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Neuer Job gesucht? Das solltest du bei deiner Bewerbung beachten

Von Video-Bewerbungen bis Portfolio-Websites: Neue Formate zeigen Persönlichkeit und Kreativität.
Von Video-Bewerbungen bis Portfolio-Websites: Neue Formate zeigen Persönlichkeit und Kreativität.bild: ffhs / Ki-generiert
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Wie bewirbt man sich heute? Darauf solltest du achten

Die Art, wie man sich für einen Job bewirbt, hat sich durch die Generation der Digital Natives stark verändert. Wie du mit jüngeren Mitbewerbern mithalten kannst und worauf Firmen achten sollten.
19.06.2024, 14:2919.06.2024, 15:42
mathias blatter, ffhs
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In den letzten Jahren hat sich der Arbeitsmarkt grundlegend gewandelt, beeinflusst durch technologische Fortschritte, Digitalisierung und den demografischen Wandel. Unternehmen suchen verstärkt nach flexiblen, innovativen und digital versierten Mitarbeitenden, während traditionelle Anforderungen wie Loyalität und Stabilität in den Hintergrund treten. Arbeitnehmende, insbesondere aus der Generation Z, legen zunehmend Wert auf Sinnhaftigkeit, Work-Life-Balance und flexible Arbeitsmodelle. Sie erwarten von ihren Arbeitgebern nicht nur attraktive Gehälter, sondern auch ethisches Handeln und nachhaltige Unternehmenspraktiken.

Dies hat zu einem Umdenken in der Rekrutierung von Fachkräften geführt: Moderne Unternehmen müssen sich als attraktive, verantwortungsbewusste Arbeitgeber positionieren und auf die individuellen Bedürfnisse und Werte ihrer Mitarbeitenden eingehen. Gleichzeitig eröffnen digitale Plattformen und neue Technologien innovative Wege im Bewerbungsprozess, wodurch Transparenz und Effizienz steigen. Anpassungsfähigkeit und Offenheit für Veränderung sind somit zentrale Erfolgsfaktoren in der heutigen Arbeitswelt.

Die Generation Z, geboren zwischen Mitte der 1990er und den frühen 2010er Jahren, betritt inzwischen den Arbeitsmarkt und bringt neue Erwartungen und Herangehensweisen mit. Sie ist mit Smartphones, sozialen Medien und einem ständigen Zugang zu Informationen aufgewachsen. Ihre Bewerbungsmethoden reflektieren diese digitalen Einflüsse und ein verändertes Verständnis von Arbeit und Karriere.

Auf die folgenden Grundsätze solltest du achten, um mit den neuesten Trends Schritt zu halten.

Digitale Präsenz und Personal Branding

Für die Generation Z beginnt der Bewerbungsprozess nicht mit dem klassischen Anschreiben, sondern online. Plattformen wie LinkedIn, Instagram und persönliche Blogs sind zu wichtigen Werkzeugen geworden. Junge Bewerbende pflegen ihre digitale Präsenz sorgfältig und nutzen sie, um ihre Fähigkeiten und Erfahrungen zu präsentieren. Ein professionelles LinkedIn-Profil ist dabei genauso wichtig wie ein gepflegter Instagram-Feed, der kreative Projekte und persönliche Interessen zeigt. Personal Branding ist das Stichwort: Authentizität und eine klare persönliche Marke sind entscheidend, um sich von der Masse abzuheben.

Kreative Bewerbungen und digitale Tools

Kreativität spielt eine zentrale Rolle im heutigen Bewerbungsprozess. Statt sich auf traditionelle Bewerbungsunterlagen zu beschränken, nutzen Gen-Z-ler digitale Tools und Plattformen, um sich zu präsentieren. Video-Bewerbungen, interaktive PDFs und sogar Portfolio-Websites sind keine Seltenheit. Diese Formate ermöglichen es, nicht nur berufliche Fähigkeiten, sondern auch Persönlichkeit und Kreativität zu zeigen. Tools wie Canva oder Adobe Express helfen dabei, ansprechende und professionelle Bewerbungsunterlagen zu erstellen.

Kontinuierliche Weiterbildung

Mithalten bedeutet «am Ball bleiben»! Und dies heisst, dass sich junge Jobsuchende fortlaufend weiterbilden sollten. Es ist sehr ratsam, regelmässig an Online-Kursen teilzunehmen, Webinare oder auch länger dauernde Fortbildungsangebote zu besuchen, um seine Skills zu verbessern oder zu ergänzen. In einer sich rasch verändernden Arbeitswelt ist es immens wichtig, sich stets auf dem neusten Stand zu befinden und entsprechende Wissenserweiterungen anzugehen. Im Weiteren zeugen regelmässig erworbene Zertifikate von Fleiss und Motivation. So sticht man aus einem breiten und ausgeglichenen Bewerberpool schnell heraus und verschafft sich Vorteile.

Soft Skills und emotionale Intelligenz

Neben offensichtlich technologischen und fachspezifischen Kenntnissen sind auch sogenannte Soft Skills entscheidend. Die Entwicklung von Fähigkeiten wie Kommunikation, Teamarbeit und Konfliktlösung ist nicht nur im alltäglichen Miteinander am Arbeitsplatz von Vorteil. Eine starke emotionale Intelligenz ist natürlich schwer nachzuweisen, bevor man jemanden persönlich kennt.

Nichtsdestotrotz kann spätestens im Bewerbungsgespräch damit gepunktet werden, wenn man sich menschlich einfühlsam zeigen kann. Damit verschafft man sich Vertrauen, dass man auch ins Team passt, mit Kunden interagieren und mit dem Mitarbeiter freundlich umgehen kann. Wer zeigen kann, dass er Resilienz und Stressmanagement fördert und positiv beeinflusst, vermittelt sich als sicheren und ruhigen Pol, wenn in herausfordernden Situation cool und effektiv Lösungen nottun.

Doch länger denn je stehen auch Unternehmen im Konkurrenzkampf, denn Fachkräfte sind stark umworben und können sich oft aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Auf folgende Aspekte sollten Arbeitgebende und HR-Fachkräfte daher achten, wenn sie nach jungen Talenten suchen.

Flexibilität und Remote-Arbeit

Von unbedingter und entscheidender Bedeutung ist der Wunsch nach Flexibilität bei den Berufsneueinsteigern. Sie bevorzugen Arbeitsmodelle, die eine Balance zwischen Berufs- und Privatleben ermöglichen. Remote-Arbeit und flexible Arbeitszeiten sind daher wichtige Kriterien bei der Jobsuche. Unternehmen, die diese Flexibilität bieten, haben einen klaren Vorteil im Wettbewerb um die besten Talente. Bewerbende der Generation Z informieren sich im Vorfeld gründlich über die Unternehmensphilosophie und die Arbeitsbedingungen und stellen sicher, dass ihre Werte mit denen des potenziellen Arbeitgebers übereinstimmen.

Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit

Für die Digital Natives spielt Sinnhaftigkeit eine grosse Rolle. Sie suchen nach Jobs, die nicht nur finanziell attraktiv sind, sondern auch einen positiven gesellschaftlichen oder ökologischen Beitrag leisten. Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und ethisches Handeln einsetzen, haben bei dieser Generation einen klaren Vorteil. Bewerbende stellen gezielte Fragen zu den Werten und Initiativen des Unternehmens und zeigen deutlich ihr Interesse an einer sinnvollen Tätigkeit.

Netzwerken und Mentoring

Networking ist für die Generation Z essenziell. Sie nutzen Online-Netzwerke, um Kontakte zu knüpfen und Informationen über potenzielle Arbeitgeber zu sammeln. Plattformen wie LinkedIn oder Xing werden aktiv genutzt, um sich mit Branchenexperten und potenziellen Mentoren zu vernetzen. Mentoring-Programme sind ebenfalls von grosser Bedeutung: Junge Berufseinsteiger suchen nach Unterstützung und Orientierung von erfahrenen Fachkräften, um ihre Karriereziele zu erreichen. Entsprechend sind aufmerksame Arbeitgeber hier präsent und aktiv, interagieren und zeigen Interesse.

Schnelligkeit und Transparenz im Bewerbungsprozess

Heutzutage wird ein schneller und transparenter Bewerbungsprozess erwartet. Lange Wartezeiten und mangelnde Kommunikation schrecken nicht nur die jungen Jobsuchenden ab. Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein, schnelle Rückmeldungen zu geben und klare Informationen über den Bewerbungsstatus zu liefern. Digitale Bewerbungsplattformen und automatisierte Systeme können dabei helfen, den Prozess effizienter zu gestalten und die Erwartungen der Bewerbenden zu erfüllen.

Anpassung ist der Schlüssel

Die Generation Z bringt frischen Wind in die Arbeitswelt und fordert Unternehmen heraus, ihre Rekrutierungsstrategien anzupassen. Indem sie digitale Tools nutzen, kreative Ansätze wählen und grossen Wert auf Sinnhaftigkeit und Flexibilität legen, setzen sie neue Standards im Bewerbungsprozess. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie offen für Veränderungen sein und die Bedürfnisse der jungen Talente verstehen müssen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich zu sein.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Bewerbungsprozess? Schreib es in die Kommentare!

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Leute, die Sicherheit nicht so ernst nehmen, wie sie sollten
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Leute, die Sicherheit nicht so ernst nehmen, wie sie sollten
Person 1: «Hey, Toni, du wurdest gefeuert?»

Toni: «Ja, aber keine Ahnung, warum. Die Chefin muss mich auf dem Kieker haben ...»

Auch Toni: ​
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Der zweitschlechteste Sommerjob, den ich je hatte
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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mega
19.06.2024 16:07registriert August 2021
Meine Erfahrungen (wissenschaftlicher Mitarbeiter): Alles unnötig. Einfach normal und fachlich kompetent sein. Eine persönliche Webseite/Blog als wichtig zu bezeichnen ist absurd und nur für eine winzige Auswahl von Berufen relevant.
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Madison Pierce
19.06.2024 16:18registriert September 2015
Wenn man als Arbeitgeber junge Leute für Handwerksberufe sucht, sollte man den Bewerbungsprozess unabhängig vom PC machen. Junge Leute haben nicht zwingend einen PC (oder sogar Drucker), sondern machen alles auf dem Smartphone.

Bei einem Schreinerbetrieb wurde der Bewerbungsprozess massiv vereinfacht. Es gibt nur noch ein Formular, wo Adresse, Berufserfahrung etc. abgefragt werden. Die interessanten Kandidaten lädt man zum Gespräch. Die Anzahl Bewerbungen hat sich seither vervielfacht. Der Aufwand ist in etwa gleich geblieben. Man muss weniger Dossiers lesen, dafür mehr Gespräche führen.
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rosen nell
19.06.2024 20:37registriert Oktober 2017
Nach dem Motto „liefere statt lafere“ ist mir die Word-Bewerbung mit klarem Leistungsausweis lieber, als diese fancy Bewerbungen.
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