Charlie Hebdo
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
abspielen

«Ich bin gekommen, um zu sagen, dass das Magazin weitermachen wird. Sie haben nicht gewonnen», sagt Patrick Pelloux im Interview.  video: youtube/charlie hebdo

«Kein Hass gegen Muslime»

Der emotionale TV-Auftritt von «Charlie Hebdo»-Augenzeuge Patrick Pelloux

In einem mutigen und bewegenden TV-Auftritt auf iTélé, erweist Patrick Pelloux seinen verstorbenen Kollegen und seinem Chefredaktor die Ehre. Der Notarzt und «Charlie Hebdo»-Kolumnist Pelloux war kurz nach dem Angriff vor Ort und kümmerte sich um die Verletzten. 

Der Journalist steht sichtlich unter Schock und ringt nach Worten. Seine Kollegen hätten es bestimmt gemocht, wenn er sich den Medien stellt, presst er hervor. «Das waren aussergewöhnliche Männer und Frauen», sagt Pelloux dann der Verzweiflung nahe:

«Die Angreifer haben auf Menschen gezielt, die gerade eine Redaktionssitzung gegen den Rassismus abgehalten haben, voilà.»

Als einer der ersten vor Ort

«Gegen 11.30 hat mich der Grafiker Jean-Luc angerufen und gesagt: ‹Komm schnell, wir brauchen dich›. Ich habe zuerst gedacht, sie machen Witze», fährt der ausgebildete Notarzt weiter und bricht dann in Tränen aus: «Ich wollte sowieso vorbei gehen, um ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen.»

Pelloux war einer der ersten auf dem Platz. «Es war schrecklich», sagt der um Fassung bemühte Journalist und setzt dann an, die Nachricht zu überbringen, die ihm am wichtigsten ist: 

«Ich bin gekommen, um zu sagen, dass das Magazin weitermachen wird. Sie haben nicht gewonnen. Charb, Cabu, Wolinski, Bernard Maris, Honoré, Elsa, Tignous, Mustapha und der Leibwächter sind nicht für nichts gestorben. Es gibt keinen Grund, jetzt Hass gegen die Muslime zu hegen. Jeder ist angehalten, um so mehr die Werte der Französischen Republik zum Leben zu erwecken.»

Weiter sagt Pelloux, dass es dem Chefredakteur Stéphane Charbonnier bewusst gewesen sei, dass das «Charlie Hebdo» auf der Liste der Islamisten stand und dass er sich in Gefahr befindet. 

Als der Moderator die von Pelloux geleistete Nothilfe anspricht, bricht dieser wiederum in Tränen aus: «Ich konnte sie nicht retten.» Der Moderator erwidert: «Doch sie haben mehrere gerettet, dass wissen Sie.»

«Sie müssen wissen», fährt Pelloux weiter, «die Verstorbenen waren äusserst grosszügige Menschen. Sie waren grosse Humanisten.» 

(rar)



Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

8 Dinge, die jeden Schweizer aus der Fassung bringen. Garantiert!

Link zum Artikel

«Sorry, ich muss heute noch fahren» – aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

Link zum Artikel

Die Neue meines Ex ist ein Baby mit Balkanslang und Billig-Mini

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Mutmasslicher Hintermann der Anschläge von Paris in Syrien getötet

Ein mutmasslicher Hintermann der Anschläge vom November 2015 in Paris ist in Syrien getötet worden: Der französische Dschihadist Fabien Clain starb bei einem Luftangriff der internationalen Koalition gegen die Miliz Islamischer Staat (IS), wie es am Donnerstag unter anderem von Seiten der Sicherheitskräfte in Paris hiess. Sie bestätigten damit einen Bericht des Radiosenders France Inter.

Demnach wurde Clains Bruder Jean-Michel bei dem Angriff auf die letzte IS-Bastion im Dorf Baghus schwer …

Artikel lesen
Link zum Artikel