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Smalltalk Yonnihof

Bild: shutterstock

tell it like it is!

Der Bullshit-Übersetzer

10 Floskeln und ihre wahre Bedeutung.

Smalltalk. Der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Was die Briten perfektioniert haben, rangiert auch bei uns Helvetiern ganz weit oben in der Beschäftigungsskala, wenn wir unter Leute gehen. 

Wir Schweizer sind Könige des Phrasen-Schwingens. Zu jedem Thema gibt’s eine passende Floskel. Was aber will man tatsächlich damit sagen? 

Hier eine kleine Sammlung von zehn Aussagen und ihrer wahren Bedeutung: 

Hoi, wie gaht’s?
Bitte sag’ einfach «Danke guet» und lass’ mich um Gottes Willen mit deinem Privatleben in Ruhe, du menschgewordene Schnarchmaschine.

Danke, guet. 
Meine Frau hat mich verlassen, mein Chef ist ein narzisstisches Arschloch und ich habe nach der «Massage» in der Kontaktbar bei Samantha einen Ausschlag an einer Stelle, die weder für mich noch für irgendwen sonst ohne bleibende Schäden zugänglich wäre

Eine Beförderung? Nüme nüt! 
Ich tue so, als würde ich dich bewundern, bin aber eigentlich zerfressen von Neid. Mit der ausgesprochenen Floskel will ich dir das Gefühl geben, du hieltest dich für etwas Besseres, um deine Freude ein wenig zu trüben, was mich missgünstiges Arschloch für 2,7 Sekunden mit etwas Genugtuung erfüllt, wonach ich in mein beförderungsloses Leben zurückkehre. 

Gegensätze ziehen sich an.
Ich legitimiere, dass ich sehr viel Sex mit einem Menschen habe, den ich geil finde, obwohl ich genau weiss, dass er/sie mich längerfristig nicht glücklich machen kann. 

Nichts für Ungut, aber ... 
Ich werde dir gleich Grund dafür geben, dich «ungut» zu fühlen. 

Jedem das Seine.
Ich halte deine Meinung/Einstellung/Lebensführung für komplette Elefantenkacke, habe aber keinen Bock, mich in irgendeiner Art mit dir darüber auseinander zu setzen, weshalb ich mit dieser Floskel das Gespräch beende, und hoffe, dich nie wieder zu sehen.

Kommt Zeit, kommt Rat.
Du hockst mächtig in der Scheisse, Bruder, und ich habe keine Ahnung, was ich dir sagen soll. 

Du, kein Stress, gäll. 
Also doch, schon ein bisschen Stress. 

Es haben noch andere Mütter schöne Söhne. 
Du sitzt seit drei Wochen im gleichen Pischi auf deinem Sofa rum, isst Ben & Jerry’s und redest mit deiner Katze. Ich weiss schlicht nicht, wie ich dir helfen kann, weshalb ich diese komplett sinnbefreite Floskel auspacke, welche absolut gar nichts an deinem Elend ändern wird.

Und suscht so? 
Wir haben das Wetter und die Arbeit besprochen. Da man über Geld nicht redet, Politik und Religion Tabu sind und uns Geri Müller gelehrt hat, dass der gemeine Schweizer mit «Austausch» rund ums Thema Sex nicht umgehen kann, starte ich noch einen letzten Versuch, die Konversation ins Laufen zu bringen, bevor ich vortäusche, meine Linse verloren zu haben oder meinen Leguan im Reptilienhort abholen zu müssen.   

Yonnihof

Yonni Meyer

Sie gilt als Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt.
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Von einer, die auszog, das Aushalten zu lernen

Von der Kraft des «Ich weiss nicht».

Seit einiger Zeit beantworte ich drüben auf Facebook Fragen meiner Leserschaft. Das Spannende daran sind nicht nur die Fragen selbst, sondern dass sich, wenn man in positiver Weise mit Lebens- und Liebesfragen bombardiert wird, gewisse Muster in der Gesellschaft, in der Generation aufzeigen.  

Eins davon ist, was mich schon länger beschäftigt: Die Sucht nach Lösungen. Und zwar nicht nur für die eigenen Sorgen, sondern auch für diejenigen um einen herum. Das Bedürfnis danach verstehe …

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