Charlie Hebdo
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Angriff auf «Charlie Hebdo»

Die drei Gesichter des Schreckens für Frankreich

10.01.15, 04:27

Sie töteten kaltblütig 17 Menschen und hielten Frankreich tagelang in Atem, bevor sie selbst von Elite-Polizisten erschossen wurden: Die Gesichter der «Charlie Hebdo»-Attentäter Chérif und Said Kouachi und ihres islamistischen Gesinnungsgenossen Amedy Coulibaly wird Frankreich nicht vergessen. Mehr zu den Menschen und dem verhängnisvollen Weg, den sie gegangen waren:

epa04550285 An undated handout picture released by French Police in Paris early 08 January 2015 shows Cherif Kouachi, 32, a suspect in connection with the shooting attack at the satirical French magazine Charlie Hebdo headquarters in Paris, France, on 07 January 2015. French police on 08 January 2015 released an appeal to the public for information, with photos of Cherif Kouachi and his brother, Said Kouachi.  EPA/FRENCH POLICE / HANDOUT MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Chérif Kouachi. Bild: EPA/FRENCH POLICE

Chérif Kouachi

Der 32-Jährige war den französischen Sicherheitsbehörden schon lange bekannt: 2008 wurde er wegen seiner Zugehörigkeit zu einem Dschihadisten-Netzwerk zu drei Jahren Haft verurteilt, davon die Hälfte auf Bewährung. 1982 in Paris als Sohn algerischer Eltern geboren, war Chérif Mitglied des nach einem Park im 19. Pariser Bezirk benannten «Buttes-Chaumont-Netzwerks», das Dschihadisten zum Kampf gegen die US-Truppen in den Irak schickte. Er wurde 2005 festgenommen, kurz bevor er selber über Syrien in den Irak reisen konnte.

Seine Radikalisierung hatte bereits früher begonnen: Anfang der 2000er Jahre besuchte Kouachi in Paris Koran-Kurse bei dem selbsternannten «Emir» Farid Benyettou, der für den Heiligen Krieg (Dschihad) im Irak warb. Bei Vernehmungen sagte Benyettou, Kouachi sei «sehr impulsiv und sehr aggressiv» gewesen und habe von Plänen gesprochen, vor einer Ausreise zum Dschihad einen Angriff auf Juden in Frankreich zu verüben.

Im Gefängnis lernte Kouachi später den Islamisten Djamel Beghal kennen, der wegen der Vorbereitung von Anschlägen eine zehnjährige Haftstrafe absass. Seitdem soll er unter dessen Einfluss gestanden und einen «sehr strengen Islam» praktiziert haben, heisst es aus informierten Kreisen. Vor seinem Tod sagte er dem Nachrichtensender BFMTV, er sei vom Terrornetzwerk Al-Kaida im Jemen beauftragt und finanziert worden. 

This photo provided by The Paris Police Prefecture Thursday, Jan. 8, 2015 shows the suspect Said Kouachi in the newspaper attack along with a plea for witnesses. A senior Yemeni official said Friday, Jan. 9, 2015 that Said Kouachi, a suspect in the attack on the French newspaper, is suspected of fighting in Yemen for al-Qaida.(AP Photo/Prefecture de Police de Paris)

Said Kouachi. Bild: AP/Prefecture de Police de Paris

Said Kouachi

Der 34-Jährige wurde nie strafrechtlich belangt, die französischen Sicherheitsbehörden hatten sich vor allem bei Ermittlungen zu seinem jüngeren Bruder mit ihm beschäftigt. Offenbar hielt er sich aber 2011 mehrere Monate lang im Jemen auf und wurde dort vom Terrornetzwerk Al-Kaida unter anderem im Umgang mit Waffen trainiert.

Zuletzt lebte der arbeitslose Said Kouachi, auf Fahndungsfotos mit kurzen Haaren und einem Kinnbart zu sehen, mit seiner Frau und einem gemeinsamen Kind in einem Vorort der nordostfranzösischen Stadt Reims. Sein Personalausweis wurde in einem der Fluchtfahrzeuge gefunden, was die Ermittler auf die Spur der Brüder brachte.  

This photo released on January 9, 2015 by the French police shows Amedy Coulibaly, suspected of being involved in the killing of a policewoman in Montrouge on January 8. Coulibaly is also supected to have taken a hostage at a kosher grocery store on January 9, 2015. A police source told AFP Coulibaly was linked to two brothers who massacred 12 people at satirical magazine Charlie Hebdo on Wednesday. Sources close to the investigation said shooting had erupted at Porte de Vincennes in the east of Paris on Friday afternoon.   AFP PHOTO / FRENCH POLICE

-- EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE -- MANDATORY CREDIT

Amedy Coulibaly. Bild: FRENCH POLICE

Amedy Coulibaly

Coulibalys Fahndungsfoto lief am Freitag in allen Nachrichtensendungen: Der 32-Jährige soll zunächst am Donnerstag in Montrouge südlich von Paris eine Polizistin erschossen haben. Am Freitag dann tötete er in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris bei einer Geiselnahme mehrere Menschen. Vor seinem Tod sagte er dem Sender BFMTV, er sei Mitglied der Dschihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) und habe seine Taten mit den Kouachi-Brüdern abgestimmt.

Coulibaly wurde in der Vergangenheit wegen Diebstahls, Raubes und Drogenhandels mehrfach verurteilt und hat Jahre im Gefängnis verbracht. Aber erst 2010 fiel sein Name in Verbindung mit einem islamistischen Unterfangen: Er war an Plänen beteiligt, einen inhaftierten Islamisten aus dem Gefängnis zu befreien. Bei seiner Festnahme wurden bei ihm 240 Kalaschnikow-Patronen gefunden.

Ende 2013 wurde er deswegen zu fünf Jahren Haft verurteilt, wegen seiner Zeit in der U-Haft kam er im vergangenen Jahr wieder auf freien Fuss.  Während einer seiner Haftstrafen lernte er Chérif Kouachi kennen – und den Islamisten Beghal, der auch auf ihn einen grossen Einfluss ausübte.

Geboren wurde Coulibaly in Juvisy-sur-Orge im Süden von Paris als siebentes von insgesamt zehn Kindern – seine Geschwister sind allesamt Schwestern. 2008 und 2009 machte er eine Ausbildung in einem Coca-Cola-Werk nahe Paris. In der Zeit wurde er, zusammen mit anderen Auszubildenden, vom damaligen Staatschef Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast empfangen. (dhr/sda/afp)

07.01.2015: Schiesserei bei Satiremagazin «Charlie Hebdo»



Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Frau wird bei US-Einreise das iPhone weggenommen und geknackt – jetzt wehrt sie sich

Eine Amerikanerin zieht die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde vor Gericht. Sie will wissen, was mit ihren privaten Fotos und Daten passiert ist.

So berichtete watson im April 2017 über die willkürlich scheinenden Durchsuchungen von Geräten, die Beamte der U.S. Customs and Border Protection (CBP) durchführten.

Ein aktueller Fall zeigt, dass sich die Situation nicht verbessert hat. Betroffen ist eine Frau, die im Februar dieses Jahres mit ihrer sechsjährigen Tochter von Zürich nach Newark flog.

Die US-Amerikanerin – nennen wir sie Selma L. – war müde vom langen Flug und wollte möglichst rasch nach Hause. Doch sie blieb bei der …

Artikel lesen