, in einem aktuellen Angebot momentan sogar für 5000 Franken weniger.

Dacia Spring
Der Dacia Spring ist das erschwinglichste vollelektrische Auto auf dem Markt.Image: Dacia

Er ist nichts weniger als das günstigste Elektroauto auf dem Markt. In der Schweiz wurden seit Jahresbeginn 400 Exemplare verkauft, weit vor dem Fiat Panda, dem Renault Twingo oder dem Smart ForTwo.

Ein Erfolgsgeheimnis

Getreu seinen Grundsätzen bietet Dacia uns mit dem Spring ein Auto voller technischer Raffinessen, das hervorragend für Fahrten in der Stadt und in Vororten geeignet ist. Dank seiner Grösse passt er in jedes Mauseloch, mit seinem winzigen Wendekreis schafft er blitzschnelle Manöver, und die sehr weiche Dämpfung fängt die Schlaglöcher und Kanalabdeckungen der Stadt mit dem Gleichmut eines Rolls-Royce ab.

Dacia Spring
Für die Stadt gemacht.Image: Dacia

Ein paar Zugeständnisse muss man allerdings bei den begrenzten Einstellungen im Fahrerbereich, bei der einfachen Schalldämmung und bei der allgemeinen Qualität der Materialien und der eher groben Verarbeitung machen.

Dacia Spring
Der Spring setzt auf das Wesentliche, es fehlt an nichts.Image: Dacia

Trotz alledem wartet die Variante «Extreme» unseres Testmodells, die ausschliesslich mit 65-PS-Motor zu 20'790 Franken erhältlich ist, mit einem Infotainmentsystem mit Navigation, DAB+ und Telefonverbindung zusätzlich zur üblichen Sicherheitsausstattung (Airbags, ABS, Notbremsung, Geschwindigkeitsbegrenzung, automatisches Einschalten der Scheinwerfer usw.) auf. Zu diesem Preis – was will man mehr?

Einfach, homogen und verspielt

Bei einem Leichtgewicht von unter einer Tonne muss sich das Elektroantriebssystem auf das absolute Minimum beschränken. Wir haben es hier mit einer 26,8-kWh-Batterie zu tun, die bis zu 230 km kombinierte Reichweite (WLTP) oder 305 km in der Stadt (WLTP City) zulässt. Im Alltag sollte man eher von 180 km ausgehen. Das ist mehr als ausreichend für eine Nutzung des Autos im kleinen Umkreis und die berühmten 30 täglichen Kilometer des statistischen Durchschnittsfahrers. Mit einer Schnellladeleistung von maximal 30 kW lädt die Batterie innerhalb einer Stunde von 0 auf 80 %.

Dacia Spring
Bei 30 kW Höchstladeleistung dauert es etwa eine Stunde, um von 0 auf 80 % Batteriekapazität zu kommen.Image: Dacia

Eine kleine Batterie bedeutet zwangsläufig auch eine bescheidene Leistung. Es stimmt, 45 PS sind wenig, aber 65 PS bieten etwas mehr Nutzungsmöglichkeiten. Lange Strecken sind also nicht sein Ding, auch die Autobahn nicht, wo unser Jungspund penibel 120 km/h einhält und die gesamte Batterie in kaum 140 km aufgebraucht ist.

Dacia Spring
Mit seiner rasanten Beschleunigung zeigt der Dacia Spring aber auch seine verspielte Seite.Image: Dacia

Und trotz der Einfachheit des Motors haben wir am Steuer wirklich unglaublich viel Spass. Bei den Ampelstarts sind wir gleich auf und davon, und auch das Fahrwerk und die nicht immer sehr straffe Bereifung haben ihren Charme und erinnern uns an so manches Auto aus vergangenen Zeiten. Ich bin begeistert!

Über den Autor:

Bild
Image: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Auto-Fan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
52 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Euca&Lyptus
02.01.2024 09:22registriert Oktober 2021
Einer der wenigen nicht überdimensionierten Stromer. Vernunft pur. Gemäss Umweltrating die Nummer eins.
8626
Melden
Zum Kommentar
avatar
Nikigraus
02.01.2024 13:56registriert Februar 2016
Ich bin momentan an der Evaluation eines günstigen Elektroautos und die Empfehlung überrascht mich sehr. Der Dacia ist bei mir rausgeflogen wegen der miserablen Sicherheit. Eine kurze Suche nach Dacia Spring Crashtest führt zu den Resultaten.
485
Melden
Zum Kommentar
avatar
MacB
02.01.2024 14:25registriert Oktober 2015
"...die sehr weiche Dämpfung fängt die Schlaglöcher und Kanalabdeckungen der Stadt mit dem Gleichmut eines Rolls-Royce ab." Jetzt übertreibst du aber resp. bist noch nie Rolls Royce gefahren oder? ;)
454
Melden
Zum Kommentar
52
8 Tipps, die du jetzt in der Gartenpflanzzeit beachten solltest
Schweizer und ihre Gärten, Schrebergärten oder Balkonbepflanzungen: eine Liebesbeziehung. Jetzt im Frühling gilt es wieder, die Grundlagen für das eigene Gemüse oder einfach nur einen schönen Balkon zu legen. Diese Tipps solltest du beachten.

Ja, normalerweise nehme ich euch bei Rauszeit mit, die Schweiz zu entdecken. Heute will ich aber mal über das Gärtnern schreiben und unsere Schweizer Eigenheiten hier unter die Lupe nehmen oder Tipps geben, wie man seinem eigenen grünen Daumen etwas nachhilft – und je nachdem dadurch weniger im Garten arbeiten muss, weil man die richtigen Pflanzen am richtigen Ort platziert und sie sich so selber helfen können.

Zur Story