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Wir Eltern

Deprimierend: Wie kann es sein, dass berufstätige Mütter im Jahr 2015 immer noch die alleinige Verantwortung für Kinder und Haushalt haben?

nathalie sassine-hauptmann / wir eltern



Ein Artikel von

Was in Schweizer Familien abgeht, ist unter aller Sau. Zumindest wenn man Sibylle Stillhart glauben will. Kürzlich habe ich ja Remo Largo aus dem Buch «Müde Mütter – fitte Väter» zitiert. Mittlerweile ist der Rest des Buchs auch ausgelesen.

Und jetzt bin ich deprimiert.

Die Autorin selber hat die Erfahrung gemacht, dass das Leben als berufstätige Mutter mehr als nur anstrengend ist, das Burnout sei oft eine Folge davon. Kinder in die Kita, arbeiten, abholen, kochen, putzen, waschen, aufräumen. Die Liste ist praktisch unendlich lang, wenn man den Alltag von Schweizer Müttern aufzeigen will. Altbekannt und von uns allen wohl nachvollziehbar.

Frauen, die sich durchs Band über ihre Partner beklagen

Nun haben einige von uns Partner, die uns helfen, die Liste abzuarbeiten. Bei mompreneurs-schweiz.ch spreche ich viel mit Müttern, die mir versichern, ohne ihre Männer ginge das mit dem Unternehmertum gar nicht. Sie holen die Kinder ab, kochen und machen die Hausarbeit, wenn Mama arbeiten muss. Manchmal nach geregeltem Wochenplan, manchmal spontan wenn’s brennt. 

Wie gesagt: Ich bin deprimiert. Es kann ja nicht sein, dass – berufstätige – Mütter im Jahre 2015 immer noch die alleinige Hauptverantwortung für ALLES haben, was Kinder und Haushalt betrifft.

Im Umfeld von Frau Stillhart sieht es aber anders aus: Die Frauen, mit denen sie gesprochen hat, beklagen sich durchs Band und erzählen haarsträubende Stories von Männern, die ausnahmsweise einspringen und eine Stunde brauchen, um Fertig-Tortellini zu kochen, während die Kinder die Wohnung auseinandernehmen. 

Am Ende wissen sie nicht einmal, wo die Teller stehen und müssen Mami deshalb trotzdem stören. Männer hat sie natürlich auch befragt und diese halten offenbar Abfall raustragen und mit den Kindern puzzeln schon für Hausarbeit und glauben, für die Familie schon einiges getan zu haben, wenn sie abends nicht vergessen, das Licht zu löschen, wenn sie ins Bett gehen. 

Wir sind im Jahr 2015!

Wie gesagt: Ich bin deprimiert. Und will ehrlich hoffen, dass nur gerade die von der Autorin befragten Paare so funktionieren. Es kann ja nicht sein, dass – berufstätige – Mütter im Jahre 2015 immer noch die alleinige Hauptverantwortung für ALLES haben, was Kinder und Haushalt betrifft. 

Oder etwa doch?

Woher kommt das? Wieso lassen sie sich das gefallen? Wieso gründen diese Frauen überhaupt eine Familie mit solchen Männern? Oder waren sie vor den Kindern nicht so?

Und vor allem: Woher kommt das? Wieso lassen sie sich das gefallen? Wieso gründen diese Frauen überhaupt eine Familie mit solchen Männern? Oder waren sie vor den Kindern nicht so? Fragen über Fragen. 

Es ist deprimierend

Das Buch ist lesenswert, wenn man die genannten Studien und Statistiken selber noch nicht kennt. Aber wie gesagt: Es ist deprimierend. 

Wie ist das bei euch? Teilt ihr euch Kinder und Haushalt oder bleibt alles an Mami hängen? 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Susi_Sonnenschein 22.08.2015 15:58
    Highlight Highlight Das kann so gar nicht bestätigen... Ich arbeite zwei Tage die Woche, wovon die Kinder ein Tag in der Krippe sind und der andere ist Papitag. Und einen zusätzlichen Nachmittag sind die Kiddies in der Krippe, an welchem ich Zeit hätte, etwas für mich zu machen. Zugegeben, meistens gehen ein paar Stunden für den Haushalt drauf, aber das liegt nicht daran, dass ich keine Hilfe von meinem Mann erhalte (im Gegenteil, ich werde sogar ziemlich gut unterstützt). Es ist eher so, dass ich die gemeinsame Zeit mit den Kindern nutze, der Haushalt läuft mir ja nicht davon.
  • stadtzuercher 05.08.2015 19:36
    Highlight Highlight >>> Diskutiert mit in der Kommentarspalte!
    -
    wurde fleissig gemacht.
    ist das resultat in ihrem sinne, frau nathalie sassine-hauptmann?
  • Chili5000 05.08.2015 12:00
    Highlight Highlight Ich habe das in meinem Freundeskreis miterlebt.Gerade wen es um das Thema Kinder geht sind die Frauen in meinem Freundeskreis alle klar eingestellt."Wenn ich Kinder bekomme dann will ich mit den Kindern zuhause bleiben".Es klingt zwar veraltet ist aber heute genau so weit verbreitet wie früher. Mit dem unterschied das die heutigen Frauen sich sehr bewusst für ein Kind entscheiden und die ganze Erfahrung samt Erziehung und Haushalt machen wollen.Der Part des Mannes ist heute noch der desjenigen welcher das Geld nachhause bringt und deshalb Teilzeit Vater ist. In meinem Freundeskreis jedenfalls
  • Frausowieso 05.08.2015 10:04
    Highlight Highlight Das ist ein Problem der Vereinbarung, die Partner untereinander treffen. Geht der Mann 100% arbeiten und die Frau ist zuhause, dann ist es klar, dass sie für alles zuständig ist. Sie hilft dem Mann ja auch nicht bei seiner Arbeit. Normalerweise ist man ja vor den Kindern mit seinem Partner zusammen. Da sieht man ja schon, ob er sich zuhause einbringt oder nicht. Frauen, die einen Pascha dulden, sind auch ein Stück weit selbst Schuld. Generell muss man aber auch sagen, dass es die heutige Frau viel einfacher hat. KITAs, Haushaltsgeräte, Fertigfood etc erleichtern den Alltag doch ungemein.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 22.08.2015 08:28
      Highlight Highlight Was Kitas angeht, haben wir es einfacher, stimmt. Setzen wir unseren Kindern jedoch Fertigfood vor, gelten wir wiederum als Rabenmütter... Die Gesellschaft bestimmt eben mit, ob sie uns den Alltag erleichtern will.
  • G-Man 05.08.2015 09:44
    Highlight Highlight Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer sich vor dem Kinder kriegen nicht mit seinem Partner auseinander setzt und sich im nachhinein Wundert dass der Mann nichts kann zuhause ist irgendwie selbst schuld. Aber es fällt einigen wohl einfacher ein Buch zu schreiben als sich um die Familie zu kümmern.
  • karlie 05.08.2015 08:45
    Highlight Highlight bei uns war es nicht viel anders - wenn ich aber ehrlich bin gab ich meinem mann kaum die chance sich entsprechend einzubringen. (lieber selber machen - dann kommts auch so wie ich mir das vorstelle ;-))
    ich denke der partner muss die chance erhalten die dinge so zu erledigen wie er es für richtig hält und nicht zwingend so wie ich es mir gewohnt bin. auch der umgang mit den Kinder ist unterschiedlich und in ordnung.
    oft habe ich auch nicht kommuniziert was ich erwarte in der hoffnung mein mann spürt das dann schon. funktioniert leider auch nicht.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 22.08.2015 08:29
      Highlight Highlight Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, danke für diesen Kommentar! Meist können wir nämlich nicht zugeben, dass wir doch auch etwas selber Schuld haben, gell?
  • Karl33 05.08.2015 08:19
    Highlight Highlight Völlig irrelevantes Buch. Frustrierte Frau - freischaffende Journalistin - lästert über die Männer in ihrem Umfeld und Männer im allgemeinen. Feministisches männerverachtendes Geschreibsel, das jeglicher Realität entbehrt. Weshalb nicht ein relevanteres und interessanteres Buch besprechen?
    • Amboss 05.08.2015 17:16
      Highlight Highlight Irrelevantes Buch: Das trifft es. Sie kann unmöglich bei der stinknormalen Familie Müller, Meier und Hugentobler recherchiert haben.
      Dann die stinknormale Väter, die packen im Haushalt an und kümmern sich auch um die Kinder. Und leben eine gleichberechtigte PARTNRSCHAFT mit ihren Frauen.
      Nein, die Autorin hat bewusst Familien gesucht, wo es nicht rund läuft.
      Und das ist nicht Recherche, sondern Progaganda. Und deshalb völlig irrelevant.


  • Linthere 05.08.2015 03:16
    Highlight Highlight Ich finde das eine Frechheit! Sie haben einen Mann mit einer Kaderstelle, Sie müssten nicht einmal arbeiten gehen! Sie haben sich dazu entschieden Kinder zu haben und gleichzeitig zu arbeiten -> absolut kein Mitleid!! Immer nur jammern jammer jammern, dabei könne sie froh sein, dass ihre Kinder gesund sind und sie und Ihr Mann eine Arbeitsstelle haben bei der Sie wahrscheinlich noch gutes Geld verdienen. Alleinerziehende Mütter würden sich das wünschen.
    • Frausowieso 05.08.2015 10:13
      Highlight Highlight Da muss ich Ihnen recht geben, auch wenn Sie sich vielleicht etwas sehr hart ausdrücken. Viele Frauen würden es sich wünschen, dass sie sich eine KITA leisten könnten. Meine Mutter hatte 2 Kinder, war/ist Geschäftsführerin im 80% Pensum und hat ihren Haushalt selbst geschmissen (und zwar sehr ordentlich). Sie hat jeden Abend frisch gekocht und hatte noch Zeit für ihre Hobbys. Sie hat sich nie beklagt, obwohl sie sicher auch oft gestresst war. Also entweder jammern viele Frauen heute gerne oder meine Mutter ist eine wahre Heldin.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 22.08.2015 08:32
      Highlight Highlight Sassenach: Beides trifft zu. Ist wohl Charaktersache.

      Linthere: Um das nochmal richtig zu stellen. Das Buch habe nicht ich geschrieben, sondern gelesen und besprochen. Abgesehen davon bin ich mit Ihnen einverstanden, was Alleinerziehende angeht. Doch nicht jede Mutter entscheidet, arbeiten zu wollen. Die meisten müssen es. Auser im Falle dieses Buches.
  • stadtzuercher 04.08.2015 23:53
    Highlight Highlight Seit Jahren klingts von Frauen wie NSH: Ich, Ich, Ich. Scheinbar hat die gute Frau vergessen, dass eine Beziehung immer zwei braucht, die wollen. Zwingen kann man niemanden in eine Beziehung, auch einen Mann nicht, und das ist gut so. Es gibt, es lässt sich nicht leugnen, heute attraktivere Männerrollen als der Kindsvater und Alimentenlöli zu sein.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 22.08.2015 08:34
      Highlight Highlight Stadtzürcher: Bitte nochmal lesen. Es geht hier nicht um mich, sondern um die Autorin dieses Buches. Ich bin mit ihr eben NICHT einverstanden.
  • dä dingsbums 04.08.2015 23:04
    Highlight Highlight Nein, es kann nicht sein.
    Ich helfe im Haushalt aus, verbringe gerne mit meinen Töchtern Zeit und finde es peinlich, wenn behauptet wird, Männer seien nicht in der Lage Pasta zu kochen.
    Liebe Damen, ihr sucht Euch den Partner aus, ihr gründet mit ihm eine Familie und ihr wollt weiterhin Arbeiten. Wenn diese Entscheidungen nicht gemeinsam gefällt werden und beide am gleichen Strick ziehen, geht das nicht.
    Ihr müsst euch entscheiden und etwas tun. Das kann heissen entweder auf Familie, Karriere oder gar den (falschen) Partner zu verzichten.
    Sonst bleibt nur das Nörgeln. Oder deprimiert zu sein.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 22.08.2015 08:34
      Highlight Highlight Danke. Genauso ist es.
  • koks 04.08.2015 22:36
    Highlight Highlight haha, dummchen. ich habe eine eigene firma, akademische karriere, bin gemeinnützig engagiert, spannender alltag, spannende ferien mit freunden, tolles hobby, groupies und liebhaberinnen, schmeisse den haushalt selbst. ich verzichte auf kinder, die die feministische theorie ja eh dem mann verweigert (mein bauch gehört mir, männer sind evolutionär überflüssig etc), und die welt ist meine. weshalb sollte ich so ein tolles leben gegen dieses andauernde feministische genörgel und gemeckere eintauschen?
    • Miicha 04.08.2015 22:43
      Highlight Highlight Boa, bin ich beeindruckt! Bei mir hats nur zu nem Mann und Kind gereicht die mir sagen, dass sie mich lieb haben...
    • dä dingsbums 04.08.2015 23:35
      Highlight Highlight Wenn ich so ein Superman wie Du wäre, würde ich jemanden anstellen der meinen Haushalt schmeisst.

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