Charlie Hebdo
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Desecrated tombstones are seen at the Sarre-Union Jewish cemetery, eastern France, February 16, 2015. Several hundred Jewish tombs have been damaged in a cemetery near the northeastern French city of Strasbourg, the French interior minister said on Sunday.    REUTERS/Vincent Kessler (FRANCE - Tags: POLITICS CRIME LAW RELIGION)

Auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs sind mehrere hundert Gräber geschändet worden.  Bild: VINCENT KESSLER/REUTERS

Antisemitismus

Netanjahu fordert Juden in Europa zur Ausreise auf – Berlin und Paris halten dagegen

Nach den Anschlägen in Paris und Kopenhagen befürchten Regierungen in Europa eine Abwanderungswelle der jüdischen Bevölkerung nach Israel. Dies auch, weil der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Juden zur Ausreise aufgefordert hatte.



Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, er rechne damit, dass sich die Angriffsserie in Europa fortsetzen werden. Zugleich betonte er, dass Juden aus der ganzen Welt in Israel willkommen seien. Sein Land bereite sich auf eine Einwanderungswelle aus Europa vor. «Juden wurden auf europäischem Boden ermordet, nur weil sie Juden waren», hatte er gesagt.

Die Regierungen in Paris und Berlin rufen Juden jedoch zum Bleiben auf. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte am Montag in Berlin, die Bundesregierung, die Landesregierungen und alle Verantwortlichen in Deutschland würden alles dafür tun, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und der Bürgerinnern und Bürger jüdischer Herkunft gewährleistet werde. «Wir möchten gerne mit den Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben», sagte die Kanzlerin.

Schüsse in Kopenhagen

Jüdische Auswanderer aus Frankreich verdoppelt

Auch Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls appellierte an die Jüdinnen und Juden, in Frankreich zu bleiben. «Frankreich ist genauso verletzt wie Ihr es seid, und Frankreich wünscht nicht, dass Ihr das Land verlasst.» Frankreichs Präsident François Hollande sagte am gleichen Tag, die Juden hätten «ihren Platz in Europa und besonders in Frankreich».

Auch die jüdische Gemeinde in Dänemarks wies die Aufforderung von Netanjahu zurück, trotz des am Wochenende vor einer Synagoge in Kopenhagen getöteten Wächters.

Die Zahl jüdischer Einwanderer nach Israel hatte 2014 ein Zehnjahreshoch erreicht. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr rund 26'500 Juden nach Israel, wie die Einwanderungsorganisation Jewish Agency am Montag bestätigte. Im Jahr zuvor seien es rund 20'000 gewesen. 2014 betrug die Zahl der nach Israel emigrierten französischen Staatsbürger rund 7000 im Vergleich zu rund 3400 Personen im Jahr davor. (whr/sda/reu/afp/dpa)

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