DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kouachi-Brüder beerdigt

Beide «Charlie Hebdo»-Attentäter wurden anonym beigesetzt

18.01.2015, 09:54

Der nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» von der Polizei erschossene Attentäter Chérif Kouachi ist in der Nähe von Paris beigesetzt worden. Er wurde am späten Samstagabend unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in dem Ort bestattet, in dem er zuletzt gelebt hatte, wie die Stadtverwaltung von Gennevilliers mitteilte.

Chérif (links) und Said Kouachi.
Chérif (links) und Said Kouachi.Bild: AP/Prefecture de Police de Paris

Verwandte nahmen demnach nicht an dem Begräbnis teil. Der Attentäter wurde in einem anonymen Grab beigesetzt, da die Stadtverwaltung befürchtet hatte, sein Grab könne zu einem «Pilgerort» für Islamisten werden. 

Der Bürgermeister hatte zuvor erklärt, er habe «keine Wahl», als ihn in Gennevilliers bestatten zu lassen. Laut französischem Gesetz können Stadtverwaltungen eine Bestattung nicht verhindern, wenn der Verstorbene zuletzt in dem Ort gelebt hat oder dort gestorben ist.

Der Bruder von Chérif Kouachi, Said, der den Anschlag auf «Charlie Hebdo» mit verübt hatte, war bereits in der Nacht zum Samstag im nordostfranzösischen Reims beigesetzt worden. Bürgermeister Arnaud Robinet hatte zunächst angekündigt, er wolle die Beisetzung in seiner Stadt mit allen Mitteln verhindern.

Auch er fürchtete, das Grab könne zu einer Art Pilgerstätte werden. Später erklärte der Bürgermeister, er habe sich den Vorschriften beugen müssen. Das Grab von Said Kouachi ist ebenfalls nicht gekennzeichnet. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht
Die Anschläge in der belgischen Hauptstadt konnten eigentlich niemanden wirklich überraschen. Dennoch taten sie es – und auch der nächste Anschlag wird es tun. 

Die Einschläge kommen näher: Nach dem 11. September 2001, mit dem der islamistische Terror sich endgültig in die Aufmerksamkeit der westlichen Welt bombte, kamen 2004 die Sprengsätze in den Madrider Vorortzügen, 2005 die Selbstmordattentate von London und schliesslich 2015 die Anschläge von Paris und jetzt in Brüssel. Zählt man die kleineren und die vereitelten Anschläge dazu, ergibt sich über die Jahre hinweg eine Art ansteigendes Grundrauschen des Terrors. 

Zur Story