Schweizerin kassiert fünf Tage Haft, weil sie auf Shein eine Wasserpistole bestellt hat
Eine Tessinerin wollte als Polizistin verkleidet an die Fasnacht – doch diese Idee verkam zu einem Flop. So bestellte sich die Frau auf der chinesischen Plattform Shein dafür eine Wasserpistole für 2.78 Franken. Statt dieser erhielt sie einige Monate später aber Besuch von zwei Polizisten, wie der SRF-Kassensturz berichtet.
Grund dafür ist das Schweizer Waffengesetz. Dieses besagt: Nicht nur die Einfuhr echter Waffen ist strafbar, sondern auch das Bestellen und der öffentliche Gebrauch von Waffen, welche echten Waffen zum Verwechseln ähnlich sehen – was beim Modell der Tessinerin trotz rosaroter Farbe nach Ansicht der Justiz der Fall war.
Wegen ihrer Bestellung erhielt die Frau eine bedingte Haftstrafe von fünf Tagen. «Die Strafjustiz wurde wegen einer Wasserpistole ins Spiel gebracht. Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?», fragt sie gegenüber SRF. Sie schaltete einen Anwalt ein, nach dessen Eingreifen die bedingte Haft in eine bedingte Geldstrafe von 150 Franken umgewandelt wurde.
Es ist nicht der erste Fall, dass eine Person in der Schweiz aufgrund der rechtlichen Lage nach dem Kauf einer Fake-Pistole Ärger bekommt. Der Walliser Ständerat Beat Rieder (Mitte) hat per Motion eine Änderung gefordert – diese kam durch. Der Bundesrat muss das Waffengesetz nun überarbeiten. Online-Plattformen sollen neu in der Schweiz verbotene Spielzeug-Waffen kennzeichnen müssen. Wer diese Waffen trotzdem kauft, soll eine Busse erhalten. Dadurch sollen die Verfahren für die Behörden weniger aufwändig werden. (dab)
