Bundesrat
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUM VORZEITIGEN RUECKTRITT VON SVP NATIONALRAT HANS KAUFMANN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Portrait von Hans Kaufmann, Wirtschaftsberater aus Wettswil, Nationalrat der SVP des Kantons Zuerich, aufgenommen am 19. Dezember 2011 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Hans Kaufmann tritt per 4. Mai als Nationalrat zurück. Bild: KEYSTONE

Kaufmann kritisiert das Arbeitsklima im Bundeshaus

«Das ertrage ich nicht mehr»

Der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Kaufmann verabschiedet sich mit einem Knall von der politischen Bühne: Grund für seinen Rücktritt aus dem Nationalrat sei die Zusammenarbeit mit dem Bundesrat – insbesondere mit Eveline Widmer-Schlumpf.

Herr Kaufmann, Sie haben heute Ihren Entscheid bekanntgegeben, dass Sie aus dem Nationalrat zurücktreten. Wie sind die Reaktionen ausgefallen?
Ich habe zwei, drei negative Mails bekommen, aber auch viele dankende Reaktionen. Die negativen Kommentare habe ich erwartet, die nehme ich zur Kenntnis.

Welche Kommentare meinen Sie?
Die Unterstellungen, es sei parteiintern Druck auf mich ausgeübt worden. Das ist alles Unsinn. Wir haben letztes Jahr am Politsenioren-Treff eine Lagebeurteilung gemacht. Ich habe damals signalisiert, dass ich Hand bieten werde zu einem Generationenwechsel. Nachdem ich ein bisschen weiterpolitisiert habe, habe ich mich entschlossen, mich zurückzuziehen.  

«Wenn das Arbeitsklima gut gewesen wäre, hätte ich weitergemacht.»

SVP-Nationalrat Hans Kaufmann 

Also war doch der Generationenwechsel, nicht der Bundesrat, die Motivation für den Rücktritt?
Nein, wenn das Arbeitsklima gut gewesen wäre, hätte ich weitergemacht. Wenn man die negativen Trends stoppen will, braucht es Mut, Kraft, Ausdauer und Freude. Die ist mir vergangen. 

Was war so schlecht am Arbeitsklima? Können Sie ein Beispiel nennen? 
Bei den Amerikaverträgen (Lex USA) hat man uns unter Druck gesetzt, alles war unorganisiert und ist in letzter Minute passiert. Es läuft vieles hinter unserem Rücken. 

«Und wie man uns bedroht hatte, die Welt breche zusammen, wenn wir nein stimmen bei der Lex USA!»

SVP-Nationalrat Hans Kaufmann

Was läuft hinter ihrem Rücken?
Das Agendasetting beispielsweise. Es geschieht immer im letzten Moment, sodass man keine Chancen mehr hat, Alternativen zu prüfen. Auch bei schwierigen Entscheiden wie der Abgeltungssteuer war das so. Und wie man uns bedroht hatte, die Welt breche zusammen, wenn wir nein stimmen bei der Lex USA! Das ertrage ich nicht mehr. 

Andere scheinen das gut zu ertragen.
Ja, deshalb braucht es ja auch jüngere, die sich durchsetzen können.​

Sie sprechen von negativen Trends. Was meinen Sie damit? 
Dass man Volksentscheide aushebeln will, indem man sie für völkerrechtlich ungültig erklärt. Dass man uns unterstellt, dass unsere Asyl- und Ausschaffungsinitiativen nicht menschenrechtskonform sind. Man versucht mit dem internationalen Recht immer, die Entscheide auszuhebeln. Auch jetzt. 

Wie ist es jetzt? 
Es ist eine Frechheit, dass die Initianten der siegreichen Masseneinwanderungsinitiative aus dem Expertengremium ausgeschlossen sind. 

Gegenüber dem Anzeiger des Bezirks Affoltern sagten Sie, dass Sie insbesondere mit Eveline Widmer-Schlumpf nicht zusammenarbeiten können. Warum?
Früher konnte man mit den Bundesräten zusammensitzen wenn man Differenzen hatte. Als Frau Widmer-Schlumpf kam – das fing schon bei der Wahl an – kam sie nicht einmal in die Fraktion. Wir hatten nie ein Treffen mit ihr, während wir das mit anderen Bundesräten haben. Hätten wir dasselbe Klima wie unter Finanzminister Merz, wäre ich wahrscheinlich länger geblieben.



Das könnte dich auch interessieren:

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • max13 05.03.2014 09:46
    Highlight Highlight Kaufmann ist entweder ein Weichei und hat die Politik nicht begriffen oder ein gewiefter Taktiker und schiebt Schlumpf einfach vor. Tippe auf zweites denn er ist zu lange im Geschäft.
  • Donald 05.03.2014 05:44
    Highlight Highlight Auch wenn ich nicht SVP wähle, in der Tendenz hat er sicher Recht.

Zu oft Nein gestimmt: Nationalräte wettern über gewissenhafte Ständeräte

Burkaverbot, Steueramnestie und Co.: Das Stöckli versenkt Vorstösse, die zuvor im Nationalrat eine Mehrheit fanden, meistens. Warum eigentlich?

Den Galgenhumor hat CVP-Nationalrat Fabio Regazzi noch nicht verloren. «Wie gehabt», lautet sein Kurzkommentar zu dem, was ihm heute bevorsteht. Im Ständerat sind nämlich gleich zwei Motionen des Tessiners traktandiert: Die eine fordert eine Auflockerung des Nachtfahrverbots für Lastwagen, die andere will die Verwendung von Widerhaken auch in Fliessgewässern zulassen. Inhaltlich könnten die beiden Vorstösse kaum weiter voneinander entfernt sein – und doch haben sie eine grosse …

Artikel lesen
Link zum Artikel